Berichte

Die Klimachaoten - Eine Erfindung der Medien

  • Liebe Leute,

     

    eigentlich wollte ich heute über die Verlierer des Klimawandels schreiben und die konkreten Auswirkungen in Ländern wie Äthiopien und anderen afrikanischen Staaten. Aber momentan liest man ja fast mehr negative Schlagzeilen über die "Randalierer von Kopenhagen" als über das Klimaproblem selbst. Daher möchte ich mal zu der Berichterstattung über Kopenhagen Stellung nehmen, nachdem wir ja selber am Wochenende der größten und wichtigsten Demos vor Ort waren und die Lage selber beurteilen konnten.

     

    Zunächst mal ist natürlich klar, Kopenhagen ist voll von Umweltgruppen, allein bei der Demo am Samstag sollen bis zu 100 000 Demonstranten teilgenommen haben. Ein zentraler Treffpunkt der Gruppen ist das Klimaforum 2009. Dort finden Workshops, Diskussionsrunden oder auch einfach Tanzveranstaltungen zwecks Völkerverständigung etc. statt.

     

    Anders als in den Medien berichtet trifft man dort nicht auf "Umweltchaoten", die den Gipfel zu Gewaltaktionen instrumentalisieren, sondern auf Menschen aus aller Welt. Aus Frankreich, Indien, China, und na ja, der größte Teil kam aus Deutschland. Man begegnet dort neben vielen jungen Leuten auch Familien und Kindern. Da ich die Gelegenheit hatte, einen kompletten Tag mal Beobachter im Klimaforum zu spielen, habe ich einfach mal die Stimmung dort aufgenommen. Und die war friedlich, hoffnungsvoll und ein bisschen nachdenklich, auf keinen Fall aber aggressiv.

     

    Am Samstag wurden dann, so weit ich informiert bin, 1000 Demonstranten festgenommen, die meisten von ihnen jedoch am selbenTag wieder freigelassen. Ein Mädchen berichtete uns, dass sie das Pech hatte, neben der Gruppe von ein paar Krawallmachern zu stehen und daher auch vorübergehend festgenommen wurde. Es ist also Usus der Polizei und wie ich finde auch zu Recht, zunächst einmal lieber ein paar Demonstranten zu viel festzunehmen, als Unruhestifter entwischen zu lassen. So ist zu vermuten, dass von den 1000 Festgenommenen wahrscheinlich nur ein Bruchteil wirklich Krawall gemacht haben.

     

    Zieht man in Erwägung, dass sich in Kopenhagen derzeit vielleicht 100000 Klimafreunde aufhalten, so erscheinen selbst die in den Medien genannten Zahlen von Raudis gering. Klar ist, dass es auf jede DEmonstration Chaoten gibt, die damit auch denen, die friedlich ihre Botschaft vermitteln wollen, ein Dorn im Auge sind. Wenn man das vermeiden will, müsste man Demos schon allgemein verbieten ;-).

     

    Ich möchte nur klarstellen, nachdem wir nun selber vor Ort waren, dass die Klimafreunde friedlich sind. Das Bild, das da in vielen Medien ensteht, das haben wir vor Ort nicht entdeckt. Übrigens, auch von dem Gedanken, dass "Klima und Umwelt und so" ja nur was für Öko-Hippies ist, muss man sich wohl verabschieden, auch das konnte ich beobachten.

     

    Servus und auf erfolgreiche letzte Verhandlungsrunden!!!