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Das Great Barrier Reef - Inwieweit ist es gefährdet?

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    Das Great Barrier Reef erstreckt sich über eine Fläche von gut 350.000m² entlang der Ostküste Australiens und ist somit fast so groß wie Deutschland. Es ist rund 2.300 Kilometer lang und zwischen 25 und 130 Kilometer breit und besteht aus 2.900 einzelnen Riffen und 900 Inseln. Das australische Korallenriff ist der größte Korallenverbundund und einer der größten Meeresparks der Erde. Mehr als 3.000 Weichtierarten, 1.625 Fischarten, darunter 133 Hai- und Rochenarten, 600 Arten harter und weicher Korallen, 500 Wurmarten, 215 Vogelarten, mehr als 100 Quallenarten, 30 Wal-und Delfinenarten, und 6 Arten von Meeresschildkröten finden hier ihren Lebensraum. Das Great Barrier Reef hat besonders geschützte Zonen, in denen Aktivitäten wie fischen verboten sind. Teilbereiche sind für Schiffspassagen, Schnorchel- und Tauchausflüge gesperrt. Jedes Jahr besuchen das Naturwunder rund 2 Millionen Touristen. Das Great Barrier Reef gehört somit zu den wichtigsten Touristeneinnahmequellen Australiens.

     

     

     


    Wer an die Folgen des Klimawandels denkt, dem Fallen schmelzende Eisberge und wachsende Wüsten ein. Aber womöglich lauert die große Gefahr, die von steigenden Temperaturen ausgeht, nicht oberhalb des Meeresspiegels, sondern knapp darunter. Einige Forscher künden das Bleichen der Korallen von der nahen Katastrophe: Sie prophezeien das Sterben des australischen Great Barrier Reefs.

     

     


    Doch wie robust ist ein Korallenriff?

     


    Eine Koralle ist eine Schimäre, ein Mischwesen aus Tier und winziger Alge. Doch unter Stress, in Phasen anhaltender, großer Belastung, werden die Partner einander zum Feind; das Tier stößt die Alge ab und geht dabei selbst zugrunde. Übrig bleibt ein Kalkskelett. Die Krankheit nennt sich Korallenbleiche. Korallenriffe bedecken nur 0,1 bis 0,5 Prozent der ozeanischen Böden aber beherbergen ein Drittel aller Fischarten. Vor 40 Jahren war die Hälfte des Riffs mit Korallen bedeckt. Heute sind es nur noch 25 Prozent. Das hat mehrere Gründe: zwei Grad Celsius wärmer, weniger Fische, zu viele Nährstoffe, Touristen überall. Eigentlich ist ein Ökosystem in der Lage, sich nach Störungen wieder aufzurappeln. Den ursprünglichen Zustand wird das Riff jedoch kaum zurückfedern. Die Natur braucht vor allem Zeit, die es jedoch nicht genügend mehr gibt. Am Ende könnte es jedoch knapp werden.


    Forscher sammeln Proben, um den Zustand der Nesseltiere treffender beurteilen zu können. Das Wasser ist oft glasklar, sodass man 15 bis 20 Meter tief schauen kann. Meeresregionen, in denen Korallen gedeihen sind äußerst arm an Nährstoffen. Jedoch ist viel Biomasse im Meereswasser vorhanden. Woher bekommen die vielen Korallen nun die lebensnotwendigen Nährstoffe? Zooxanthellen sind Einzeller, die an den Korallen haften und Fotosynthese betreiben. Sie produzieren also unter anderem Zucker. Diesen Zucker nimmt die Koralle auf zum Überleben.

     

     


    Seit der Industrialisierung ist der Kohlenstoffdioxidkonzentration von 280 ppm um 40 Prozent gestiegen – heute 440 ppm. Die Ozeane erwärmten sich in den letzten 100 Jahren um 0.7°C. Eine in 25 Grad warmen Wasser wachsende Koralle kommt bei 26° jedoch in Stress. Das liegt an den Zooxanthellen. Je wärmer die Umgebung, je höher die CO²- Konzentration der Meere, desto mehr Photosynthese wird getrieben und somit desto mehr Zucker nehmen die Korallen auf. Die Überdosis wirkt wie Gift. Die Zooxanthellen werden sofort abgeworfen. Die Koralle verhungert und wird zum Kalkskelett.

     


    An manchen Stellen des Great Barrier Reefs ist das Wasser trüb. Anstelle von Korallen, findet man große braun-grüne Algen. Sie liefern den Korallentieren große Mengen Zucker, die als Schleim abgehen. Das Sterben ist wieder als Bleiche sichtbar. Weitere Faktoren für das Bleichen der korallen sind die steigende Artenvielfalt mit steigender Anzahl an Fressfeinden, Strömungen, die die Korallen lieben und die Wasserqualität, von der alle Lebewesen im Wasser abhängig sind. Zwei australische Flüsse geben den Korallen noch eine zusätzliche Belastung: der Burdekin und der Mulgrave River. Sie münden in den Ozean und strömen Sedimente nährstoffreicher, mit künstlichem Dünger behandelter Böden mit sich. Studien über Nährstoffe haben Manager der Nationalparkbehörde dazu gebracht auf die Regierung einzuwirken. Ein neues Gesetz wurde 2010 in Australien verabschiedet in dem beschrieben wird, dass halb so viel Dünger auszubringen werden sollen als in den Jahren zuvor.

     


    Es gibt aber auch andere Meinungen was das Thema Bedrohung des Great Barrier Reefs betrifft. Manche Meeresforscher Australiens meinen, die von den Feldern ins Meer geschwemmten Sedimente und Nährstoffe belasten nur einen kleinen Teil des Riffs. Und das auch nur für zwei Wochen, dann trage die Strömung sie fort. Korallen werden also auf der anderen Seite auch für außerordentlich robust gehalten.

     


    Wird es also unter den heutigen Klimaumständen in der Zukunft noch Korallen geben?


    Man könnte einerseits meinen, Korallen könnten sich die durch natürliche Selektion an die Umstände anpassen. Evolution würde stattfinden. Allerdings werden sich die Bedingungen der Korallen in den kommenden 40 Jahren schneller verändern, als je in den rund 420.000 Jahren zuvor. Der Anpassungsprozess müsste also in einer beispiellosen Geschwindigkeit ablaufen. Und da Korallen einen ziemlich langen Lebenszyklus haben, müsste er sich innerhalb von wenigen Generationen ereignen. Die meisten Experten halten dies für ausgeschlossen.


    Um das Jahr 2050 wird es zu einem Kollaps kommen. Statt einer Vielfalt von Organismen wird das Korallenriff wahrscheinlich von Algen besiedelt. Anders als an Land, beobachten Biologen derzeit kaum das Aussterben von Arten. Die Versäuerung der Meere durch den steigenden CO²-Gehalt mit ihrer steigenden Erwärmung hat aber das Potenzial, ein Massensterben unter Wasser auszulösen.

     

    „Um die Riffe der Welt zu retten, müssen wir an der einen großen Schraube drehen. Unserem CO²-Gehalt.“ – Terry Hughes, Direktor des Exzellenzcenters für Riffforschung, James Cook University.

     

     

     

    Bildquellen:

    http://www.flowgrow.de/algen/trubes-wasser-t741.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Korallenbleiche

    http://www.reefnews.eu/2010/04/algen-die-sehen-konnen/

    http://www.hobbyshop-menta.de/Leben-im-Korallenriff

    http://www.heise.de/foto/galerie/foto/Steinkoralle-2f24debb1650e9120cc462ac876feddd/

    http://globalconnection.com.au/product/reef-and-uluru/

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

Kommentare

14 Kommentare
  • Emilia
    Emilia @Carina: Sorry, der Satz ist vielleicht ein bisschen unklar formuliert.
    Ich möchte damit sagen dass es drei Dinge gibt, die das Bleichen einer Koralle beeinflussen (damit ist sowohl Positives, als auch Negatives gemeint).

    1. steigende Artenvielfalt...  mehr
    10. Dezember 2013
  • Carina
    Carina Danke, jetzt ist mir alles klar geworden. :)
    Liebe Grüße!
    11. Dezember 2013
  • Emilia
    Emilia @ anitawuelker: oh nee! wirklich?! das ist unmöglich! sowas macht mich richtig wütend :(
    das ist echt schade. ich habe allgemein diesen punkt in meinem Bericht vergessen, dass die australische regierung viel zu locker mit dem problem des great b...  mehr
    11. Dezember 2013
  • Celine1
    Celine1 Sehr toller Bericht, hat wirklich, wirklich Spaß gemacht ihn zu lesen! Nicht zu kurz und viele wichtige Informationen\' Danke dir:) hoffe auf viele weitere Berichte von dir!
    16. Dezember 2013