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Mission: Aufforstung im Siebengebirge!

  • Samstag, der 30. November, nach einer mehrstündigen Odyssee mit Bus und Bahn stehe ich, mit Kamera gerüstet, um etwa 10 Uhr morgens mittendrin in einem der wohl schönsten Waldgebiete Nordrhein-Westfalens, im Siebengebirge nahe Königswinter, hier sollen heute 800 Setzlinge einen sicheren Weg in den Waldboden finden, um schon bald zu richtigen Laubbäumen heranzuwachsen – doch das geht natürlich nicht von allein - dies ist ganz klar ein Fall für die WWF Jugend NRW!

    Alles beginnt nahe einer, in dichten Nebel gehüllten, Schlucht. Von hier aus muss erst einmal das komplette Material hoch zu einem Hang gebracht werden, dort werden die jungen Bäume später eingepflanzt. Hieran beteiligen sich neben mehreren Mitgliedern der WWF Jugend in Nordrhein-Westfalen, wobei sich Carmen für die gute Organisation verantwortlich zeigte, auch viele Schüler aus der Umgebung.

    Oben angelangt, ist erstmal Zeit für Theorie. Die Förster erklären den Hintergrund der Aktion. So waren auf dem besagten Hang lange Zeit zahlreiche Fichten zu finden. Diese kamen ursprünglich nicht in diesem Waldgebiet vor, wurden jedoch zu Zeiten der Industrialisierung eingepflanzt, da im Bergbau bevorzugt Fichtenholz zum Einsatz kam, was damit zusammenhängt, dass Fichtenholz besonders laut knistert, wenn ein zu hoher Druck darauf ausgeübt wird, und damit vor Einsturz warnen kann.
    Mittlerweile sind die Zeiten des Bergbaus in der Region größtenteils gezählt und so ist es nun an der Zeit, die Fichten, die bereits vor der WWF-Aktion durch die Förster abgeerntet wurden, durch Baumarten zu ersetzen, die ursprünglich in dem Mischwaldgebiet heimisch waren, dabei handelt es sich um verschiedene Arten von Laubbäumen, vor allem um Eichen.

    Damit die Bäume nicht von Rehen oder anderen Tieren gefressen werden, kommt zu jedem gepflanzten Setzling ein Pfahl hinzu, an dem wiederum eine Schutzhülle befestigt wird. Dies ist effektiver, als einen Zaun um die neu gepflanzten Bäume zu errichten, da durch die flexibleren Schutzhüllen ausschließlich die Bäume an sich geschützt werden, während das restliche Aufforstungsgebiet für die Tiere weiterhin nutzbar bleibt.

    Soweit so gut, doch wie pflanzt man die Bäume nun ein?

    Ganz einfach …

    Schritt 1: Löcher suchen
    Mit einem speziellen Bohrer wurden bereits vor der Aktion Löcher gegraben, in die nun die kleinen Setzlinge eingepflanzt werden können. Im Verlauf der Aktion, werden noch viele weitere Löcher gebohrt, z. T. sind diese schnell zu finden, z. T. sieht man sie jedoch erst auf den zweiten Blick.

    Schritt 2: Richtig einpflanzen
    Damit aus dem Mini-Bäumchen ein großes Kaliber werden kann, muss dieses richtig eingepflanzt sein, gerade und fest im Waldboden sitzen, wobei die Wurzeln gänzlich mit Erde eingehüllt sind, sonst wird der Baum nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

     


    Schritt 3: Pfahl befestigen
    Der Pfahl wird direkt neben den Baum in die Erde gerammt, er muss nicht nur hungrigen Tieren, sondern auch Wind und Wetter standhalten, deshalb ist es enorm wichtig, dass der Pfahl tief in die Erde gehämmert wird und möglichst gerade steht, um eine maximale Standhaftigkeit zu garantieren.

    Schritt 4: Schutzhülle anbringen
    Der letzte Schritt, nun muss nur noch die Schutzhülle so an den Pfahl gebunden werden, dass sie nicht nur stabil sitzt, sondern auch den Baum optimal umschließt


    Soviel zur Theorie, noch Fragen? Nein? – dann kann’s ja losgehen!



    Nach mehreren Stunden Arbeit geht es dann um ca. 13 Uhr in die wohlverdiente Mittagspause, über die Hälfte der Bäume steht bereits, das ist die gute Nachricht.
    Die schlechte ist: Nach der Mittagspause haben alle Schüler aus Königswinter einen Termin, damit sinkt die Personalstärke von über 20 Köpfen auf weniger als die Hälfte. Der „WWF Jugend-Kern“ bleibt übrig und muss noch ganze 350 Bäume einpflanzen – spätestens hier wird die Mission schwieriger als gedacht, doch die WWF Jugend lässt sich nicht unterkriegen und setzt ihre Arbeit umso intensiver fort, auch ich lege vorübergehend die Kamera beiseite, um beim Aufforsten mitzuhelfen!

    Um 16 Uhr wird es langsam dunkel. Zum Glück gelingt es und jedoch, um etwa 16:30 die allerletzten Exemplare in die Erde zu befördern.

    Geschafft, alle 800 Bäume wurden erfolgreich eingepflanzt. Zufrieden wandern wir zurück zur Schlucht, wo wir den erlebnisreichen Tag in einer Waldhütte bei Tee und Kuchen ausklingen lassen. Die Förster zeigen sich für das Engagement extrem dankbar und sind ebenso überrascht wie stolz, da niemand sich beim Einhämmern der Pfähle die Finger demoliert hat.

    Es war ein langer Tag voller harter Arbeit, aber es hat auch genauso viel Spaß gemacht und war sicherlich für alle Beteiligten eine ebenso neue wie spannende Erfahrung. Hoffen wir, dass einem sicheren Wachstum all der neu gepflanzten Bäume nun nichts mehr im Wege steht!

    Und natürlich gilt: „Mission: Aufforstung“ erfolgreich ausgeführt!
    Mal sehen, wohin uns wohl die nächste Mission verschlägt!

    Text & Bilder: Maxim Podobed

Kommentare

26 Kommentare
  • Puma
    Puma Hört sich nach ner echt tollen Aktion und sehr viel Spaß an!!!Danke für den Bericht und die Bilder! :)
    6. Dezember 2013
  • LSternus
    LSternus Die Mini-Bäumchen sind ja niedlich ;)
    Offensichtlich hattet ihr Spaß dabei.
    6. Dezember 2013
  • Maikaefer
    Maikaefer RESPEKT!!!!!!!
    8. Dezember 2013
  • Marfrie
    Marfrie Super Aktion und ein toller Bericht. Gerade mit den tollen Bildern wird es richtig anschaulich. Wäre gerne dabei gewesen :)
    19. Juli 2014