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Ein Hamsterrad zur Stromerzeugung

  • Die Arbeit ruft wieder einmal. Ich setze mich also an den Schreibtisch, mache es mir bequem und fange an kräftig zu radeln. Nach wenigen Augenblicken springt mit einem „Pling“ mein PC an und ich kann loslegen.
    Was zur Hölle ich da tue? Nun, man könnte sagen, ich erarbeite mir meine Energie selbst.
    Freilich, die Idee ist keine allzu neue (http://www.wwf-jugend.de/leben/energie-sparen/der-selbst-erzeugte-strom-ein-trainingsziel-der-besonderen-art;3686), doch nun ist es den US-Amerikanischen Wissenschaftlern Andy Wekin und Steve Blood gelungen ein marktfähiges Produkt zu entwickeln: ein Drahtesel gegen den Energie-Hunger der Welt.

    „Pedal Power“ funktioniert überzeugend einfach. Das Gerät lässt sich als eine Art Schreibtisch mit Pedalen beschreiben und vereint somit den Heimtrainer mit Stromerzeugung. Man setzt sich hin, fängt kräftig an zu treten und schon entsteht der erste Strom. Theoretisch ließen sich so sämtliche Küchengeräte betreiben und sogar Wasser pumpen. Fertig wäre das Hamsterrad für den Menschen.
    Man muss allerdings zugeben, dass zumindest die Kostenersparnis eher gering ist. Eine Pferdestärke (PS) ist im Schnitt die Höchstleistung die ein Mensch „ertreten“ kann, in 60 min kann ein Erwachsener in entspanntem Tempo so um die 75 Wattstunden Strom erzeugen. Das entspricht beim momentane Strompreis ca. 2,16 Cent. Ja, damit kann man vielleicht nicht jeden hinterm Ofen hevorlocken. Doch den Erfindern geht es nicht hauptsächlich um das Geld: „Ich will Menschen mit der Energie verbinden. Ich möchte, dass sie verstehen, wie wertvoll ihre Energie eigentlich ist.“, so Blood. Wekin und er hatten den Wunsch für das, was sie täglich tun ihre eigene Energie zu erzeugen. So kamen sie auf die Idee "Pedal Power" zu entwickeln. Sie möchten den Menschen vermitteln, dass Energie aus der Steckdose keinesfalls selbstverständlich ist. Und wenn man in zwei Stunden ca. 200 Watt produziert, kann man damit immerhin sein Handy für zweieinhalb Tage mit Strom versorgen. Wenn der Strom mal ausfällt oder der Strompreis weiter steigt, könnte das „Pedal Power“ noch interessanter werden. Momentan wäre es hauptsächlich für Menschen in der Dritten Welt eine Option, die nur schlechten Zugang zu Elektrizität haben. Wie diese sich eine solche Maschine leisten sollen, ist allerdings eine andere Frage...

    Den Programmieren schwebt aber auch vor, wie das Fahrrad zum Beispiel in Coffee Shops zum Einsatz kommen könnte, so etwa um die Espressomaschine anzutreiben.
    Erste Prototypen des Geräts stehen nun bereits auf einigen Farmen und Brauereien, wo mit dem Fahrrad Soja bzw. Gerste gemahlen wird.
    Nun haben die zwei eine Kampagne gestartet, mit der sie insgesamt 10.000 $ sammeln möchten um Open Source Baupläne zu erstellen und zu verbreiten, sodass jeder diese einsehen und mittüfteln kann. Momentan kostet das Rad nämlich noch ca. 2000$, da die zwei alles pers Hand fertigen müssen. 

    Also, wer von euch noch keine Idee hat was er auf seinen Wunschzettel schreiben soll, wie wäre es mit einem „Pedal Power“ unterm Weihnachtsbaum? ;)

     

    Quelle:

    DIE ZEIT N°49 S. 31

    http://green.wiwo.de/hamsterrad-fuer-menschen-amerikaner-produzieren-mit-fahrrad-strom/
     

Kommentare

9 Kommentare
  • Nugua
    Nugua Tolle Sache! Da würde ich vielleicht endlich freiwillig mehr Sport machen :)
    2. Dezember 2013
  • Lisa18
    Lisa18 Das ist echt eine mega coole Idee!! Nur schade, das es noch so teuer ist. Ich hoffe, das die Idee bald so populär wird und dadurch mehr produziert werden und sie somit günstiger werden.
    2. Dezember 2013
  • Niiura
    Niiura Und gerade weil man für verhältnismäßigwenig (im Bezug auf den Strompreis und so;)) Strom eine ganze Stunde trampeln muss verdeutlicht es ja eigentlich, wie viel Energie eigentlich Wert ist!
    3. Dezember 2013
  • Nina1505
    Nina1505 Ich finde die Idee super, ich hoffe, das diese fahrrad bald billiger wird, denn dann steht es bald in meinem Zimmer :)
    24. Januar 2014