Berichte

Opfer des Klimawandels 15: der Rote Panda

  • Ob Katzenbär, Feuerfuchs, Bärenkatze, Goldhund oder Roter Panda – das „schönste Säugetier auf Erden“ hat ganz schön viele Namen. Als solches bezeichnete ihn sein Entdecker Frederic Cuvier. Der Rote Panda (Ailurus fulgens) gehört wie sein großer Bruder zur Überfamilie der Hundeartigen (Canoidea), ist jedoch der einzige Vertreter der so genannten Katzenbären.


    Der Feuerfuchs kommt nur im Osten des Himalajas und im Südwesten Chinas vor. Seine Heimat sind Asiens dichte Nebel- und Mischwälder sowie die feuchten Täler des Hochgebirges zwischen 1.500 und 4.000 Metern Höhe. Zurzeit unterschiedet man zwischen zwei Unterarten: den Ailurus fulgens fulgens in den Wäldern Nepal, Bhutan, Sikkim und Myanmar im Himalaja - sowie den Ailurus fulgens styani, der die chinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan bewohnt.             

    Ein kleiner Panda ist ungefähr einen Meter lang, das Stockmaß beträgt rund 30 Zentimeter. Die Tiere erreichen ein Gewicht zwischen 4 und 6 Kilogramm und Alter von durchschnittlich 10 Jahren. Berühmt hat den Roten Panda insbesondere sein Fell gemacht – mit schlimmen Auswirkungen. Die Färbung des langen, weichen Fells variiert von einem rotbraunen bis hin zu einem kupferroten Haarkleid, welches selten mit einem gelblichen Stich versehen ist. Der rundliche Kopf der Tiere ist mit einer kurzen Schnauze und mittelgroßen, spitz zulaufenden Ohren versehen. Durch die kurzen Beine mit den nach innen stehenden Pfoten fällt es den Tieren leicht, auf schmalen Ästen zu gehen. Die Tatzen sind mit weißen Härchen dicht behaart, wodurch hervorragende Hafteigenschaften auf feuchten Ästen entstehen. Außerdem wirken sie wärmeisolierend auf Schnee- und Eisfeldern. Der Rote Panda ist dämmerungs- und nachtaktiv – die Tage verschlafen sie gemütlich ausgestreckt in Astgabeln und legen ihre lange Rute schützend vor das Gesicht.

    Ein Grund für dieses Verhalten ist die große Hitzeempfindlichkeit der Kleinen Pandas, denn Temperaturen von über 25° Celsius bereiten ihnen große Probleme. Im gleißenden Licht des Sonnenuntergangs beginnen die Roten Pandas ihre aktive Phase mit einem gründlichen Waschritual – daher rührt auch der Name „Katzenbär“. Obwohl die Roten Pandas äußerst friedliebende Geschöpfe sind, weiß der kleine Feuerfuchs sich durchaus zu wehren. Der Rote Panda gilt als bissig und teilt, bedrohlich auf den Hinterbeinen stehend, mit seinen scharfen Krallen schmerzhafte Prankenhiebe aus.                                                                                  

    Wie sein großer Bruder bevorzugt der Rote Panda Bambus, allerdings frisst er in seltenen Fällen auch Insekten, Jungvögel, Kleinnager und Eier. Eine außergewöhnliche Technik hat der Rote Panda sich zum Trinken ausgedacht: Nachdem er die Tatze ins Wasser getaucht hat, leckt er sie anschließend sorgfältig ab.                                                                                                       

    Was die Fortpflanzung angeht, so sind die Roten Pandas um einiges schüchterner und romantischer als deren große Brüder. Sex im Dunkeln und Kuscheln im winterlichen Neumondlicht sind angesagt. Zwischen Ende Dezember und Mitte Februar sind die Weibchen empfangsbereit, worauf eine Trächtigkeit von 120 bis 140 Tagen folgt. Nach dieser Zeit erblicken 4-6 Welpen das Licht der Welt, momentan noch blind, spärlich behaart und hilflos. Die Mutter prägt sich den Geruch der Jungen genau ein und lässt sie vorerst kaum aus den Augen. Nach einer Woche verlässt sie erstmals das Nest. Nun geht die Entwicklung der Kleinen schnell voran: Mit 30-40 Tagen öffnen sie ihre Augen, nach 12 Wochen verlassen sie zum ersten Mal ihre Geburtsstätte und mit stolzen fünf Monaten kosten sie ihre erste feste Nahrung. Zum Beginn der nächsten Geschlechtsreife vertreibt die Mutter ihren Nachwuchs, um sich auf das nächste Mal vorbereiten zu können.                                                                                                             

    Genetisch ist der Kleine Panda nicht genau einzuordnen, doch Forschungen ergeben Ähnlichkeiten mit Marder, Stinktier und Waschbär. Doch die Einzigartigkeit der Feuerfüchse ist in Gefahr…


    Der Bestand der Roten Pandas beträgt nur noch rund 10.000 Individuen mit abnehmendem Trend. Die IUCN stuft sie auf der roten Liste als „stark gefährdet“ ein. Die größte Bedrohung besteht in der Abholzung der Wälder. Der Lebensraum der Roten Pandas wird zunehmend dezimiert und da die Bevölkerung in den Gebieten des Pandas wächst, steigt auch der Bedarf am Rohstoff Holz. Hinzu kommt das Problem des Klimawandels. Der Rote Panda ist an seine Umgebung perfekt angepasst – doch hat er Schwierigkeiten, mit den klimatischen Veränderungen umzugehen. Aufgrund seiner Hitzeempfindlichkeit muss der Rote Panda noch mehr Zeit in den schützenden Kronen der Bäume verbringen. Doch diese Bäume werden immer weniger. Durch den Klimawandel können die Menschen weiter in den früher noch unzugänglichen Lebensraum der Roten Pandas vordringen und noch mehr Holz roden. Außerdem kommen sie durch den Klimawandel und der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraums immer öfter in Kontakt mit dem Schneeleoparden, ihrem beinahe einzigen natürlichen Feind (Prädator).                                                                                                      

    Zudem trennen immer mehr Straßen den Lebensraum der Roten Pandas in kleine Gebiete auf. Die Folgen sind kleine Population und demzufolge Inzucht. Die Nachkommen sind besonders anfällig gegen Krankheiten. Ein Austausch der verschiedenen Populationen ist kaum möglich.     Hinzu kommt, dass das süße Aussehen des Roten Pandas Wilderer anlockt. Trotz weitreichenden Bemühungen gegen die Wilderei, fallen immer wieder Rote Pandas ihrer eigenen Schönheit und den Wilderern zum Opfer. So werden beispielsweise die Pelze der Tiere nach chinesischerTraditionen vom Bräutigam auf dessen Hochzeit getragen. Neben der direkten Wilderei sind die Fallen zur Jagd auf Wildschweine und Hirsche ein weiteres Problem, denn immer mehr Rote Pandas fallen ihnen schmerzhaft zum Opfer. Ob das „schönste Säugetier auf Erden“ auch noch die nächsten Jahrzehnte in China und den Wäldern und Hochtälern des Himalajas zu finden sein wird, ist ungewiss…


     

    Dies war ein Bericht aus der Berichtreihe: "Opfer des Klimawandels"

    Text: Fabian Nagel

    Bilder: wwf.de

    Quelle: "Die bedrohten Tiere der Erde" (Buch) ; wwf.de ; tierdoku.com ; wikipedia.de
     

Kommentare

8 Kommentare
  • Svea97
    Svea97 Wirklich ein sehr guter Bericht :)
    Und wirklich total traurig, wie der Rote Panda unter der Rücksichtslosigkeit des Menschen zu leiden hat...
    28. November 2013
  • FranziL
    FranziL Die Bilder sind echt süß und der Text tun sein Übriges dazu, dass man die Ausergewöhnlichkeit dieser Tiere wirklich versteht. Ein wirklich sehr gelungener Bericht, sodass man mal wieder sieht, was alles dem menschlichen Egoismus zum O...  mehr
    29. November 2013
  • Puma
    Puma Ich wusste gar nicht,dass die vom Ausstreben bedroht sind.Aber danke für die Info.Aber da sieht man mal wieder,dass diejenigen die nichts für den Klimawandel können am stärksten davon betroffen sind.Deshalb sollten die Politiker endlic...  mehr
    1. Dezember 2013
  • Servamus
    Servamus wusstet ihr, dass der rote panda das logo von firefox ziert? von wegen "fox"... :P
    23. Februar 2014