Berichte

Die Weltrettung beginnt: jetzt.

  • Die alles entscheidende Klimakonferenz, die sogenannte COP15, hat begonnen. "COP" bedeutet: Conference of the Parties, also "Vertragsstaatenkonferenz". "Vertrag" - das klingt doch eigentlich ganz beruhigend, oder? Alle treffen sich und halten sich an die Regeln... So einfach ist es bei den Vereinten Nationen jedoch nicht. In diesem Fall müssen sich die Verteter aus 192 Staaten erst auf einen Vertrag einigen. Dabei kann entweder ein lasches Abkommen herauskommen, oder eine verbindliche Zusage für die Zukunft.

    Der WWF ist natürlich vor Ort. Die Naturschutzorganisation hat ihre besten Klimaexperten, Verhandlungsstrategen und Fachleute nach Kopenhagen geschickt, wo die Konferenz von heute bis zum 18. Dezember stattfindet. Wir versuchen alles, um die Regierungsvertreter zu überzeugen, jetzt die historische Chance von Kopenhagen wahrzunehmen. Und natürlich berichten wir auch für alle Unterstützer vom Konferenzgeschehen.

    Zum Team gehört unter anderem Ashwini von WWF International. Sie wird uns regelmäßig per Video-Blog auf dem Laufenden halten. In ihrer ersten Botschaft geht es um die Frage, wie man bei einer solchen Flut an Diskussionen und Debatten überhaupt den Überblick behalten kann. Ganz einfach: Mit einem Bild. Ashwini und das 'Big Picture':

    Diese Straße zeigt es uns: Bis zu einem Klimavertrag für die Zukunft ist es ein weiter und steiler Weg. Was die Delegierten in Kopenhagen verhandeln, ist streng genommen gar nicht, ob man das Klima schützen sollte oder nicht - da sind sich eigentlich fast alle einig. Es geht mehr um die Frage, wie viele Kurven und Zwischenstopps auf dem Weg zurückgelegt werden sollen. Denn jedes Land möchte bei dieser Gelegenheit auch eigene wirtschaftliche und politische Ziele verwirklichen, oder - um im Bild zu bleiben - die Straße auch durch sein Land führen lassen.

    Klar ist: Je mehr Umwege, Abzweigungen und Autobahnschleifen hinzukommen, desto schwacher wird der Klimaschutz. Der WWF will hingegen als Ergebnis in Kopenhagegen eine Schnellstraße sehen. Das Ziel dieser Strecke: Unter zwei Grad bleiben! Die internationale Staatengemeinschaft muss sich darauf einigen, die globale Erwärmung deutlich unterhalb der Gefahrenschwelle von zwei Grad Celsius zu begrenzen. Alles was darüber geht, bedeutet Klimachaos!

    Hier ist die Roadmap: Die Gruppe der Industrieländer müsste ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken. Die USA müssen vergleichbaren Verpflichtungen zustimmen. Damit die weltweiten Emissionen nicht weiter ansteigen, müssten auch die Entwicklungs- und Schwellenländer Maßnahmen ergreifen und ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um mindestens 30 Prozent unter das "Business-as-usual"-Szenario reduzieren. Dabei müssen sie von den Industrieländern finanziell unterstützt werden.

    "Der Großteil der vorhandenen CO2-Emissionen geht auf das Konto der Industrienationen", erklärt WWF-Klimaexpertin Regine. "Daher müssen diese sowohl bei der Reduzierung der Emissionen als auch bei der Finanzierung die Führungsrolle übernehmen." Es wird also extrem spannend: Sind die reicheren Staaten, darunter auch Deutschland, bereit dafür?

    Wir halten Euch auf dem neusten Stand - hier auf wwf-jugend.de.