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Der Blaukehlara - zu selten auf der Palme!

  • Ein kleines Feuchtsavannengebiet im Nordosten Boliviens ist der einzige Ort der Welt, an dem man noch dem seltenen Blaukehlara (Ara glaucogularis) begegnen kann. Das besondere Gefieder der etwa 75 -85 cm langen Papageien ist auf der Oberseite blau und auf der Unterseite gelborange gefärbt, zudem sind die Wangen und die Kehle der Aras ebenfalls bläulich, was ein wenig wie eine Art Lätzchen aussieht und den Vögeln den Alternativnamen „Blaulatzara“ eingebracht hat. Blaukehlaras leben in Schwärmen und halten sich stets in der Nähe von Gewässern auf. Eine besondere Bedeutung haben für diese Papageienart Palmen, denn zum einen ernähren sich die Blaukehlaras bevorzugt von Palmnüssen, zum anderen nutzen sie, wenn im Dezember die Brutsaison beginnt, Bruthöhlen in den Palmen, um ihre Eier dort abzulegen. Für den Fortbestand der Blaukehlaras ist deshalb auch der Fortbestand der Palmen enorm wichtig, doch um den steht es gerade ganz schön kritisch …

    Weniger als 1000 Blaukehlaras (womöglich nur noch 350) leben noch in freier Wildbahn. Ihr Lebensraum wird zunehmend zu Gunsten von Rinderfarmen gerodet, wobei auch die lebenswichtigen Palmen immer seltener zu finden sind. Zudem werden heute noch regelmäßig Blaukehlaras eingefangen, um illegal als Haustiere verkauft zu werden.

    In Zukunft sollen die Strafen für den Handel mit Blaukehlaras noch weiter verschärft werden. Zudem arbeitet die Loro Parque Fundacion (LPF) seit 1995 zusammen mit der bolivianischen Organisation „Armonía“ an Forschungs- und Schutzprojekten für die kritisch gefährdete Papageienart. Als größter Erfolg kann ein 5.500 ha großes Schutzgebiet namens „Barba Azul Nature Reserve“ gewertet werden, dass 2008 eingerichtet wurde und heute ein hinreichend erforschtes und geschütztes Reservat für Blaukehlaras und andere seltene Vogelarten darstellt. Des Weiteren wurden in- und außerhalb des neuen Reservates hunderte künstliche Nistkästen angebracht, die den immer seltener werdenden natürlichen Bruthöhlen der Aras sehr ähnlich sind, im Reservat wurden zudem 100 zusätzliche Palmen gepflanzt. Auch Bildungsprojekte, vor allem für Kinder, wurden stetig gefördert, um die Bedeutung von Natur- und Artenschutz zu vermitteln und auch auf die rechtlichen Konsequenzen von illegalem Tierfang aufmerksam zu machen. Für die Zukunft ist geplant, auch den Ökotourismus in den Savannen Boliviens zu fördern, dadurch sollen neue Gelder gewonnen werden, um weitere Schutzmaßnahmen zu finanzieren und zu verhindern, dass jedes einzelne Stück der bolivianischen Savanne in Zukunft von Rinderherden durchstreift wird …

    Dies war ein Beitrag aus der Reihe: CR-Porträts

    Text: Rhino (Maxim Podobed)
    Bilder: Wikimedia Commons
    Infos: Wikipedia.de, LoroParque-Fundacion.org
     

Kommentare

12 Kommentare
  • MarcusAg
    MarcusAg Man kann nur hoffen, dass die geplanten Maßnahmen auch dementsprechend ernst angegangen werden und nicht bei einer "Absichtserklärung" in schriftlicher Form bleiben...
    31. Oktober 2013
  • Himbaerchen
    Himbaerchen Schöner Bericht! Ich lieber diese Tiere und finde es so schade, dass der Mensch ihnen den Lebensraum raubt. Manche wissen gar nicht, was sie damit anrichten. Deswegen finde ich es auch sehr gut, dass es viele Schutzorganistionen gibt ;)
    31. Oktober 2013
  • Rhino
    Rhino @Urmeli: Die neu geschaffenen Nistkästen wurden nachweislich von mehreren Blaukehlara-Paaren erfolgreich zur Jungenaufzucht genutzt - man kann also davon ausgehen :)

    Genaue Zahlen habe ich aber leider nicht :/
    31. Oktober 2013
  • MimiAnimal
    MimiAnimal Ein wunderschöner Vogel
    1. November 2013