Berichte

Trotz Regendusche und Pandadiebstahl ein voller Erfolg - Die Roadshow in Freiburg

  • Freiburg, Platz der Alten Synagoge, 9.15 Uhr. Vor uns liegt ein saftig grüner Rasen und ich kann gedanklich schon vor mir sehen, wie sich dort vor einem leuchtend blauen Himmel 1600 Pandas in der Sonne tummeln. Leider hängen dicke graue Wolken über uns und es regnet. Kein guter Tag für einen kleinen Panda aus Pappmaché. Deshalb stehen die schwarz-weißen Bärchen auch noch alle in ihren Regalen. Ein paar Obdachlose beäugen das Geschehen neugierig, während einer ihrer Hunde versucht, ein altes Buch zu fressen.Was die WWF-Mitarbeiter Martin und mir mitteilen, als wir uns vorstellen, ist traurig: Wir müssen umdisponieren. Aufgrund des Wetters gibt es eine etwas reduzierte Variante der Roadshow. Keine Bambushütte, die würde einsinken. Die Besucher wird ein Infostand, ein Basteltisch und eine Art Museum, 1600 Pandas in Reih und Glied in mehreren Regalen, erwarten.
     
     
    Etwas geknickt helfen wir, das Infomaterial an seinen Platz zu bringen und doch noch ein paar Pandas dem Unwetter auszusetzen. Später stoßen auch Sarah und Rebekka dazu und helfen mit. Auch die wenigen Pandas, die wir aus den Regalen nehmen, locken schon eine Menge interessierter Leute an. Bald sind dauernd erfreute Ausrufe wie "Oh guckt mal, überall Pandas!" zu hören. So ist doch etwas Publikum da, als die Roadshow um 11.00 Uhr offiziell eröffnet wird.
     
     

    Wir vier von der WWF Jugend teilen uns auf. Während Martin und Rebekka an einem Infostand über die Kinder- und Jugendabteilungen des WWF informieren, widmen Sarah und ich uns dem Basteltisch für die Kleinen. Es dauert nicht lange, da sammeln sich interessierte Kinder um uns, die eine Tigermaske basteln oder das Pfoten-Stempelquiz machen wollen. Beim Blick in die begeisterten Gesichter ist meine anfängliche Enttäuschung ganz schnell verflogen und als würden die fiesen dunklen Regenwolken merken, dass sie uns nichts anhaben können, schalten sie zunächst das Wasser ab und machen schließlich Platz für Sonnenschein und wenigstens ein Stückchen blauen Himmel. Sobald die Pandas in ihren Regalen von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt werden, hüpfen immer mehr von ihnen auf den Rasen hinunter, wo sie bald immer mehr Besucher anlocken. Bald schon toben Kinder durch die Pandaherde und das Klicken von Fotoapparaten ist allgegenwärtig. Immer neue Pandaformationen entstehen und ich bin beeindruckt von der Kreativität, mit der unsere kleinen schwarz-weißen Freunde immer wieder aufs Neue angeordnet werden.

    Kreativ sind auch die Kinder an unserem Basteltisch. Bald schon entdecken sie, dass man die Pfoten-Stempel ja nicht für das Quiz, sondern auch zur Deko für die Masken nutzen kann und so mancher der kunterbunten Tiger hat plötzlich Rehhufe und Hasenpfötchen in seinem gestreiften Gesicht. Die Stempel erfreuen aber nicht nur die Kleinen, auch eine Gruppe Jugendlicher scharrt sich interessiert um uns und einer der Jungs verlässt unseren Basteltisch mit einem frischen Bärentatzentattoo auf dem Oberarm.

    Während die Kinder fleißig malen und stempeln, komme ich mit einigen Eltern ins Gespräch. Ich freue mich darüber, wie viele sich für LiLu und Young Panda interessieren, durch den Flyer blättern und Fragen stellen. Einige der Kinder sind sogar schon Mitglied und eine Mutter erzählt mit solcher Begeisterung von den Camps, an denen schon alle drei ihrer Kinder teilgenommen haben, dass eine weitere Mutter sofort angesteckt wird.

    Bei Martin und Rebekka geht es etwas ruhiger zu als an unserem Kindertisch, was wohl auch mit der etwas abgelegenen Position ihres Infostandes zu tun hat. Trotzdem unterhalten die beiden sich auch mit einigen interessierten Jugendlichen und die Young-Panda-Flyer und LiLu-Panda-Heftchen sind bald vergriffen. Allerdings ist daran der Hauptinfostand nicht ganz unschuldig, der sich bei den beiden Nachschub geholt hat. Später auf der Zugfahrt nach Hause erzählt Martin mir auch, dass er und Rebekka einige Leute getroffen haben, die von der Roadshow gehört haben und extra dafür nach Freiburg gekommen sind. Dafür haben sie teilweise Anfahrtszeiten von über einer Stunde in Kauf genommen. Ich finde es wirklich schön, zu hören, dass die Aktion so großen Anklang findet.

    Den findet sie auf jeden Fall auch bei den Passanten. Allerdings finde ich es schade, dass sich der Großteil der Leute wirklich lediglich für die Pappmaché-Pandas interessiert. Diese sind natürlich die Hauptattraktion, aber sie führen auch dazu, dass die Frage, die wir an diesem Tag wohl am häufigsten hören, "Kann man sich so nen Panda mitnehmen?" ist. Wenigstens fragen die meisten, anders als zwei Leute, die sich einfach ein Bärchen schnappen und sich damit davon machen. Eine Frau kann von einer WWF-Mitarbeiterin aufgehalten werden, ein Panda verschwindet allerdings auf Nimmerwiedersehen, da wir keinen Securityservice haben. Dafür helfen die Obdachlosen tatkräftig mit, auf die Pandas aufzupassen. Auf dem Weg zum Bahnhof entdecken Martin und ich dann allerdings einen von ihnen, der sich ebenfalls einen Panda angeeignet und diesen mit Mütze und Sonnenbrille dekoriert neben seinem Schlafsack platziert hat. Wirklich jeder will einen der Bären haben und die Teilnahmekarten für das Gewinnspiel, bei dem man seinen eigenen Panda gewinnen kann, werden uns förmlich aus den Händen gerissen. Die Flyer zur Roadshow, in denen die Karten liegen, werden hingegen meist links liegen gelassen. Schade, dass so viele einfach nur auf einen Dekopanda aus sind und sich nicht um den Hintergrund der ganzen Sache und die Arbeit des WWF scheren. Dafür freue ich mich umso mehr über die Jugendlichen, die am Infostand gespannt den Weltrettertest machen. Vielleicht retten diese ja bald mit uns gemeinsam die Welt.

    Zwar lässt uns der Regen nicht die ganze Zeit über in Ruhe und die Pandas müssen so einiges Aushalten und ich bin etwas traurig, weil ich weder Bambushütte noch Tütenflashmob erleben darf, trotzdem habe ich unglaublich viel Spaß, führe interessante Gespräche und freue mich, Communitymitglieder persönlich kennenzulernen. Zum Beispiel auch Skalfaxa, die sich gegen Ende auch zu uns gesellt. Müde, aber glücklich und zufrieden fahre ich nach einem wundervollen Pandatag nach Hause, wo ich es mir nicht verkneifen kann, noch schnell mein Facebookprofilbild in mein persönliches Pandabild zu ändern, bevor ich todmüde ins Bett falle.

Kommentare

9 Kommentare
  • Sandsturm
    Sandsturm Ein sehr gelungener Bericht!
    7. Oktober 2013
  • BioApfelKaetzchen
    BioApfelKaetzchen Toll, dass du gleich nen Artikel geschrieben hast. ^-^ Es war wirklich ein schöner Tag trotz Regen °-°
    7. Oktober 2013
  • Westernpferdle
    Westernpferdle Super toller Artikel! (;
    Ooch Mann, ich bin so traurig, dass ich in Stuttgart nicht dabei sein darf...:(
    Ich hab Schule bis um halb sechs, da kann ich auch nicht nachkommen...
    Schade, so habe ich gar keine Pandas gesehen...:/
    Euch anderen aber in Stuttgar...  mehr
    7. Oktober 2013
  • Nina1505
    Nina1505 Schöner Artikel und schöne Fotos :) Es ist aber wirklich schade, das manche sich nur für die ( wirklich süße ) Dekoration in form von Pandabären interessieren...
    23. Januar 2014