Berichte

Als Asiens Tiere den Wald verließen...

  • Der Mekong ist die Lebensader einer der vielfältigsten und sagenumwobendsten Regionen unserer Erde. Auf seinem Weg ins Südchinesische Meer durchquert er Kambodscha, Laos, Myanmar und schlängelt sich durch Vietnam und China. Die Artenvielfalt in seinem Einzugsbereich ist hoch, aber wie lange noch? Viele der Spezies, die wir heute noch entdecken, haben schon fast keine Zukunft mehr.

    Als eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen der Welt wurde in Asien in den vergangenen 40 Jahren mehr als ein Drittel des Waldes abgeholzt. Der Bestand an Huftieren geht zurück und mit ihnen auch der Tiger, dem seine Beute zunehmend knapp wird. Kahlschlag, Infrastrukturprojekte und auch Wilderei bedrohen viele Arten, bevor diese überhaupt annähernd erforscht sind. Einige von ihnen wollen wir euch in Bildern vorstellen:


    © WWF / Thailand

    Gaur - das Riesenrind
    Die mit einer Körperhöhe von 2,20 Metern größten Rinder überhaupt kamen historisch in ganz Süd- und Südostasien vor. Noch gibt es in der Mekong-Region inselartig verstreute Exemplare in den Wäldern von Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam. In den letzten drei Generationen ging ihr Bestand aber um über 70 Prozent zurück. Sie werden erbarmungslos wegen ihres Fleischs und ihrer Hörner gejagt.


    © Martin Harvey /WWF Canon

    Sambar - Tigers Hauptspeise
    Aus der Familie der Hirsche sind nur Elche und die Wapitis größer als der Sambar – was ihn zur bevorzugten Beute des Tigers macht. Im Mekong-Gebiet geht die Zahl der Hirsche aber massiv zurück. Sie werden wegen Ihres Fleisches und des Geweihs gejagt. Unglücklicherweise erholen sich ihre Populationen nur sehr langsam.


    © WWF / Cambodia

    Wasserbüffel - wild und gefährdet
    Im ländlichen Asien sieht man überall Wasserbüffel als starke Helfer der Bauern, aber wilde Wasserbüffel stehen kurz vor dem Aussterben. Es gibt gerade einmal noch 4.000 Exemplare. Wasserbüffel brauchen als Lebensraum Flüsse, Tümpel und Feuchtgebiete – das meiste davon fiel der Landwirtschaft zum Opfer.


    © Fletcher and Baylis / WWF Greater Mekong

    Banteng-Wildrind - 80 Prozent weniger
    Auch das Banteng-Wildrind mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,90 Metern war ursprünglich weit verbreitet in Asien, ist heute aber etwa in Indien und Bangladesch schon ausgerottet und lebt in der Mekong-Region nur noch in wenigen, isolierten Gebieten. Die Bestände nahmen in den letzten beiden Jahrzehnten um über 80 Prozent ab – erbarmungslos gejagt für Fleisch und Hörner.


    © David Hulse / WWF Canon

    Saola - das Einhorn Asiens
    Das Saola bleibt auch 20 Jahre nach seiner Entdeckung so rätselhaft, dass es schon als Einhorn Asiens bezeichnet wurde. Es lebt in den Bergen von Laos und Vietnam, aber nie bekam es ein Wissenschaftler lebend zu Gesicht. Die Einordnung des Saolas im Tierreich war zunächst unklar und man stellte es sogar in eine eigene Unterfamilie. Genetische Analysen brachten mittlerweile Klarheit: das Saola gehört zu den Rindern. Es gibt nirgendwo auf der Welt ein Saola in Gefangenschaft.


    © Alan Rabinowitz / Panthera /WWF

    Putao-Muntjak - der Mini-Hirsch
    Der Blatthirsch oder Putao-Muntjak wurde erst 1999 von Wissenschaftlern nahe der Stadt Putao im nördlichen Myanmar entdeckt. Der mit nur 12 Kilogramm Gewicht zweitkleinste Hirsch der Welt erhielt seinen Namen, weil er in ein einziges Blatt eingewickelt werden könnte. Inzwischen wurden auch Exemplare im nordöstlichen Indien entdeckt. Der Mini-Muntjak ist aber so selten, dass man noch nicht viel über ihn weiß – außer, dass es ihn gibt.


    © WWF Cambodia

    Schweinshirsch - Der Hirsch, der meint, ein Schwein zu sein
    Mit dem Kopf an der Erde durch den Wald: Das machen nicht nur Wildschweine, sondern auch der Schweinshirsch, den es am Mekong nur noch in winzigen Gebieten in Kambodscha und Myanmar gibt.


    © Georges Broihanne / WWF

    Kouprey - Das Omen
    Der Hunger nach seinem Fleisch und der Markt für seine Hörner wurden dem Kouprey zum Verhängnis. Der graue, in den Wäldern lebende Ochse stand mit seiner Schulterhöhe von 180 Zentimetern und einem Gewicht von 800 Kilo größenmäßig zwischen dem Gaur und dem Banteng. Wir müssen davon ausgehen, dass die Art ausgerottet wurde.

    Der WWF versucht, das Überleben der Huftiere mit einer Reihe von Maßnahmen zu sichern: Der WWF unterstützt die Einrichtung und Durchsetzung von Schutzgebieten, forstet Waldkorridore auf, kämpft gegen verheerende Infrastrukturprojekte, fördert nachhaltige Forstwirtschaft – und bekämpft die Wilderei. Alleine in Vietnam werden von lokalen Kräften des WWF jährlich über 14.000 Fallen zerstört. Das hilft nicht nur den seltenen Huftieren, sondern auch ihren Jägern, wie dem Tiger.

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    Detailiertere Informationen zu Asiens Huftieren findet ihr hier.
    Titelbild: Annamiten-Gebirge. © Leonid Averyanov / WWF Greater Mekong

Kommentare

4 Kommentare
  • vince
    vince Guter Bericht!
    Die Abholzung ist ja so gut wie überall auf der Welt schon ein Problem und es ist echt schade, dass das auch kein Ende findet.
    Wahrscheinlich dem seltenen Vorkommen dieser hier vorgestellten Spezies zufolge habe ich auch noch nie etwas...  mehr
    17. September 2013
  • killerwal
    killerwal toller bericht!!!!! :o)
    ich habe leider von diesen tieren noch nie etwas gehört und bestimmt wenn wir so weiter machen, würden mein kinder es nichtmal lernen. ich bin froh über das projekt dort gibt und hoffe das die populationen wieder ansteigen.
    19. September 2013
  • PeddyTiger
    PeddyTiger Ich finde es echt traurig, dass die Tierbestände bereits derart reduziert wurden, dass man über viele Arten fast gar nichts weiß. Das wäre doch echt eine bereicherung für die Menschheit, die die Tiere ausrottet ;(((
    22. September 2013
  • Lisa18
    Lisa18 Vielen Dank für den Bericht! Das sind echt supersüße Tiere:) Wie Killerwal schon sagte, kenne ich die Tiere auch nicht und wenn es so weitergeht wird es sehr schwer bzw. unmöglich noch etwas über die Tiere herauszufinden und Ande...  mehr
    16. Oktober 2013