Berichte

14. September 2013: Die "Fantastic Four" in Fulda

  • Es war ein bewölkter Samstagvormittag in Fulda um kurz vor elf. Mein Vater hatte mich samt dringend benötigtem Tisch in die Stadt gefahren. Wir wollten uns „Unterm Heilig Kreuz“ vor der Stadtpfarrkirche treffen. Da noch niemand dort war und ich nicht genau wusste wohin ich mit dem Tisch sollte, beschloss ich den anderen Richtung Bahnhof entgegen zu laufen.


    Schon nach einigen Metern bin ich dann Marcel, Alina und Ines begegnet.
    Auf dem Weg zum Auto, wo noch der Tisch auf uns wartete, hatten wir Zeit uns einander vorzustellen. Wir holen den Tisch ab und machen mit meinem Vater eine Uhrzeit aus, wann er ihn wieder abholen kann.


    Als nächstes galt es einen Platz zu suchen und dort unseren Stand auf zu bauen. Wir standen auch dann mehr hinter als vor der Kirche, aber trotzdem gut, denn wir standen an einer Art Verkehrsknotenpunk für Fußgänger.


    Der Tisch war schnell aufgebaut, das WWF – Jugendbanner auf zu hängen stellte uns vor ein größeres Hindernis. Auf einer Seite befestigten wir das Banner oben und unten mit dem WWF – Jugendklebeband an einer Straßenlaterne, auf der anderen Seite machten wir die obere Ecke an einem Kirchenfenster, die untere Ecke an einem schweren Karton mit Flyern fest – natürlich alles mit unserem Superklebeband.


     

    Die baulich größte Herausforderung war jedoch unser Regenschutz. Alina hatte eine Art Sonnensegel für den Garten mitgebracht, das man eigentlich mit Stangen im Boden befestigt. Das ging auf dem gepflasterten Untergrund natürlich nicht, also klemmten wir die Stangen in Rillen am Boden und kleben sie anschließend mit Klebeband am Tisch fest.


    Als unser Unterstand stand, begann die eigentliche Arbeit.
    Während Marcel und ich Infozettel – und hefte der Klima – Allianz an Passanten verteilten, blieben Alina und Ines am Stand und gaben WWF – Jugendmagazine, Aufkleber und Buttons an Kinder und Jugendliche aus.


    Marcel kam dabei mit Greenpeace – Aktivisten ins Gespräch, die ihren Stand unweit von unserem aufgebaut hatten. Als er uns erzählte, dass die nicht mal wussten, dass heute Klima – Aktionstag ist, waren wir alle ziemlich überrascht.


    Es nieselte und die meisten Leute hatten es ganz schön eilig an uns vorbei zu kommen. Trotzdem werden wir einige Zettel los, zumindest bis es anfängt wie aus Eimern zu regnen. Unser Regenschutz deckte den Tisch nur bedingt ab und unsere improvisierte Abdeckung aus auseinander geschnittenen Müllbeulten (ich weiß nicht wirklich öko, aber was hätten wir sonst tun sollen) konnte die Wassermassen nicht aufhalten.

    Also half nur noch eins: Retten was noch zu retten ist und ab unter einen trockenen Dachvorsprung!


    Marcel lehnte sich dabei an eine rote Hauswand an, und schon war der Rücken seines vorher weißen WWF – T – Shirts rot.


    Als es gegen 13 Uhr endlich aufhört zu regnen, geht es auch mit unserer Aktion bergauf. Es kamen nun mehr Leute durch, die dank etwas Sonnenschein auch viel entspannter waren und eher bereit waren uns zu zuhören.


    Am Nachmittag, die nächste Flaute und wir kamen aus Langeweile so auf allerhand Blödsinn, was das Wahlplakat neben uns direkt zu spüren bekam.

    Er hatte nur Augen für die WWF-Jugend

    Er hatte nur Augen für die WWF-Jugend            Mit mir 0 Tiger nach der Wahl


    Ansonsten konnten wir auch einige wertvolle Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel, dass man mit dem Satz: „Heute ist Klima – Aktionstag, wir verschenken heute unsere Magazine“, die meisten Hefte verteilen kann, oder dass Mütter mit Kleinkindern sehr dankbar für Sticker und Buttons sind, die die lieben Kleinen endlich ruhig stellen.


    Zu den interessantesten Erfahrungen gehörte für mich, dass sich überzeugte Atomkraftbefürworter für unsere Forderungen interessierten, Stammwähler der Grünen aber nicht.


    Am Ende sind wir alle Hefte der Klima – Allianz und den Großteil der dazu gehörigen Flyer losgeworden. Auch die meisten Jugendlichen haben sich für uns und unsere WWF – Jugendmagazine interessiert.


    Gegen 17 Uhr bauten wir ab, mein Vater dann wollte eh mich und den Tisch abholen. Die Greenpeace – Leute waren bereits weg.


    Wir hängten das Banner ab, bauten den Tisch zusammen und lösten das Klebeband von allem, wo wir etwas damit fest gemacht hatten. Am Ende fixierten wir damit noch die völlig durchweichten Kratons um sie vor dem Auseinanderfallen zu bewahren.


    Danach verabschiedeten wir uns zufrieden von einander, verbunden mit der Hoffnung uns bald wieder zusehen.


    So hatten wir einen durchwachsenen, aber schlussendlich erfolgreichen Tag in der Fuldaer Altstadt.


    Text: LSternus
    Bilder: MarcelB
     

Kommentare

9 Kommentare
  • AlinaSky
    AlinaSky Klasse Bericht! War ein toller Tag mit euch ( und Michael Brand xD) und wie ich finde trotz einiger Schwierigkeiten doch sehr gelungen! :)
    16. September 2013
  • Marielle
    Marielle Oh ich wäre wirklich sehr gerne dabei gewesen :( Klasse, dass das doch noch alles so gut geklappt hat und mit schlechtem Wetter kennen wir uns ja mittlerweile aus ;)
    17. September 2013
  • Kawaii
    Kawaii Mein Bruder hat mir nur Gutes von dem Tag erzählt, ist also ziemlich gelungen. Ich fande es ja lustig, dass sie die meisten Hefte mit dem Spruch „Heute ist Klima – Aktionstag, wir verschenken heute unsere Magazine“ losgeworden sind.
    19. November 2013
  • Servamus
    Servamus Find ich echt cul, was ihr da macht. Ich wünschte, ich würde mich das auch getrauen! Na ja, vlt. kommt ein Aktionsteamer bald mal in unsere Nähe!
    23. Februar 2014