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Bhutan - der erste Bio-Staat der Welt


  • Bhutan will der erste Bio- Staat der Welt werden.
    Das Land mit ca. 700.000 Einwohnern, das ungefähr so groß ist wie die Schweiz, will nur noch mit biologischem Anbau laufen. Eine richtige Umstellung ist das eigentlich nicht. Pestizide, Herbizide oder chemische Düngermittel würden nur wenig Akzeptanz in der Bevölkerung finden und würden nur auf 1,5 % des Agrarlandes verwendet werden, sagt Kesang Tshomo, die das Bio- Programm in Bhutan leitet.
    In dem Himalaya Königreich leben 35 % der Bevölkerung in Städten; über 60 % der Einwohner leben von der Landwirtschaft. Es gibt rund 2.000 Bio-Bauern und viel mehr, die sich nur nicht so nennen.
    Die Entscheidung, sagt Bhutans Agrarminister Pema Gyamtsho, sei praktischer und philosophischer Natur gewesen: In dem bergigen Land würden Pestizide leicht fortgespült und schädigten das Wasser. „Zugleich sind wir Buddhisten. Wir glauben an ein Leben in Harmonie mit der Natur. Tiere haben dieselben Rechte wie wir und wir mögen es, wenn Pflanzen und Insekten glücklich sind.“                                        

                                                                             


    Das Glück spielt generell eine große Rolle für die Menschen in Bhutan. Das Land misst sein Bruttosozialglück, das seit 2008 als Ziel in der Verfassung verankert ist. Denn trotz der Armut hat König Jigme Singye Wangchuk in den 70er Jahren verfügt, dass das persönliche Glück des Einzelnen wichtiger sei als eine Steigerung des Bruttosozialprodukts.
    Die Bevölkerung soll so glücklich wie möglich leben können.
    Auch der Umweltschutz ist in der Verfassung festgeschrieben. Den Schülern wird vermittelt, wie wichtig der Umweltschutz ist. 60 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz, insbesondere die einzigartigen Himalayawälder, die in Nepal oder Tibet rücksichtslos abgeholzt wurden. Brandrohdung ist bei Strafe verboten. Wer in Bhutan einen Baum fällt, muss zwei dafür nachpflanzen. Das Land hat sich dazu verpflichtet, für immer CO2- neutral zu bleiben. Jetzt sind sie sogar CO2-negativ.
    Bis heute gibt es nur drei Straßen in den Süden nach Indien und keine einzige in den Norden nach China. Werbung und Plastiktüten sind verboten, Fernsehen gibt es erst seit 19999 (Bhutan ist somit das letzte Land, bei dem es eingeführt wurde.) und Mobiltelefone sind seit 2004 erlaubt.
    Nun will der Staat den Einklang mit der Natur noch verbessern und nur noch Bio-Produkte anbauen lassen.
    Es gebe keine Deadline für die Umstellung, verriet Gyamtsho der Zeitung The Guardian. „Wir erreichen es von Region zu Region und von Ernte zu Ernte.“

                 Quellen: 3sat online Mediathek, Schrot& Korn. de, Wikipedia, agrarheute.com, Quarks&Co

     

Kommentare

13 Kommentare
  • Jayfeather
    Jayfeather wow, das hört sich doch mal toll an :)
    wenn das alles so umgesetzt wird ist das echt super. vor allem auch das mit dem glücklich leben :)
    da könnte ich glatt hinziehen. ;)
    1. September 2013
  • Zweitagsfliege
    Zweitagsfliege @Jayfeather: Vielleicht besser nicht... Viele Leute dort sind relativ arm und die Kinder sind auf das Schul-essen angewiesen...
    1. September 2013
  • Tigerleni
    Tigerleni Total interessant!! Super Bericht!
    Danke :-)
    3. September 2013
  • 4lexSchneegans
    4lexSchneegans @ zweitagsfliege
    Der ist eig. ziemlich einfach zu finden wenn du den Titel weißt
    @jayfeather
    Als Tourist ist es sehr teuer und als entwicklungshelfer wird man selten angenommen, aber man verdient dort Geld.
    Falls du noch mehr wissen willst kannst ...  mehr
    5. September 2013