Berichte

Leben auf Pump - seit 30 Jahren

  • Ab heute, dem 20. August, leben wir für den Rest des Jahres 2013 "auf Pump", denn wir haben bereits die gesamten Ressourcen ausgenutzt, die unser Planet innerhalb eines Jahres regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Die Menschheit zehrt für die kommenden vier Monate von den stillen Reserven der Erde.

    Damit ist der "Welterschöpfungstag" (Englisch: Overshoot Day), der sich aus Berechnungen des Global Footprint Networks ergibt, um zwei Tage im Kalender nach vorne gerutscht. Im vergangenen Jahr reichten die Ressourcen noch bis zum 22. August. Dieser Trend ist auch deshalb so dramatsich, weil die Menschheit bereits seit 30 Jahren mehr Ressourcen verbraucht, als nachhaltig vorhanden.

    "Die größte Schuldenkrise der Menschheit ist der Raubbau an natürlichen Ressourcen. Wir leben jedes Jahr mehrere Monate auf Kredit", warnt Christoph Heinrich, Leiter der Naturschutzabteilung beim WWF Deutschland. "Doch irgendwann müssen auch wir unsere Schulden bei der Natur begleichen - und die Tilgungszinsen werden immer höher." Klimawandel, Artensterben, Wassermangel und der Kollaps der Fischbestände seien klare Anzeichen dafür, dass der Planet unter der Übernutzung leidet. "Bis Ende des Jahres brauchen wir wohl über 150 Prozent der verfügbaren Ressourcen", erklärt Christoph.

    Die Verantwortung für die Übernutzung des Planeten tragen laut WWF vor allem die reichen Länder. "Die bittere Ironie ist, die ärmeren Länder sind am wenigsten für die Übernutzung des Planeten verantwortlich, leiden aber am stärksten unter den Folgen", so Christoph. "Doch auch in den gemäßigten Breiten werden wir immer stärker von Naturkatastrophen heimgesucht. Wir sitzen im selben Boot und müssen uns der Herausforderung stellen."

    Um der Bedrohung zu begegnen, fordert der WWF, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 global auf mindestens 40 Prozent zu steigern, die Waldvernichtung zu stoppen und den Artenschwund aufzuhalten. Generell müssen Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten der Menschheit umweltfreundlicher werden, so der WWF. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten haben die Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche Mobilität.

    Diese Infographik des WWF zeigt Dir, wie der Overshoot Day berechnet wird und warum wir so viel Ressourcen verbrauchen.

    Wir würden gerne von euch wissen: Wie würdet ihr die Welt verändern, wenn ihr die Politik und Wirtschaft bestimmen könntet? Wie sähe eurer Weltrettungsplan aus, wo würdet ihr zuerst ansetzen, um die "Überschuldung" der Menschheit bei der Natur zu beenden?

Kommentare

14 Kommentare
  • Naturfreund2.0
    Naturfreund2.0 Warum verrbrauchen wir so viel? Vieleicht kann man weniger aus dem Ausland verkaufen?
    Außerdem sollte man wenieger Auto fahren....
    21. August 2013
  • Naturfreund2.0
    Naturfreund2.0 Warum verrbrauchen wir so viel? Vieleicht kann man weniger aus dem Ausland verkaufen?
    Außerdem sollte man wenieger Auto fahren....
    21. August 2013
  • alischmi
    alischmi Wenn ich Politiker wäre, dann würde ich, so wie die anderen, vorallem bei den Ländern "anpacken", die extrem viel Reserven der Umwelt in Anspruch nehmen. Ich denke auch, dass das vorallem die USA ist. Viele Einwohner von der USA f...  mehr
    21. August 2013
  • alischmi
    alischmi Wenn ich Politiker wäre, dann würde ich, so wie die anderen, vorallem bei den Ländern "anpacken", die extrem viel Reserven der Umwelt in Anspruch nehmen. Ich denke auch, dass das vorallem die USA ist. Viele Einwohner von der USA f...  mehr
    21. August 2013