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Olinguito - ein frisch entdecktes Raubtier!

  • Eine der wohl unbekanntesten Raubtiergattungen ist sicherlich die, der so genannten Makibären oder auch Olingos. Diese, nur in Süd- und Mittelamerika heimischen Baumbewohner mit rundlichem Kopf, langem Schwanz und großen Augen sind durch ihre scheue, nachtaktive Lebensweise äußerst schwer zu beobachten oder zu erforschen, sodass die verschiedenen Olingo-Arten bis heute zahlreiche Rätsel bergen, was ihr Verhalten, ihr Verbreitungsgebiet oder auch ihre Ernährung angeht.

    Nun kam allerdings eine Untersuchung von ausgestopften Makibären zu dem überraschenden Ergebnis, dass es neben den fünf bekannten Arten noch eine sechste geben muss, die sich von den anderen durch ein dichteres Fell und durch eine geringere Körpergröße unterscheidet, mit einer Länge von 32 bis 40 Zentimeter und einem Gewicht von nur etwa einem Kilogramm gehört die neu identifizierte Art definitiv zu den Winzlingen unter den Raubtieren.

    Gefunden wurden diese etwas anderen Olingos vor mehreren Jahrzehnten in den hohen Anden Kolumbiens und Ekuadors. Die neue Art wäre damit die einzige unter den Makibären, die in Höhen von über 2.000 Meter über dem Meeresspiegel zu Hause ist, doch ob die mysteriöse Spezies heute überhaupt noch in freier Wildbahn anzutreffen ist, war bis vor kurzem völlig unklar. 

    Nun aber brachte eine Expedition in die nördlichen Anden spektakuläre Erkenntnisse: Die neue Art, die von den Wissenschaftlern als Anden-Makibär oder Olinguito (Bassarycicon neblina) bezeichnet wird, gibt es tatsächlich noch heute. Olinguitos sind wie alle anderen Makibären nachtaktiv und verbringen nahezu das gesamte Leben in Bäumen. Ihre Nahrung besteht zum größten Teil aus Früchten, wobei aber auch Insekten immer wieder gerne verzehrt werden.

    Doch die Wissenschaftler stellten auch fest, dass der Olinguito höchstwahrscheinlich vom Aussterben bedroht ist, da bereits über 40% seines potentiellen Lebensraumes für Äcker und Siedlungen abgerodet wurde.

    „Die Nebelwälder der Anden sind eine Welt für sich, gefüllt mit Arten, die nirgendwo sonst zu finden sind und von denen viele gefährdet sind. Wir hoffen, dass der Olinguito zu einem Botschafter für die Nebelwälder Ecuadors und Kolumbiens wird und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese entscheidenden Lebensräume lenkt“, sagt Dr. Kristofer Helgen, der Wissenschaftler hat nicht nur die Erforschung des Olinguitos geleitet, sondern auch schon vorher bei diversen aufwendigen Expeditionen insgesamt über 100 neue Säugetierarten entdeckt, darunter Mäuse, Ratten und eine Känguruart auf Papua-Neuguinea, sowie eine Flughundart auf Samoa.

    Die Entdeckung des Olinguitos zeigt uns, dass die Welt noch nicht völlig erforscht ist und noch nicht alle ihre grundlegenden Geheimnisse aufgedeckt sind“, merkt Helgen an und hat damit sicher nicht Unrecht, denn allein im vergangenen Jahr wurde u. a. der kleinste Frosch der Welt auf Papua-Neuguinea, sowie eine neue Affenart in den Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo entdeckt, all diese vormals unbekannten Spezies sind natürlich nicht nur für die Wissenschaft von hoher Bedeutung, sondern auch für den Artenschutz, denn wie Helgen bereits anmerkte, kann die erhöhte Medienpräsenz der neu entdeckten Geschöpfe enorm dabei helfen, eine breite Masse für den Schutz der zumeist gefährdeten Lebensräume zu sympathisieren … ob auch der Olinguito dauerhaft von seiner Entdeckung profitieren wird und mit ausgeprägteren Schutzmaßnahmen zu rechen hat, wird sich in Zukunft zeigen!

    gez. Maxim Podobed 2013 

Kommentare

11 Kommentare
  • AlexButterfly
    AlexButterfly Ich freu mich immer wieder, wenn eine neue Art entdeckt wird! :)
    Was es wohl noch für Tiere gibt, von denen wir nichts wissen?
    naja, ich hoffe zumindest, dass er nicht gleich wieder vom Aussterben bedroht ist, bevor er eigentlich so richtig aufgetaucht ist!
    5. September 2013
  • Sebomaster
    Sebomaster Ich find es toll, dass immernoch so süße Tiere gefunden werden :D
    7. September 2013
  • NelEng
    NelEng ich hoffe, dass bald ein großer, am besten sogar ein sehr großer Schritt geschaffen wird, damit nicht mehr so viele Wälder abgeholzt werden und wir im Verlauf der nächsten "was weiß ich wie viele Jahre" noch viele neu...  mehr
    9. September 2013
  • SvenW1994
    SvenW1994 Schöner Artikel. Anstatt irgendwelche Satelliten für ein paar Millionen ins All zu schicken, sollten wir lieber mal unsere Regenwälder und Meere erforschen. Da wissen wir wenigstens sicher, dass da was lebt. Und es ist viel näher dran....  mehr
    9. Mai 2016