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Der Haifischhandel boomt

  • Haie zählen zu den erfolgreichsten Jägern unseres Planeten. Schon seit etwa 450 Millionen Jahren ziehen sie durch die Meere und Ozeane der Erde. Aber inzwischen hat sich aber das Blatt gewendet. Die Jäger sind zu Gejagten geworden. Sie sind begehrt wegen ihres Fleisches, ihrer Innereien und vor allem wegen ihrer Flossen.

    Verstärkter Schutz für fünf Haiarten

    Etwa 70 Millionen Haie werden nach Schätzung der Welternährungsorganisation FAO jährlich gefangen. So viele, dass Umweltschützer um den Fortbestand mehrerer Unterarten fürchten. "Viele Haiarten pflanzen sich sehr langsam fort. Daher sind sie auch besonders anfällig für Überfischung", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF. 

     

    Seit über 20 Jahren versucht der WWF Einschränkungen und mehr Transparenz im Handel mit bestimmten Haiprodukten zu erzwingen. Im März 2013 einigten sich die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES CoP16) darauf, fünf besonders bedrohte Arten künftig stärker zu schützen, um sie so vor der Ausrottung zu bewahren. Dabei handelt es sich um den Weißspitzen-Hochseehai, den Heringshai sowie drei Hammerhaiarten. Alle werden vor allem wegen ihrer Flossen gejagt (Infografik).


    Haifischjagd: Die Fangmengen und Handelsrouten 

    "Dass es gelungen ist, diese Haiarten im internationalen Handel zu reglementieren, ist ein großer Erfolg für die stark bedrohten Fischarten. Damit siegt der Artenschutz über kulinarische Begehrlichkeiten und wirtschaftliche Interessen. In der Vergangenheit scheiterte der verstärkte Haischutz immer an dem Widerstand der großen Fischereinationen", sagt Volker Homes.

    Um die beschlossenen Handelsrestriktionen besser beobachten zu können, hat das Artenschutznetzwerk TRAFFIC eine Studie veröffentlicht. Diese wertet erhobenes Datenmaterial von 2000 bis 2009 aus und analysiert vor allem die Handelsrouten sowie die Fangregionen.

    Demnach sind Indonesien und Indien die beiden unrühmlichen Spitzenreiter. Etwa ein Fünftel der welt-weiten Fangmengen gehen auf das Konto der beiden Nationen. Mit Spanien, Frank-reich und Portugal gehören aber auch drei EU-Mitglieds-staaten zu den 20 größten Haifangnationen. Spanien ist zudem auch der Spitzenreiter bei der Ein- und Ausfuhr von Haiprodukten. 

    Finning: Die grausame Jagd auf Haifischflossen

    Die Haifischflossensuppe gilt in Asien als eine besondere Delikatesse. Daher zählen die Finnen, die markanten Rückenflossen der Haie, inzwischen zu den teuersten Fischereiprodukten und werden global gehandelt. Die größten Märkte dafür befinden sich in Hongkong, Japan und Taiwan. Allein Hongkong importierte zwischen 2000 und 2009 über 100.000 Tonnen Haifischflossen. Je nach Qualität kann ein Kilogramm bis zu 650 US-Dollar einbringen.

    Gewonnen werden die begehrten Flossen durch das sogenannte "Finning". Dabei werden den gefangenen Haien die Flossen abgeschnitten und sie noch lebend und blutend wieder ins Meer geworfen, woraufhin sie im Wasser verbluten.

    Im Juli hat die Europäische Union das "Finning" als Reaktion auf die verheerenden Auswirkungen der Überfischung innerhalb der EU verboten.
    Auch mehrere Fluggesellschaften, darunter Air New Zealand, Cathy Pacific, Korean Air, Qantas und Asian Airlines, haben angekündigt, zukünftig keine Haifischflossen als Fracht transportieren zu wollen.

    Fotos: 

    © naturepl.com 

    © Doug Perrine / naturepl.com / WWF 

    © Doug Perrine / naturepl.com / WWF

    © David Löwe

    © Jeff Rotman / naturepl.com / WWF-Canon

    Dieser Text wurde am 13. August vom WWF Deutschland veröffentlicht.
    http://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/haie/haifischhandel-boomt/

Kommentare

6 Kommentare
  • anne.toni
    anne.toni Ich finde deinen Hinweis auf die jetzigen Reaktionen der Fluggesellschaften sehr interessant! Darüber habe ich gar nicht nachgedacht, obwohl es natürlich einleuchtend ist, dass wie so oft auch der Transporteur quasi ein Zwischenhändler ist,...  mehr
    16. August 2013
  • AlinaSky
    AlinaSky Es ist so grausam! Wenigstens geht die Eu einen Schritt um die Tiere zu schützen! Hoffen wir, das noch viele Staaten folgen!
    16. August 2013
  • Chamaeleonmuetze
    Chamaeleonmuetze Das ist so grausam..wie können wir menschen so etwas machen...
    18. August 2013
  • FriedaRockt
    FriedaRockt Hoffentlich folgen in der nächsten Zeit ein paar andere Staaten. Ich mein spätestens wenn man sich den Film Sharkwater angeguckt hat oder Bilder und Daten wie diese sieht muss da doch etwas klingeln.
    19. August 2013