Berichte

Polencamp 2013

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     Störche, nette Leute, leckeres Essen, viele Tiere, Sonnenaufgänge, Natur. Das war das Polencamp 2013.

     

    20.7. , 8 Uhr morgens am Jugendgästehaus Hauptbahnhof in Berlin. 12 Jugendliche stehen mit ihrem Gepäck vor dem Eingang der Jugendherberge und warten auf die Teamer des Camps, Torsten und Steffi. 
    Zusammen mit ihnen geht es dann los. Zunächst nur bis zum Hauptbahnhof, ca. 800 m entfernt. Auf dem Weg dorthin werden die anderen erst einmal neugierig angeschaut. Einige haben die Nacht im Jugendgästehaus verbracht und hatten schon die Möglichkeit sich ein wenig kennen zu lernen. Der Rest reiste erst an diesem Morgen an.


    Am Bahnhof angekommen gibt es schon die erste Überraschung: Wir bekommen prominenten Besuch ! ;) Denn Marcel wird mit nach Polen fahren.
    Als der Zug einfährt beginnt unsere lange Fahrt nach Bialowieza. Schon das einsteigen in den Zug wird ein Abenteuer. Unsere Rucksäcke und Taschen versperren den kompletten Gang und auf dem Weg zu unseren Plätzen gibt es Gegenverkehr. Als wir endlich auf unseren Plätzen sitzen (wir hatten drei Abteile für uns) fangen manche erst einmal an zu frühstücken und die ersten Gespräche beginnen. Gesprächsthema in „meinem“ Abteil mit Tosten, Steffi, Paulina, Rebecca und Marcel war Geburtstagskind Leo oder war es doch Lorenz? Nachdem die erste Geburtstagskarte an die falsche Person adressiert war (Marcel dein Namensgedächtnis ist unglaublich :D) muss eine Zeckenkarte herhalten, die allerdings von uns allen kreativ verschönert wird. Zumindest in diesem Abteil ging es sehr fröhlich zu und es wurde viel gelacht. (Von den anderen Abteilen hab ich nichts mitbekommen.)

    In Warschau müssen wir umsteigen und fahren weiter nach Bialystok. Dort lernen wir unseren neuen Zeitvertreib kennen : 10 000. Ein super Würfelspiel, in dem einige irgendwie immer recht weit hinten lagen ( ich will jetzt keine Namen nennen ;D)
    Abends kommen wir schließlich am Bahnhof in Bialystok an und werden von unserem „Guide“ Piotr und seinem Sohn Artek abgeholt. Von ihnen werden wir ins kleine Dorf Gruszki gebracht, in dem wir unsere ersten Tage verbringen.

    Am nächsten Morgen fahren wir in den Nationalpark Bialowieza. Dort werden wir durch den letzten Urwald Europas geführt. Tadeusz, der uns durch den Wald führt, kann uns zu allen Pflanzen etwas sagen und auf jede unserer Fragen hat er eine Antwort. Und schon sehen wir den ersten Vogel, der zwar als ungefährdet gilt, aber dennoch selten zu sehen ist : den Dreizehen Specht
    Und noch ein Highlight: Luchsspuren! Tadeusz meint zwar, dass sie auch von einem Hirsch stammen könnten. Aber wir sind uns alle einig, dass sie von einem Luchs sind.
    Außerdem sehen wir vor dem Waldgebiet auf einer Wiese einen Neuntöter, ein kleiner Vogel, der seine Beute oft auf auf Dornen aufspießt.

    Torsten, Steffi und Marcel im Nationalpark Bialowieza

     

    Zurück in Gruszki gehen die meisten von uns mit Piotr auf eine Wiese in der Nähe um den Sonnenuntergang zu beobachten.

    Ansonsten wird an diesem Abend Fußball gespielt, Lagerfeuer gemacht und viel geredet und gelacht. Schon nach diesem zweiten Tag habe ich das Gefühl, die Gruppe seit Ewigkeiten zu kennen.

    Um vier Uhr Morgens heißt es dann für alle die wollen: Wisente beobachten. Das frühe Aufstehen lohnt sich. Denn schon an der ersten Lichtung sehen wir eine große Herde der Tiere. Jedoch relativ weit entfernt, sodass man ohne Fernglas nicht viel erkennen kann. Doch wir haben Glück! Als wir an einer zweiten Lichtung vorbeifahren steht eine kleine Herde von jungen Bullen auf einmal da. Piotr schafft es sogar noch näher heranzufahren, sodass man sie auch ohne Fernglas gut erkennen kann.

     

    Außerdem finden wir Wolfsspuren! Direkt im Dorf. Ganz in der Nähe unseres Hauses. Den dazugehörigen Wolf können wir aber leider nicht entdecken.

    Nach dem Frühstück besuchen wir einen Förster, der uns etwas über die Förstereien und die Forstwirtschaft vor Ort erklärt. Der Satz der mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist: „Liebe baut Zukunft.“
    Danach fahren wir zum Fluss „Narew“ den wir mit Kajaks entlang paddeln. Nass werden wir alle etwas, doch Johannes, Lorenz und Leo erwischt es wohl am schlimmsten. Zuerst gehen sie freiwillig baden. Als sie fertig sind müssen sie zu dritt in einem Zweierkajak fahren, da Vincent beschloss nicht länger auf Leo zu warten und weiterfuhr. Es kommt wie es kommen muss und schon sind sie wieder nass. Doch diesmal leider auch alles, was noch trocken war.

    Leo (im Wasser) und Vincent


    Unsere geplante Tour können wir letztendlich doch nicht beenden, da es relativ kalt geworden ist und viele erschöpft sind. Zusammen entscheiden wir uns die Tour an dieser Stelle zu beenden.
    Dafür müssen wir unsere Kajaks aber erst über eine Kuhweide tragen. Da Piotr mit uns gepaddelt ist, kann zunächst nur ein Teil der Gruppe von Artek abgeholt werden. Der Rest von uns sitzt im Regen und würfelte mal wieder, während wir darauf warteten von Piotr abgeholt zu werden.

    Auch die WWF Jugend Fahne überstand die Tour nicht unbeschadet.

    Zurück in Gruszki essen wir selbstgemachte Pizza und beendeten so diesen ereignisreichen Tag.

    Am Dienstag wollen wir eine Wanderung quer durch den Wald machen. Piotr möchte, dass wir lernen mit einem Kompass umzugehen. Daher drückt er uns eine Karte und einen Kompass in die Hand und sagt : „Wir müssen nach Osten.“ Also geht es los. Als Erster übernimmt Jannis die Führung. Auf dem Weg durch den Wald entdecken wir viele Pflanzen und Federn, die wir Piotr unter die Nase halten mit der Frage „Was ist das?“ Und Piotr guckt es sich eine Sekunde an und sagt zum Beispiel : „Wollgras“ oder „Feder von Haselhuhn“. Wir überqueren einen reißenden Fluss, der in einer tiefen Schlucht liegt... Naja ganz so war das nicht, trotzdem hatten wir viel Spaß dabei das kleine Flüsschen zu überwinden. (leider kein Bild... vielleicht kommt später noch eins)
     

    Dann übernehmen Jana und Anna die Führung und wir begeben uns langsam auf den Rückweg. Als wir an eine sumpfige Stelle kommen gibt es wieder etwas zu lachen.
    Eigentlich haben wir unsere Moorwanderung noch vor uns aber Marcel will wohl schon mal testen wie es sich anfühlt im Schlamm zu versinken. Bei seiner Rettungsaktion verliert auch Rebecca ihren Gummistiefel, aber letztendlich stehen wir alle wieder auf sicherem Boden.

    Immer mittendrin für die WWF Jugend.

    Marcel ist schon mal draußen... jetzt fehlen nur noch seine Gumistiefel.

    Seit einiger Zeit laufen wir durch den Wald, als Piotr plötzlich stehen bleibt und pfeift. Kurz darauf hört man eine Antwort. Aufgeregt läuft er los und ruft „Alle mitkommen!“ Wir eilen ihm hinterher, bis wir den Aufenthaltsort des Vogels gefunden haben. Und nach langer Suche sehen wir ihn dann auch: den Sperlingskauz.
    (klingt ungefähr so : http://www.youtube.com/watch?v=vPyxQr9YCPs)
    Nachdem wir ihn eine Zeit lang beobachtet haben geht es weiter und wir kommen am Nachmittag wieder in Gruszki an.
    Dort spielen wir mal wieder Fußball und schnitzen uns unser eigenes Wikingerschach (auch Kubb genannt).
    Da es unser letzter Tag in Gruszki ist, müssen wir alle unsere Vorräte aufbrauchen. Daher wollen wir ein Buffet machen, zu dem jeder etwas beitragen soll. Es wird ein wahres Festessen.
    Brennesselsuppe, Wildpflanzensalat, Pfifferlinge, Rührei und Nudelauflauf. Außerdem gibt es Kartoffeln, die wir ins Feuer werfen und Äpfel, die wir in Zucker tränken und übers Feuer halten. 

    Da bekommt man direkt wieder Hunger...

    Am nächsten Tag heißt es dann Abschied nehmen von Gruszki. Nach dem Frühstück brechen wir auf und machen uns auf den Weg nach Gugny, dem wahrscheinlich kleinsten Dorf Polens (1 Einwohner).

    Wir unterbrechen unsere Fahrt für einen Besuch einer Tomatenfarm und eines Imkers, bei dem einige ein Glas Honig kaufen.
     

    Außerdem besuchen wir Treblinka, ein ehemaliges Vernichtungslager. Eine Stunde lang können wir uns diesen Ort allein oder mit den anderen zusammen ansehen.
    Als wir wieder bei den Autos sind ist es schwierig aus dieser nachdenklichen und traurigen Stimmung wieder heraus zu kommen. Dabei helfen uns einige Mädchen aus Israel, die den grünen Bus so toll finden, dass sie Fotos mit ihm machen wollen. Da gibt es wieder viel zu lachen.

    Nach einigen Stunden Fahrt, vielen Störchen, einem Schlangenadler (2 Brutpaare in Polen!) umherfliegenden Erdnüssen und Honig und einer Vollbremsung erreichen wir endlich Gugny wo wir mit herrlichem Essen erwartet werden. Da wir die ganze Fahrt lang gegessen haben, haben wir eigentlich gar keinen Hunger aber zu diesem Essen kann man einfach nicht nein sagen.

     

    Am Donnerstag steht die Moorwanderung an. Vorher fahren wir jedoch noch zu einem Aussichtsturm und beobachten Elche. Wirklich viel erkennen kann man zwar nicht, aber auf dem Weg zu einem Holzsteg, der ins Moor führt sehen wir eine Elchkuh mit Kalb. Und zwar ganz nahe!



    Für die Moorwanderung ziehen wir Gummistiefel an, die wir mit Klebeband an unseren Hosen befestigen. Wer will seine Gummistiefel schon im Moor verlieren? Dann geht es los. Nachdem viele die anfängliche Vorsicht hinter sich gelassen haben gibt es ausgedehnte Schlammschlachten.
    Wieder einmal gibt es unglaublich viel zu lachen.

    Torsten steckt fest...

    Torsten, Jana und Johannes im Schlamm. 

    Um 3 Uhr morgens geht es weiter. Wir wollen Bibertour machen und um Biber sehen zu können muss man früh am Fluss sein. Da das Boot höchstens zehn Personen tragen kann kann nur die Hälfte der Gruppe mitkommen. Die andere Gruppe macht die Tour am nächsten Tag.
    Biber sehen wir kaum und wenn nur ganz kurz, aber auch so lohnte sich die Tour.

    Nach dem Frühstück fängt unsere zweite Kajaktour an. Sie verläuft recht gemütlich und wir erreichen alle früher oder später einen kleinen Ort, indem wir noch ein Eis essen. (Eis hat es also doch gegeben, Panda! ^^)

    Zum Abschluss des Tages wird Fußball gespielt. Teamer gegen Teilnehmer. 5:1 für die Teilnehmer endet das Spiel.

    Die nächste Bibertour verläuft etwas erfolgreicher als die erste.

    Biber bei der Arbeit.

    An diesem Tag fahren wir zu einem kleinen Teich, an dem wir Frösche und Kröten beobachten.

    Danach fahren wir weiter in einen Ort in dem wir einkaufen. Von dort aus geht es zu den Bienenfressern. Wieder einmal haben wir Glück und können diese wunderschönen Vögel aus der Nähe sehen.

    Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen seltenen Vogel : einen Schwarzstorch!

    Die Nacht verbringen die meisten von uns auf einem Aussichtsturm. Der Sonnenaufgang ist wie immer wunderschön.

    Der Sonntag beginnt mit einer großen Reflektionsrunde, in der wir unter anderem unser Wunsch- Campprogramm entwerfen. Nachmittags fahren wir zu einer kleinen Badestelle und genießen unseren letzten Tag.
    Abends sitzen wir noch lange am Lagerfeuer und können uns gar nicht vorstellen, dass es schon vorbei sein soll.

    Montag. Der Tag der Abreise. Die Rückfahrt verläuft etwas stiller als die Hinfahrt, da der Zug leider keine Klimaanlage besitzt (oder wir haben sie einfach nicht bemerkt) und wir kurz vor dem Hitzetod stehen ;D. In Warschau steigen wir wieder um und können für kurze Zeit die kalte Bahnhofshalle genießen.
    Ohne Zwischenfälle erreichen wir Berlin und müssen uns verabschieden. Ein paar von uns bleiben noch eine Nacht im Jugendgästehaus, die anderen fahren gleich weiter. Der Abschied fällt schwer, denn es war eine wunderbare Zeit, mit wunderbaren Leuten.

     Auf unserer Fahrt sahen wir hunderte von Störchen, deshalb hier noch ein Foto :)

    Danke an Torsten und Steffi, dass sie dieses Camp geleitet haben. Und natürlich auch an Piotr und Artek, die uns überall hingefahren haben.
    Danke an alle Leute, die mitgefahren sind. Es war einfach genial mit euch ! :) 

     

     

    Bild  Titelbild,3,4,5,7,8,10,11,14,15,16,17,18,19,20,22,23,25 : Jana

    Bild 2 : Leo

    Bild 9,13 : Paulina

    Bild 21, 23, 24 : Maren

     

Kommentare

17 Kommentare
  • Gallina und LSternus gefällt das
  • Monamona
    Monamona @alischmi: Meine Rede... Ich will auch mal mit! :)
    10. August 2013
  • Marcel
    Marcel Ach, und das Tor zum 1:5 von uns Teamern, das werd ich auch nie vergessen! :D
    12. August 2013
  • vince
    vince Ach wie schön, jetzt ist der Bericht ja schon wieder auf der Startseite... geschickt als Anzeige verpackt:)

    Wer hat das Tor der Teamer denn eigentlich noch gleich geschossen?
    13. August 2013
  • screamingeagle
    screamingeagle Würde mich nicht wundern, wenn es sich dabei um Torsten handeln würde XD

    Stimmt, das mit dem Bericht habe ich auch schon gesehen. Aber der aus Schweden ist auch echt super!
    14. August 2013