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Die Wiese auf unserem Teller - Hier geht's zu den Tipps und Rezepten!

  • Liebe Community, diejenigen von euch, die das WWF Jugend Magazin bekommen, haben vielleicht schon den Link unter dem Artikel „Die Wiese auf unserem Teller“ entdeckt. Hier kommt nun der Artikel dazu. Bitte entschuldigt die Verspätung!


    Gänseblümchen
    Gänseblümchen kann man im Ganzen vertilgen. Kopf Stiel und Blätter sind gleichermaßen bekömmlich. Am besten schmecken die Blumen allerdings, wenn sie noch weitestgehend geschlossen sind und die Lilafärbung zu sehen ist. Dann sind sie noch nicht so bitter. Im Salat stellen sie nicht nur eine geschmackliche Abwechslung dar, sondern sind nebenbei auch sehr dekorativ ;o)

    Gänseblümchen und Spitzwegerich mit Blüte.

    Löwenzahn
    Aus Löwenzahn lässt sich eine ganze Reihe an Köstlichkeiten zaubern! Beginnen wir bei den Blättern. Nicht nur Kaninchen haben erkannt, dass vor allem die jungen Blätter frisch und knackig schmecken. Im Salat sind sie eine leicht bittere Ergänzung mit tollem Zackenmuster! Die Wurzeln des Löwenzahn können als Muckefuck, also Ersatzkaffee getrunken werden. Hierzu werden die Wurzeln zuerst gut gewaschen und in gleichgroße Stücke geschnitten, dann im Backofen geröstet (15 Minuten, 220 °C) und anschließend, nach dem Abkühlen, gemahlen. Ein Teelöffel des Löwenzahnpulvers wird dann in einer Tasse mit kochend heißem Wasser übergossen und nach fünf Minuten wird der Satz durch ein Sieb geschüttet. Löwenzahnkaffee ist ein bisschen bitterer als Bohnenkaffee, aber mit Zucker oder Honig kann man seiner Bitterkeit ein wenig entgegenwirken.
    Und warum sollen wir hierzu nicht gleich Löwenzahnhonig benutzen?? Es gibt viele Rezepte zur Herstellung, hier kommt ein Beispiel:
    Wir brauchen drei Hände voll Löwenzahnblüten. Die werden im Topf mit einem Liter Wasser aufgekocht und über Nacht stehen gelassen, um durchzuziehen. Die Flüssigkeit wird dann durch ein Sieb gefiltert, wobei die Blüten gut ausgedrückt werden sollten. Dann wird ein halbes Kilogramm Zucker hinzu gegeben, außerdem die Flüssigkeit einer halben Zitrone. Das ganze kommt wieder auf den Herd und soll bei kleiner Hitze eindicken, was eine Zeit lang dauern kann. Mit dem Löffel kann immer wieder probiert und die Konsistenz überprüft werden. Fertig ist der Schmaus, wenn er Honig-Konsistenz erreicht hat. Im Glas abgefüllt hält sich der süße Sirup ca. ein Jahr.

    Löwenzahn mit leckeren Blüten und tollen Wurzeln!

    Brennnessel
    Brennnesseln sind nicht nur gemeine stechende und Pustel-erzeugende Pflanzen, sondern auch vielfältig in der Nutzung. Vor allem aber sind Brennnesseln gesund!! Ihr Vitamin C Gehalt ist ungefähr siebenmal höher als der einer Orange! Auch Magnesium und Kalzium sind reich vertreten. Davon wollen natürlich auch wir profitieren. Zum Beispiel durch das Trinken eines leckeren Brennnesseltees. Vor allem die jungen, noch kleinen Blätter ganz oben an der Pflanze eignen sich für einen wohltuenden Aufguss. Um nicht von der Brennnessel attackiert zu werden, können zum Abzupfen der Blätter Handschuhe oder Tücher verwendet werden. Wenn man sie dann gut abreibt verlieren die Brennhaare ihre Wirkung. Das heiße Wasser zerstört sie ebenfalls, der Tee kann also gefahrlos getrunken werden ;o)
    Es lässt sich außerdem ein leckerer Brennnesselspinat aus den jungen Blättern herstellen! Dazu werden die Blätter mit heißem Wasser übergossen und gleich danach in kaltem Wasser gekühlt. So wird die grüne Farbe konserviert. Nun werden die Blättchen leicht ausgepresst und fein gehackt. Parallel wird eine Mehlschwitze mit Butter und Mehl vorbereitet, die mit Sahne aufgegossen wird. Die gehackten Blätter werden dann hinzugegeben und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Zwiebeln und Muskatnuss gewürzt. Lecker!

    Knoblauchrauke
    Die Blätter der Knoblauchrauke schmecken genauso – nach Knoblauch und das merkt man schon beim Zerreiben der Blätter. Da das Aroma allerdings schnell verfliegt, sollten sie schnell gegessen werden. Auch sie eignen sich super als Salatbeigabe! In den langen Kapseln der Pflanze bilden sich die Samen. Sobald die Kapseln eine dunkle Färbung haben sind sie reif. Zermahlen erinnern die Samen im Immeren an den Geschmack von Pfeffer.

       

    Die Brennnessel (links) mit ihren gezackten Blättern und weißlichen Blüten. Die Knoblauchrauke (rechts) mit breiten Blättern, kleinen weißen Blüten und hier noch grünen Kapseln.

    Spitzwegerich
    Zerreibt man die schmalen langen Blätter, mit der parallelen Blattnervatur zwischen den Fingern, tritt schon bald ein Saft aus. Er wirkt desinfizieren und auf kleinen Wunden auf der Haut verhindert er das Eindringen von Keimen. Die Blätter eignen sich aber auch als Beigabe im Salat. Sie schmecken allerdings ein wenig bitter. Außerdem lassen sich die ganz jungen unscheinbaren braunen Blüten essen. Wenn sie noch kurz und fest stehen schmecken sie am besten! Ihr Geschmack erinnert an den von Champignons.

    Spitzwegerich mit seiner parallelen Blattnervatur.

    Bärlauch
    Bärlauch ist eine wirklich leckere Pflanze. Auch sie schmeckt nach Knoblauch und riecht auch so. Aber Vorsicht!! Man darf sie keinesfalls mit den ähnlich aussehenden Maiglöckchen verwechseln! Es kommt immer wieder zu Verwechslungen mit anderen Pflanzen und dann auch fast immer zu einem Aufenthalt im Krankenhaus! Die Blätter der Pflanzen ähneln sich sehr, die Blüten allerdings lassen sich gut auseinanderhalten.
    Der intensive Geschmack des Bärlauch nach Knoblauch peppt so manchen Salat und auch eine leckere Pesto auf! Ebenso lässt er sich in Dips und Kräuterbutter verarbeiten.
    Bärlauch steht nicht unter Naturschutz, allerdings ist das Sammeln in geschützten Gebieten untersagt. Um den Bestand aufrecht zu erhalten, wird empfohlen von jeder Pflanze nur ein Blatt zu entfernen und die Zwiebeln im Boden lassen.

    Bärlauch mit saftigen nach Knoblauch schmeckenden Blättern und bereits verblühten weißen Blüten.


    Wichtiger Hinweis!! Bitte vergewissert euch immer, ob es sich bei Pflanzen, die ihr draußen pflückt, wirklich um die Pflanze handelt, die ihr meint gepflückt zu haben! Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann esst sie lieber nicht! Außerdem solltet ihr sie vor dem Vertilgen gut waschen und allgemein vom Pflücken an (vielbefahrenen) Straßen oder Gegenden mit vielen Hunden absehen ;o)
     

Kommentare

12 Kommentare
  • Janine
    Janine Du kannst die Brennnessel auch als Salat essen. Damit sich dich nicht verbrennt, kannst du die Blätter in ein Handtuch legen und mit einem Nudelholz drüberrollen. Dann kannst du gefahrlos zubeißen! :o)
    2. August 2013
  • Morgentau
    Morgentau Okay, danke Janine!
    5. August 2013
  • Puma
    Puma Danke für die ganzen Tipps. :) Ich glaub,ich werd manches davon mal ausprobieren. :)
    17. August 2013
  • Helen1698
    Helen1698 Danke für die super Tipps! :) Ich finde das sehr interessant, was man so alles mit Kräutern und Grünzeug, das so am Wegesrand wächst, machen kann! :)
    7. November 2013