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Artenschutz-Erfolg am Mekong - 100 Weichschildkröten ausgewildert!

  • Kaum eine Tiergruppe hat weltweit mehr unter der zerstörerischen Ader des Menschen zu leiden, als die der Schildkröten. Fast jede Art ist trotz internationalen Schutzmaßnahmen durch illegale Fischerei, sowie durch Umwelt- und Wasserverschmutzung akut in ihrem Fortbestand bedroht, so auch die Asiatische Riesenweichschildkröte (Pelochelys cantorii), ein mit bis zu zwei Meter Länge durchaus stattlicher Süßwasserbewohner, der vor allem durch seine rüsselartige Schnauze und seinen extrem weichen Panzer auffällt.

    Vor einigen Jahrzehnten war diese Schildkrötenart noch in den unterschiedlichsten Gewässern rund um die asiatischen Tropen zu finden, doch da das Fleisch der gewaltigen Reptilien sich zunehmend zur begehrten Delikatesse entwickelte, ging der Bestand durch intensive Bejagung immer stärker zurück, bis man die Art 2007 für nahezu ausgestorben erklärte.

    Nur noch eine Handvoll Exemplare konnte 2007 am Mekong-Fluss im Osten Kambodschas geborgen werden, doch was schier unglaublich scheint:

    Diese kleine Population konnte sich bis heute in Gefangenschaft nahezu verhundertfachen und schon vor wenigen Monaten stand für 100 ausgewählte Jungexemplare bereits der lang erhoffte Weg zurück in die Freiheit an! 

    Ermöglicht wurde die aufwendige Aufzucht- und Auswilderungsaktion durch engagierte Helfer der Naturschutzorganisation Conservation International (CI), diese arbeiteten nicht nur daran, den Bestand der seltenen Panzertiere in geschützten Aufzuchtsbecken wieder aufzustocken, sondern knüpften auch Kontakte zu lokalen Gemeinden und Fischereiverbänden, mit denen sie erfolgreich Maßnahmen zu einer nachhaltigeren Bewirtschaftung des lebenswichtigen Mekong-Flusses erarbeiteten, und das mit merklichem Erfolg: anstatt Schildkröten zu jagen, sind die Fischer in der kambodschanischen Provinz Kratie, in der die letzten Weichschildkröten einst entdeckt wurden, mittlerweile aktiv daran beteiligt, Schildkrötennester ausfindig zu machen, zu melden und zu behüten, dadurch konnten in den letzten Jahren immer wieder neue Wildexemplare aufgespürt werden!

    Conservation International bemüht sich neben dem Schildkrötenschutz auch darum, einen modernen Ökotourismus zu fördern. Mit dieser Maßnahme sollen nicht nur neue Arbeitsplätze für die sozial schwache lokale Bevölkerung entstehen, die Umweltschutzorganisation hofft zudem auch, dass ihr Aufzucht- und Auswilderungsprojekt durch den Tourismus eine noch viel stärkere internationale Aufmerksamkeit erlangen kann, die derart unbekannten Arten, wie der Asiatischen Riesenweichschildkröte nur recht selten zuteil wird!

    Die 100 jungen Panzerträger, denen nun im Mai 2013, nachdem sie von buddhistischen Mönchen gesegnet und von Conservation International-Mitgliedern als geschützte Art markiert wurden, die Auswilderung in den Tiefen des Mekongs bevorstand, sollen nun, nach all der mühsamen Aufzucht zu einem erheblichen Anstieg der fast völlig ausgelöschten Wildpopulation beitragen. “Diese Schildkröten würden ohne strikte Schutzmaßnahmen bald aus der Welt verschwinden“, sagt Tracey Ferrell von Conservation International, in der Hoffnung, dass die ambitionierten Schutzbestimmungen in Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung auch weiterhin ihren bisherigen Erfolg zeigen werden … 

    Text: Rhino (Maxim Podobed)
    Bilder: © Daniel Mietchen
    Quellen: http://www.conservation.org/newsroom/pressreleases/Pages/New-Home-Largest-Rarest-Freshwater-Turtles-Opens-Cambodia.aspx
    http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article116504685/100-Riesenweichschildkroeten-in-Kambodscha-ausgewildert.html

     

     

Kommentare

8 Kommentare
  • PeddyTiger
    PeddyTiger Da kann man sehen, dass wenn man etwas wirklich will, das auch schafft ;) das klingt unglaublich, dass nachdem die Art fast ausgestorben ist, man es doch noch geschafft hat sie zu retten.
    Traurig ist, dass sie ohne Unterstützung nicht überleben ...  mehr
    21. Juli 2013
  • Rhino
    Rhino @ PeddyTuger: Es ist vergleichsweise schnell, kam aber auch nicht von jetzt auf gleich. Die Organisation hat den Menschen deutlich gemacht, dass die JAgd ein schweres Verbrechen ist, das auch geahndet wird, zudem unterstützen buddhistische Mönch...  mehr
    21. Juli 2013
  • Animalfriend
    Animalfriend Schön mal wieder eine richtig gute Nachricht zu lesen :)
    Hoffentlich kann sich der Bestand weiter gut erholen!
    22. Juli 2013
  • Wasserjunge
    Wasserjunge Schöner Bericht ;)
    Echt schön, dass sich diese ganzen Bemühungen gelohnt haben. Hoffen wir auf ein schnelles Wachstum der letzten Population! :)
    22. Juli 2013