Berichte

Haste mal Bambus? (20) - Krach in der Pandafamilie.

  • Wie die WWF Jugend den Osten rockt, warum es Pandas auch im Meer gibt und wieso man keine Tiere essen darf - die Welt hier drinnen und da draußen mal drastisch-pandastisch!

     

    Ich sinke erschöpft aber glücklich in mein Sofa. Das war ein langer, aber erfolgreicher Tag! Die WWF Jugend hat sich wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Aber ich komme natürlich nicht dazu, den Tag revue passieren zu lassen - es klingelt an meiner Tür. Wer kann das denn um die Uhrzeit sein? Seufzend schlurfe ich zum Eingang. Als ich öffne, steht ein fuchsteufelswild fuchtelnder Panda vor mir. In seiner rechten Tatze hält er ein winziges Handy, das beinahe in seinem Fell verschwindet.

    "Niemand hat gesagt, dass es einfach werden würde!", brüllt er ins Telefon, während er ganz selbstverständlich die Wohnung betritt, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich folge ihm ins Wohnzimmer. Er bleibt in der Mitte des Raumes stehen und schreit noch immer. Ich bin etwas perplex - so wütend habe ich ihn noch nie erlebt. Normalerweise wäre ihm die ganze Aufregung doch viel zu anstrengend. Ich hole aus Sicherheitsgründen schon mal eine Packung Bambusstangen aus dem Küchenschrank.

    Als ich wiederkomme, hat er das Gespräch beendet. Völlig entrüstet sieht er mich aus seinen kleinen dunklen Augen an, die sich immer mehr verengen. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und sehe ihn fragend an. "Frauen!", bricht es aus ihm heraus. "Du hast Kontakt zu Frauen?", frage ich überrascht. "Natürlich! Meine Schwester sitzt doch zuhause in China". Kurze Stille - ich starre den Panda an. "Du hast eine Schwester?!", platzt es schließlich aus mir heraus. "Jaja.. lange Geschichte", sagt der Panda und winkt mit der Tatze ab. "
    "Lass mich raten", sage ich zum Panda, "es sieht so aus, oder?"

    Der Panda schmunzelt wie ein Gentleman. Ich habe also ins Schwarze getroffen. Missverständnisse zwischen Frauen und Männern existieren also auch in der Tierwelt. "Sie will mich unbedingt besuchen kommen, weil ich es ihr damals vor meiner Abreise versprochen habe. Aber dabei verbraucht das doch so viel CO2!", stöhnt der Panda. "Da muss ich Dir Recht geben", stimme ich dem Panda zu. "Weißt Du", sage ich, "eigentlich müsste das bei euch so friedlich aussehen, wie in diesem tollen Video von unserer Kamerafalle!"

    Pandas sind schon knuddelig, denke ich mir, während wir die Aufnahmen ansehen. Wie toll das erst zur Panda Road Show werden muss! 1600 Pappmaché Pandas in 25 Städten Deutschlands. Das wird der tollste 50.Geburtstag, den sich der WWF nur vorstellen kann. Scheinbar wirke ich etwas weggetreten, denn der Panda stupst mich plötzlich etwas schwungvoll von der Seite an und ich kippe von der Sofalehne. "Spinnst Du?", schreie ich den Panda an, während ich aufspringe. Der Panda schaut in die Luft und versucht zu pfeifen. Ich ziehe einen Schmollmund.

    Wr ignorieren uns kurz, jeder sitzt auf einer Seite des Sofas. "Woran hast Du denn gedacht?", fragt der Panda ganz beiläufig und starrt weiter das Bild an meiner Wand an. Ich gebe kurz einen murrenden Ton von mir, um meinen Unmut auszudrücken. "An die Panda Road Show im Sommer", antworte ich. "Was ist damit?", will der Panda wissen. "Das wird einfach nur bombastisch.. nein warte! - pandastisch!", schwärme ich und male es mir in Gedanken schon aus. "Immer mehr Jugendliche schreiben mir und wollen wissen, wie sie genau bei der Panda Road Show helfen können", erzähle ich dem Panda. "Das ist ja klasse!", freut er sich. "Nächste Woche werde ich einen Artikel veröffentlichen, in dem wir noch mehr über den Ablauf verraten", berichte ich dem Panda von meinem Vorhaben. Der Panda streckt seinen sechsten Finger nach oben, als würde er den Daumen hoch zeigen. Ich nehme das als Lob.

    "Kennst Du eigentlich schon den Panda aus dem Meer?", wechselt der Panda plötzlich das Thema. Ich sehe ihn etwas ratlos an und zucke mit den Schultern. Panda aus dem Meer? Was ist das denn schon wieder für eine Schnapsidee? Der Panda kramt in seinem Bauchfell und zieht ein Bild hervor.

    Ich betrachte den Orca zwei Minuten und nicke zustimmend. "Du hast recht. Er sieht Dir sehr ähnlich", sage ich ganz ruhig und bestimmt. "Du hast wohl nicht mehr alle Blätter am Bambus, oder was? Ich wiege doch keine 6 Tonnen!", schimpft der Panda völlig entrüstet. Ich hebe die Hände in einer abwehrenden Geste. "Viel fehlt aber nicht mehr", setze ich noch etwas kleinlaut hinzu. Der Panda schlägt empört die kurzen Beine übereinander und verschränkt die Tatzen.
    "Du brauchst gar nicht so doof zu gucken", stichel ich den Panda. "Du hast schon ganz schön zugelegt, seid Du hier in Berlin bist". "Konnte ja keiner ahnen, dass es hier so tollen Kuchen gibt!", nörgelt der Panda zurück. Stille.

    "Warum bist Du eigentlich so spät zuhause heute?", will der Panda plötzlich wissen.
    "Ich war in Leipzig zur Ökofete. Das war einfach nur grandios! So viele verschiedene Stände und Menschen, ein super Wetter und die WWF Jugend wieder mittendrin! Leipzig wird die neue Aktionsmetropole", zwinkere ich dem Panda zu. Er macht ein wichtiges Gesicht. "Hier schau, ein kleiner Vorgeschmack auf dem kommenden Artikel zur Ökofete!", sage ich und zeige ihm das Bild mit Marcel, Antonia und mir.

    Der Panda nickt anerkennend. "Wie immer hervorragend", lobt er. "Ich bin gespannt, was ihr alles erlebt habt", sagt er und klickt die Fotos auf meiner Kamera der Reihe nach durch. Schnell nehme ich sie ihm aus den Tatzen. "Wirst Du wohl nicht schummeln? Du darfst die Fotos auch erst sehen, wenn sie die Community gesehen hat!", schimpfe ich und erhebe den Zeigefinger. "Die wird davon bestimmt genauso begeistert sein, wie von euren letzten Aktion in Leipzig für die Elefanten", grinst der Pandabär. "Da fällt mir ein, gabs dort überhaupt tolle Sachen zu essen?", fragt er neugierig und fängt dabei an mit der Nase zu schnuppern, als hätte ich noch was im Rucksack versteckt.

    "Na logisch! Lauter geniale leckere Häppchen. Vegan, vegetarisch, kunterbunt", erzähle ich dem Panda von all den angebotenen Köstlichkeiten. "Kein Fleisch?", fragt er enttäuscht und sieht mich deprimiert an. "Seit wann isst Du denn bitte Fleisch?!", antworte ich ihm perplex mit einer Gegenfrage. "Gar nicht, schließlich darf man keine Tiere essen. Das weiß sogar der kleine Luiz Antonio!"

    "Mensch Panda! Jag mir doch nicht so einen Schrecken ein!", sage ich und stupse den Panda in die Seite. "Siehst Du", sagt der Panda, "und deshalb machen wir uns jetzt einen schönen Bambussalat zum Abendbrot!" Ich überlege kurz. "Vorschlag angenommen!" Der Tag endet genauso, wie er begonnen hat - bambusbärenstark!

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    Hier geht's zur Folge vom letzten Sonntag: Ein Panda kommt ins Schwärmen (19)

     

Kommentare

7 Kommentare
  • AlexButterfly
    AlexButterfly wirklich lustig & interessant geschrieben! :)
    17. Juni 2013
  • Jayfeather
    Jayfeather der panda erinnert mich irgendiwie an das kängeru aus den känguruchroniken :D
    einfach genial. und das video mit dem kleinen jungen ist super süß :)
    17. Juni 2013
  • kubra.onal
    kubra.onal Ist der süß. DEFINITIV zukünftiger WWF-Mitglied!
    18. Juni 2013
  • Marielle
    Marielle Also erstmal sind die Löwenfotos der Hammer.
    Aber wie süß ist bitte das denn? das sind Tiere. Man darf sie nicht essen. OH MEIN GOTT! Und wie süß, dass die Mutter weint. Ich glaube, ich als Mutter könnte nach dem Vortrag ke...  mehr
    19. Juni 2013