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Global Assessment Report des Weltbiodiverisitätrats

  • Am 4. Mai wird die siebte Vollversammlung des internationalen Weltbiodiversitätsrats (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, kurz: IPBES) mit der Genemigung des Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services enden, der ersten globalen Studie zum Zustand der Natur und der Ökosysteme seit dem Millenium Ecosystem Assessment im Jahr 2005. Die Ergebnisse des Berichts, der am 6. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, werden ein Weckruf an die Politik und Wirtschaft sein.

    Die Natur ist unsere Lebensgrundlage: sie bietet uns Essen, Wasser, Luft, Medizin sowie körperliches und geistiges Wohlbefinden | © WWF-Indonesia/Victor Fidelis Santosa¹

    Bis zu eine Millionen Tier- und Pflanzenarten sind laut dem 1.800 Seiten starken vorläufigen Bericht vom Aussterben bedroht. Dreiviertel der Landflächen haben sich durch den Mensch gravierend verändert. Die Meere sind deutlich überfischt, ein Drittel der Meersfischbestände ist rückläufig. Durch das Aussterben von bestäubenden Insekten sind Ernten im Wert von über einer halben Billionen US-Dollar bedroht. Sir Robert Watson, Präsident des IPBES, warnt angesichts dieser alamierenden Zahlen: "Die Belege sind unbestreitbar: Die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme hat ein Niveau erreicht, das unser Wohlergehen mindestens genauso bedroht wie der durch den Menschen verursachte Klimawandel."

    "In Paris steht Politik und Wirtschaft ein deutlicher Weckruf bevor. Wie schon der letzte Living Planet Report des WWF Ende 2018 wird auch der IPBES-Bericht zeigen, dass der Raubbau an der Natur zu Lande und im Wasser rapide voranschreitet." kommentiert Günter Mitlacher, Leiter Internationale Biodiversitätspolitk beim WWF Deutschland die Bedeutung des Berichts. Mit diesem Raubbau an der Natur gefährdet die Menschheit ihre eigene Lebensgrundlage. "Der Mensch steht nicht über den ökologischen Netzwerken, sondern ist fest mit ihnen verwoben." sagt Mitlacher. Die ökonomische Wertschöpfung dieser ökologischen Vielfalt wird auf jährlich 125 Billionen US-Dollar geschätzt. Diese unschätzbare Wertschöpfung der Natur für den Menschen zu beschützen, ist laut Watson eine Aufgabe, die die Menschheit über Jahrzehnte beschäftigen werde.

    Wälder bieten zahlreichen Arten einen Lebensraum und spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel | © Wild Wonders of Europe / Maurizio Biancarelli / WWF²

    Nach der Veröffentlichung des Berichts stehen Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft in der Verantwortung. Sie müssen die Ergebnisse der Studie ernst nehmen und konsequent in ihren Entscheidungen berücksichtigen. Möglichkeiten dazu gibt es im kommenden Jahr 2020 genug: Schlüsselentscheidungen stehen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommen, den Sustainable Development Goals und zu einem neuen globalen Rahmenwerk für Biodiversität und die Natur bis 2030 (New Deal for Nature and Humanity) an.

    Die Studie wurde in einem Zeitraum von drei Jahren von über 150 führenden Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen erstellt. Weitere 250 Expertinnen und Experten haben ergänzende Beiträge geliefert. Der IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium, dass sich mit der biologischen Vielfalt beschäftigt und dessen Bedeutung für das Thema in etwa mit dem Weltklimarat IPCC verglichen werden kann. Der IPBES mit Sitz im UN-Campus in Bonn zählt insgesamt 132 Mitgliedsstaaten. Mehr als 1.000 Wissenschaftler weltweit tragen zur Arbeit des IPBES bei. 

    Update: Am 6. Mai 2019 wurde die Studie zum Zustand der Ökosysteme der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, Stellungnahmen von Expertinnen und Experten sowie vom WWF könnt ihr im Bericht Alarmierende Studie zum Zustand der Ökosysteme nachlesen.

    Was du tun kannst:

    Beim World Economic Forum in Davos 2019 wurde Voice for the Planet von der Initiative Global Shapers ins Leben gerufen. Voice for the Planet soll die globale Bewegung sichtbar machen, die einen New Deal for Nature and Humanity fordert. Der Aufruf wird von Organisationen wie dem WWF und dem IPBES unterstützt. Deine Stimme kannst du hier hinzufügen: Voice for the Planet

    Und zum Schluss gibt es hier noch fünf Schritte, mit denen du selbst einen konkreten Beitrag leisten kannst, um unseren Planeten zu retten:

    Quellen und weiterführende Informationen

    IPBES Secretariat: IPBES Global Assessment Preview.

    The Straits Times: UN report stresses urgent need for nature rescue plan.

    WWF Deutschland: Weckruf für Politik und Wirtschaft.

    WWF Deutschland: Weltbiodiversitätsrat (IPBES) nimmt Arbeit auf.

    WWF International: Landmark report on state of biodiversity to give a wake-up call to policymakers.

    ZEIT ONLINE: Artensterben so gefährlich wie der Klimawandel.

    Bildnachweise

    ¹ WWF: Landmark report on state of biodiversity to give a wake-up call to policymakers, Zugriff am: 01. Mai 2019.

    ² WWF: Landmark report on state of biodiversity to give a wake-up call to policymakers, Zugriff am: 01. Mai 2019.

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