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Der Kampf gegen Armut und Klimawandel geht in die zweite Runde

  • Hast du schon mal überlegt, wie viel Geld du durchschnittlich pro Tag ausgibst? Ich glaube, bei jedem von uns kommt da ganz schön was zusammen – das Leben ist schließlich teuer. Natürlich sind da Essen, Miete, Wasser und Strom. Und man isst und trinkt ja auch nicht nur das Nötigste, sondern vielleicht noch ein Eis hier und da, einen Schokoriegel, oder ein Bierchen. Klamotten, Schuhe, Schulmaterial müssen gekauft werden und man möchte natürlich auch mal einen Roman lesen, die neueste Musik hören, am Wochenende ins Kino oder die Disco… Na, mitgerechnet? Und, was ist rausgekommen?

    Und jetzt stell dir mal vor, du hättest pro Tag 0,96 Euro zur Verfügung. Oder weniger. Und zwar jeden Tag.

    Denn genau das (1,25 US Dollar) ist die sogenannte Armutsgrenze, unterhalb der noch immer Milliarden von Menschen leben. Damit das nicht so bleibt, hat jetzt eine Expertengruppe von 27 Regierungsmitgliedern und Wirtschaftsführern aus aller Welt einen Appell an die Vereinten Nationen geschrieben. Das Ziel: Die Beseitigung der extremen Armut bis 2030.

    Doch das ist nicht alles. Insgesamt nennt der Plan zwölf Prioritäten mit insgesamt 54 Einzelzielen. Dazu gehören zum Beispiel die Sicherung der grundlegenden Bildung von Kindern, die Sicherung der Lebensmittelversorgung, die Garantie des allgemeinen Zugangs zu Trinkwasser, die Förderung von Frauen und die Vermeidung von Konflikten.

    Dabei wird auch der Umweltschutz nicht vergessen. Eine umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung wird gefordert, genauso wie eine Verdopplung des Anteils der Erneuerbaren Energien. Nach Ansicht der Autoren stellen der Klimawandel und die Umweltzerstörung eine "beispiellose Gefahr für die Menschheit" dar und würden die Ärmsten am härtesten treffen.

    Die formulierten Ziele sollen der UN-Vollversammlung zur Diskussion übersandt werden, bevor sie von den Mitgliedsstaaten angenommen werden. Sie sollen so die Millenniumsziele ersetzen, die 2015 auslaufen, ohne vollends erfüllt worden zu sein. Die Autoren sehen den Grund dafür unter anderem in der Wirtschaftskrise, wegen der viele Staaten ihre Entwicklungshilfe zurückfahren mussten. Sie weisen außerdem daraufhin, dass die vergangenen 13 Jahre bereits "den schnellsten Rückgang der Armut in der Geschichte der Menschheit" gebracht hätten. Inzwischen würde eine halbe Milliarde Menschen weniger unter der Armutsgrenze leben.

    Vielleicht gibt es also einen Hoffnungsschimmer, was die Erfüllung der neuen Ziele angeht? Oder ist das wieder nur viel Gerede, dem keine Taten folgen? Wie viel Vertrauen habt ihr in diesen neuen 12-Punkte-Plan, der formuliert wurde, ohne dass die „alten“ Millenniumsziele erfüllt werden konnten?

     

    Quellen:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/vereinte-nationen-plan-armut-bekaempfung
    http://www.tageblatt.lu/nachrichten/story/14555557

    Bilder: Wikimedia Commons
     

Kommentare

5 Kommentare
  • Smilex
    Smilex ja .. cosima hat schon ausgesprochen, was ich mir auch dachte .. diese ganzen ziele und pläne und was-weis-ich werden oft nicht erfüllt .. aber dass in den letzten Jahren so viel wenger Menschen in Armut leben, wusste ich nicht (hätte ich a...  mehr
    1. Juni 2013
  • midori
    midori Es bringt eben auch nichts, wenn man nicht überlegt, wie die Ziele überhaupt realisiert werden können. Und immer wieder neue Ziele zu entwickeln, wenn man die alten nicht erreicht hat, zeugt nicht grade von viel Einfallsreichtum. Das klingt...  mehr
    1. Juni 2013
  • Lena15
    Lena15 Vorallem geht es nicht nur am das Geld, was die Menschen in ärmeren Ländern zur Verfügung haben, sondern auch in was für einem Überfluss wir leben! Dabei sind diese Länder unsere Zukunft, wir können ihnen unsere Erfahrun...  mehr
    1. Juni 2013
  • LSternus
    LSternus Ich bin auch mal auf die neue Runde gespannt.
    Wenn sie erkannt haben warum sie die Milleniumsziele nicht erreicht haben und diese Punkte mitbedacht haben, bin ich schon fast optimistisch.
    Allerdings stimmt es schon: Erst mal das abarbeiten was noch nicht...  mehr
    1. Juni 2013