Berichte

Einzigartige Elefanten-Oase in Gefahr

  • Das Weltnaturerbe Dzanga-Sangha durch Staatsputsch bedroht und WWF-Mitarbeiter evakuiert

    Nachdem Mitte März Rebellen die Macht in der Zentralafrikanischen Republik übernommen haben, versinkt das Land im Chaos. Dies bringt bedrohliche Folge mit sich – für Menschen und auch Waldelefanten und viele andere Tierarten. Die Wilderei vor allem auf Elefanten landesweit und auch in der Nähe des berühmten Nationalparks Dzanga-Sangha nimmt immer mehr zu und das anhaltende Chaos wird wahrscheinlich zu zahlreichen weiteren Übergriffe auf die Dickhäuter führen.

    Aufgrund der bedrohlichen Zustände mit Plünderungen und Schießereien in verschiedenen Landesteilen konnte die genaue Anzahl der getöteten Tiere bislang nicht ermittelt werden. Doch erste Meldungen deuten an, dass die Wilderei stark zunimmt. Die Gefahr für das Weltnaturerbe Dzanga-Sangha und seine Elefantenbestände ist besonders groß: Auf Märkten in der Nähe des Parks ist gesehen worden, dass Elefantenfleisch offen verkauft wird. Die ausländischen WWF-Mitarbeiter wurden wegen massiver Kidnapping-Gefahr aus dem Nationalpark evakuiert; die einheimischen Parkranger tun jedoch weiterhin ihr Möglichstes, um die Elefanten und andere Wildtiere trotz der Unruhen zu schützen.

    Die Waldelefanten von Dzanga-Sangha. © Matthias Dehling / WWF„Der Druck auf die letzten Elefanten steigt täglich. Sie sind der unstillbaren Gier nach Elfenbein ausgeliefert. Nicht einmal in einem Weltnaturerbe wie Dzanga-Sangha ist ihre Sicherheit noch garantiert. Artenschutzerfolge, die über Jahrzehnte erkämpft wurden, drohen in wenigen Wochen vernichtet zu werden“, so Johannes Kirchgatter, Afrika-Referent beim WWF Deutschland.

    Die Zentralafrikanische Republik und ihre Nachbarstaaten müssen sofort für den Schutz und die Sicherheit der Menschen und Elefanten vor Ort sorgen. Denn die hochkriminelle Wilderei bedroht die Stabilität in der ganzen Region und die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen. Die Regierungen Zentralafrikas wollen sich diese Woche in einer außerordentlichen Sitzung zusammenfinden, um gemeinsam den Kampf gegen die ständig zunehmende Wilderei zu verstärken. Denn es ist nun eine Realität, dass Elefanten in Zentralafrika innerhalb von zehn Jahren ausgerottet sein können.

    Bilder: Waldelefanten auf einer Lichtung im Kongo-Becken. © WWF; Die Waldelefanten von Dzanga-Sangha. © Matthias Dehling / WWF

Kommentare

8 Kommentare
  • Maikaefer
    Maikaefer Jetzt bin ich doch etwas geschockt - wieso wird eine solch wichtige Nachricht nicht der breiten Öffentlichkeit bekanntgegeben? Meiner Meinung nach muss sofort gehandelt werden, damit die Rebellen und die Wilderer nicht die Möglichkeit haben, noc...  mehr
    1. Mai 2013
  • zeemzee
    zeemzee @Janine: hier die Antwort auf deine Fragen, die ich an Johannes Kirchgatter weitergegeben hatte:
    "Alle einheimischen Mitarbeiter des Gorilla-Camps und alle EcoGuards sind (wieder) im Einsatz. Die ausländischen Mitarbeiter sind noch evakuiert - s...  mehr
    2. Mai 2013
  • Janine
    Janine Danke!!
    7. Mai 2013
  • Kathrin
    Kathrin Danke für den Bericht und ich hoffe das sich die Situation schnell wieder bessert ;)
    8. Mai 2013