Berichte

Der lebensrettende Wandel - Hoffnung für afrikanische Büffel.

  • Sie gehören zu den 'Big Five' der afrikanischen Savanne. Sie sind massig, tragen unverkennbar große Hörner und sind in dunkles Fell gehüllt - Kaffernbüffel. Wenn sie in großen Herden langsam durch die Steppe ziehen, scheinen sie sanftmütig und nicht aus der Ruhe zu bringen. Dabei kann es lebensgefährlich sein, einem Kaffernbüffel gegenüber zu stehen. Ein Gewicht bis zu einer Tonne bei einer Schulterhöhe von einem Meter siebzig sind keine Seltenheit. Kaffernbüffel zögern nicht lange, wenn sie sich unsicher fühlen. Angriff ist eben die beste Verteidigung.


    © Michael Poliza

    Die schweren, aber wendigen Rinder haben nahezu keine natürlichen Feinde. Kein Löwe dieser Welt würde es mit einer Herde Büffel aufnehmen wollen. Höchstens vereinzelt fallen kranke und schwache Tiere diesen Katzen zum Opfer. Und manchmal hat auch das Krokodil Glück, wenn der Kaffernbüffel den Fluss durchquert. Zu fürchten hat der Kaffernbüffel nur den Menschen.


    © Michael Poliza

    Lindsay Hunt war einer von ihnen. Ein Großwildjäger, wie er im Buche steht. Sein Name war Programm. Aber dann kam der Wandel und so wurde er vom Jäger zum Beschützer. An die Kaffernbüffel Afrikas hatte er sein Herz verloren und er wollte etwas wagen, was noch keiner vor ihm versucht hatte.


    © Michael Poliza

    Denn obwohl sich diese mutigen Tiere allen Gefahren entgegenstellten - ihre Bedrohung lag im Kleinen verborgen. In der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts wurde die Rinderpest in Afrika eingeschleppt. Gemeinsam mit dem Tuberkulose Virus führte dies beinahe zur Ausrottung der sensiblen Büffel. Heute gelten sie als gefährdet. Lindsay Hunt hat sich den mächtigen Wildrindern angenommen.

    © Michael Poliza

    Im Nordosten Südafrikas, in unmittelbarer Nähe zum Krüger Nationalpark, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, gesunde Kaffernbüffel nachzuzüchten. Es ist das erste Projekt dieser Art. Hunt will eine gesunde Population von Kaffernbüffeln aufziehen, die das Tuberkulosevirus nicht in sich tragen. Diese Tiere sollen dann ausgewildert werden und zur Erhaltung ihrer Art beitragen.

    © Michael Poliza

    Für dieses Vorhaben werden wildlebende Büffel eingefangen. Mit viel Geduld und Zeit nähert sich Hunt den Tieren und gewöhnt sie an sich. Mit einer Kuh verbindet ihn eine besondere Freundschaft. 'Big Cow' schützt ihn vor den Angriffen der anderen Herdenmitglieder und lässt sich seine Streicheleinheiten gefallen. Sie mag es ganz besonders, wenn er sich mit allem Gewicht gegen sie lehnt. Sie liebt wohl den engen Körperkontakt. Dieses Vertrauen aufzubauen, ist ein kleines Wunder. Büffel sind von Natur aus sehr misstrauische, aber auch neugierige Tiere. Sie könnten Hunt jederzeit töten. Das ist ihm klar - aber die Liebe ist größer als die Furcht.


    © national geographic wild

    Sein Projekt hat Erfolg. Der Büffelkrieger - wie Hunt mittlerweile genannt wird - arbeitet eng mit Biologen und Wissenschaftlern zusammen. Die Genehmigung zur Auswilderung wird ihm nur dann erteilt, wenn er eine völlig gesunde Herde zusammenstellen kann. Dies wäre der Startschuss für weitere Projekte dieser Art.

    Um die geborenen Jungtiere nicht über die Muttermilch mit dem Tuberkuloseerreger zu infizieren, müssen die Kälber sofort nach der Geburt von der Mutter getrennt werden. Kein schöner, aber ein notwendiger Vorgang. Damit sie groß und kräftig werden, bekommen die Jungtiere Ersatzmütter. Afrikanische Hausrinder nehmen die Kälber an und ziehen sie groß. Damit ist auch verhindert, dass sich die Büffel zu sehr an den Menschen gewöhnen.


    © national geographic wild

    Lindsay Hunt erreicht sein Ziel. Ein Mensch, der diese Tiere früher für Geld gewildert hat und nun zu ihrer Arterhaltung beiträgt - ein kleines Wunder? Es sind Menschen wie diese, die mir immer wieder Hoffnung geben. Die Hoffnung auf eine bessere Welt, in der alle begreifen, wie wichtig jedes einzelne Wesen ist.

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    Ihr wollt euch die Geschichte von Lindsay Hunt anschauen? Am 14.Juni um 20:10 Uhr läuft auf National Geographic Wild die Ausstrahlung "Der Büffelkrieger".

    An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für die freundliche Genehmigung der Bildverwendung durch Michael Poliza.


    © Michael Poliza

Kommentare

7 Kommentare
  • midori
    midori @Smilex

    Warum denn nicht? :O
    14. April 2013
  • Helen1698
    Helen1698 Danke für den schönen Bericht! Schön, dass es so Menschen gibt und die Bilder sind auch echt... WOW! :)
    14. April 2013
  • Thene1
    Thene1 toller Bericht schön zu wissen das sich manche menschen zum guten ändern
    14. April 2013
  • Smilex
    Smilex @midori weil Kaffer jetz ne Beleidigung is? xD
    aber egal .. der bericht is wirklich gut .. ich hör immer wieder gerne von solchen menschen :P
    20. April 2013