Berichte

Endlich wieder wilde Wisente!

  • Deutschland erhält ein Stück biologische Vielfalt zurück - und zwar ein ganz schön spektakuläres. Heute haben im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge die Vereine Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V. und Taurus Naturentwicklung e.V. eine Wisent-Herde in die freie Wildbahn entlassen. "Der WWF freut sich über die Rückkehr des Wisents nach Deutschland", sagt Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz in Deutschland beim WWF.

    Es sind nur acht Tiere - aber es sollen mehr werden. Der WWF prüft in Kooperation mit der Weltnaturschutzunion IUCN und der Berliner Humboldt-Universität, wo und wie Wisente in Deutschland dauerhaft und langfristig wieder angesiedelt werden könnten. Denn so einfach ist das leider nicht. Die majestätischen Wildrinder benötigen große Waldgebiete und Landstriche, die kaum zerschnitten sind durch Straßen oder andere Barrieren. Es wird wohl einige Jahrzehnte dauern, bis Wisente wieder in verschiedenen Gebieten heimisch sind.

    Die größten Landsäugetiere Europas: Bullen werden bis zu einer Tonne schwer. Die Kühe sind kleiner und leichter, geben aber in den 10-12-köpfigen Herden den Ton an. Die Bullen sondern sich mit etwa drei Jahren von der Gruppe ab und gehen dann eigene Wege. Lediglich zur Paarungszeit im Spätsommer lassen sie sich wieder blicken und die Stärksten versammeln dann einen Harem von bis zu acht Kühen um sich.

    Amerikanische Verwandtschaft - Die zotteligen Wildrinder sehen nicht nur aus wie die amerikanischen Büffel, sie sind auch eng mit ihnen verwandt. Sie bevorzugen aber feuchte Laubmischwälder, wo sie sich von Knospen, Laub, Rinde und Gras ernähren.

    Ihre Hörner schmückten schon die Helme der Germanen. Noch im Mittelalter wurden sie in West- und Mitteleuropa ausgerottet, weiter östlich konnten sie sich länger halten: 1755 erlegte ein Wilderer das letzte frei lebende Wisent in Ostpreußen. In Polen fielen die Übriggebliebenen nach dem Ersten Weltkrieg der hungrigen Bevölkerung zum Opfer.

    Die Rettung für die quasi schon ausgestorbene Art kam aus Zoos und Wildehegen. Fortpflanzungsfähig war zwischenzeitlich nur noch ein Dutzend Exemplare. Sie sind die Urahnen aller heute lebenden 4600 Wisente.

    Die ersten entließ man in den 1950er Jahren in den Urwäldern des Bialowieza Nationalpark in Ostpolen, wo heute wieder fast 1000 Wisente durch die Wälder streifen. Übrigens: In diese fantastische Urwald-Welt der Wisente führt auch eins unserer Camps im Sommer, wo du mitfahren kannst!

    Weitere Auswilderungen folgten. Frei lebende Herden gibt es außer in Polen auch in Litauen, Weißrussland, Russland, der Ukraine, in Kirgisien - und nun wieder in Deutschland. Die Naturschutzunion IUCN schätzt das Wisent aber noch als "gefährdet" ein.

    Fotos: © Wild Wonders of Europe / Stefano Untherthiner / WWF; © Viktor Jivotchenko / WWF-Russia; © Sanchez & Lope / WWF-Canon; © Elena Smirnova / WWF-Russia; © Sergey Trepet / WWF-Russia

Kommentare

15 Kommentare
  • Tierfreundin
    Tierfreundin Klasse !!!! :))) Das freut mich riesig !!! :)
    18. April 2013
  • Nick97
    Nick97 wenn man an etwas glaubt kann man es auch schaffen. daumen hoch für alle die in diesem projekt aktiv waren ;)
    21. April 2013
  • RonjaJanina
    RonjaJanina Es ist immer wieder schön, wenn die Welt Stück für Stück verbessert wird.
    30. April 2013
  • Salinas
    Salinas Super Projekt, soclhe guten Nachrichten sollte es jeden Tag geben!
    3. Mai 2013