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Gier nach Nashorn erreicht Indien!

  • War sie gerade unterwegs zu ihrem Lieblingsort? Vielleicht stapfte sie im entscheidenden Moment durch das grüne Dickicht, umgeben von summenden Fliegen - was sie aber sicher nicht störte. Vielmehr freute sie sich wohl über die warmen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen funkelten. Ein Blick zu ihrem Jungen, das immer in ihrer Nähe bleibt. Dann plötzlich - unheimliche Schritte, Rufe, das Rasten eines Gewehrs...

    Der traurige Rest der Geschichte: Eine verstümmelte Nashornkuh liegt auf dem Boden, inzwischen summen die Fliegen kaum noch, sondern krabbeln über ihren leblosen, faltigen Körper. Dort wo sie stolz ihr Horn trug klafft nun ein Loch. Außerdem hat jemand ihre Hufe gewaltsam entfernt. Der Tatort - es ist kaum zu glauben - liegt mitten im Manas Nationalpark in der indischen Provinz Assam. Wir vom WWF sind schockiert. Das Nashornweibchen hinterlässt ein 15 Tage altes Jungtier. Ohne seine Mutter wird es wohl kaum überleben können.

    Dabei sah alles nach einem Happy End aus: Die Nashornkuh war im Jahr 2012 im Rahmen eines Auswilderungsprogramms in den Manas Nationalpark gebracht worden. Noch am 23. März war das Tier mit seinem Baby in eine Fotofalle getappt - und schenkte uns damit dieses schöne Foto. Das freute uns Naturschützer sehr, denn damit gab es Grund zur Hoffnung auf eine Erholung der dortigen Nashornbestände. Dann aber die brutale Attacke! Nach Angaben des WWF ist die Nashornkuh bereits das vierte von insgesamt 18 ausgewilderten Nashörnern, das Wilderern zum Opfer gefallen ist.

    "Besonders bitter ist, dass die Nashornkuh extra in den Park überführt wurde, um sie vor Wilderern zu schützen", sagt Jörn Ehlers vom WWF Deutschland. "Doch die bestens organisierten Banden machen nicht einmal mehr vor Nationalparks halt."

    In den ersten drei Monaten des Jahres 2013 haben Wilderer bereits 16 Nashörner in der Provinz Assam ermordet - so viele wie nie zuvor. "Die Wildereikrise hat Indien erreicht. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieses Jahr einen traurigen Rekord bringen wird", erklärt Jörn. Weil Menschen vor allem in den ost- und südostasiatischen Staaten Nashornprodukte kaufen, steigt die Gefahr für die Dickhäuter rapide an. Der WWF fordert daher ein verstärktes Engagement gegen den verbotenen Handel mit Tierprodukten, wie zum Beispiel die Durchsetzung bestehender Gesetze und abschreckende Strafen für Wilderer.

    Wie viel Hoffnung bleibt? In der indischen Provinz Assam leben derzeit noch etwa 2.400 Nashörner. Der WWF wird nicht aufgeben und an allen Fronten dafür kämpfen, dass die Wilderer keine Chance haben!

    © Peter Prokosch / WWF; © Jamir Ali / WWF

Kommentare

12 Kommentare
  • Makanie
    Makanie Ich hasse Geschichten, die wie im Traum sind, nur um einen dann wieder brutal in die Wirklichkeit zurück zu holen. Wie etwas wunderschönes und am Ende stirbt es dann...
    10. April 2013
  • sarah410
    sarah410 echt traurig.... schlimm :((
    10. April 2013
  • Anne95
    Anne95 Einfach nur grausam :(
    10. April 2013
  • Westernpferdle
    Westernpferdle Grausam:(
    17. April 2013