Berichte

Best of Michael Poliza.

  • Einige von euch kennen ihn bereits - MarcelB hat ihn vor einiger Zeit im Tipp der Wochevorgestellt: Michael Poliza. Er zaubert Bilder von afrikanischen Landschaften und Tieren, als wäre es das einfachste der Welt. Seine Fotografien laden zum Träumen und Staunen ein. Drei seiner Kalender zieren mein Zimmer, viele seiner Bilder hängen im Großformat in Fluren und Arbeitszimmern des WWF Deutschland.

    Nach unzähligen fantastischen Aufnahmen verrät er nun, welche seiner Bilder ihm selbst am besten gefallen und warum. Kommt mit auf eine Bilderreise durch Afrika und die Welt!



    „Elefanten sind beeindruckende Tiere. Sie strahlen so viel Kraft aus und wirken so majestätisch. Bei diesem Foto hat man das Gefühl, dass man direkt in seine Seele hineinschauen kann. Diese Träne lässt ihn gleichzeitig so verletzbar wirken. Entstanden ist das Bild im Okavango-Delta in Botswana.“



    „Giraffen sind sehr scheu. Und gerade in dem Moment, wenn sie sich zum Trinken hinunterbeugen, sind sie sehr verletzlich. Ich saß ungefähr hundert Meter entfernt im Auto und wartete. Immer, wenn ich dachte, jetzt ist es soweit, richtete sie sich auf und beobachtete die Umgebung – bei jedem Geräusch, das sie hörte. Als es schließlich soweit war, musste ich leise und vorsichtig auf den Boden krabbeln, weil ich unbedingt diese Grafik einfangen wollte."

    „Diese Spuren im Eis sind sogenannte Pinguin-Highways. Weiter oben haben sie ihre Nester, unten finden sie Nahrung. Da laufen permanent Pinguine hin und her. Die rote Farbe kommt vom Kot und der Urin ist grünlich durch das Krill eingefärbt. Auf dem Foto sieht es so aus, als würden die beiden Pinguine Händchen halten und zusammen laufen. Dabei sind die beiden einfach aneinander vorbeigelaufen.“

    „Das Bild ist in der Namibwüste entstanden. Ich wollte die Einsamkeit dieser kargen Landschaft illustrieren. Das Foto ist ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig die Wahl des Bildausschnittes sein kann. Als ich den Springbock fotografiert hatte, stand rechts neben ihm noch ein weiterer Bock. So aber wirkt das Bild viel spannender. Man fragt sich, was macht dieses einsame Tier in dieser weiten Wüste?

    „In der Naturfotografie kann man nur sehr schwer Bilder inszenieren. Es ist ja nun einmal so, dass man die Natur nicht dirigieren kann. Die schönen Momente sind manchmal nur ein Bruchteil einer Sekunde lang, da braucht man dann schon etwas Glück. Und Glück bedeutet in meinen Augen, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft. Wenn ich nicht bereit bin, verpasse ich womöglich diesen einzigartigen Moment. Bei diesem Foto habe ich lange darauf warten müssen, dass es so aussieht, als gäbe es nur einen einzigen Erwachsenen Pinguin, umringt von zigtausenden Küken.“

    „Das Foto ist am Bogoriasee in Kenia entstanden. Die Farben sind unglaublich intensiv. Das satte Grün stammt von der Algenblüte, die Flamingos, die über den See hinwegfliegen, wirken wie kleine pinke Farbtupfer. So entsteht ein interessantes Spiel zwischen den Tönen und Strukturen. Vielleicht kommt den Apple-Usern dieses Bild bekannt vor. Das gibt’s nämlich beim Betriebssystem Mac OS X als Bildschirmschoner.

    „Ein Feuer hat die Serengeti durchzogen. Ein umgekippter Baum wurde dabei komplett verbrannt und hat sich mit seiner Asche praktisch selber gezeichnet. Gleichzeitig entstand durch das Feuer auch neues Leben - direkt daneben wächst ein junger Baum aus der Asche. Das Bild steht symbolisch für das Leben und den Tod.

    Übrigens direkt im Eingangsbereich des WWF Deutschland zu finden! ;o)

    „Das ist das Coverbild von Eyes over Africa, aufgenommen habe ich es im Okavango-Delta, das während der Regenzeit vom Wasser geflutet wird. Diese kleinen Inseln sind oftmals Termitenhügel, die noch im Trockenen bleiben und der Landschaft zu diesem tollen Farbspiel verhelfen. Sie wirken wie ein Augenpaar, deshalb hat es auch so gut zum Buch gepasst.“

    „Es hatte schon den ganzen Tag über geregnet. Ich war in Südafrika in den Drakensbergen. Am späten Nachmittag bin ich doch noch einmal mit dem Helikopterpiloten losgeflogen, in der Hoffnung, ein paar gute Bilder machen zu können. Und tatsächlich haben sich die Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke gekämpft und mir dieses Foto beschert.“

    Dieses Bild ist ein gutes Beispiel für die Geduld, die man als Naturfotograf mitunter aufbringen muss. Die Belugawale gebären ihre Jungen in der Hudson Bay. Ich bin mit einem kleinen Wasserflugzeug darüber hinweg geflogen und habe bestimmt mindestens einhundert Fotos gemacht. Und einen Moment lang sind die acht Wale scheinbar in dieser Formation geschwommen.“

    Ein Eisbär im Blumenfeld wirkt auf den ersten Blick, als stimme da etwas nicht. Doch wenn im Sommer das Eis schmilzt, schwimmen die Eisbären tatsächlich an Land, wie hier in die Hudson Bay, um dort nach Nahrung zu suchen. Das ist keine Folge des Klimawandels. Allerdings schmilzt das Eis immer früher und der Konkurrenzkampf wird dadurch immer größer.“

    Dieses Foto ist mein ganz persönliches Geburtstagsgeschenk, es ist nämlich am 1. Januar 2006 entstanden, an meinem 48. Geburtstag. Wir hatten die Elefantenherde schon vorher gesehen und wussten, dass sie zum Wasser liefen. Eigentlich wollte ich schon wieder zurückfliegen, ich habe mir aber gedacht, dass ich doch noch etwas bleiben möchte. Und dann hat auf einmal alles gepasst. Die Sonne brannte den Morgendunst weg und stand 90 Grad über den Elefanten, so dass sich ihre Schatten so eindrucksvoll abbildeten. Einer hebt sogar den Rüssel. Als ich mir abends die Bilder anschaute, war dann eben dieses eine dabei, was sich deutlich von den anderen absetzt.“

    „Ich will mit meiner Arbeit den Menschen zeigen, wie schön unsere Welt ist. Es gibt überall Katastrophen, Unglücke und Leid. Aber es gibt auch gleichzeitig so viel Schönes. Ich hoffe, dass ich mit meinen Fotos eine emotionale Nähe erzeugen kann. Damit sich die Menschen ihrer Verantwortung bewusst werden, diese Schönheit zu erhalten.“

    Michael Poliza wurde am 1. Januar 1958 in Hamburg geboren. In seiner Jugend stand er zumeist vor der Kamera und wirkte als Schauspieler in über 70 Fernseh- und Spielfilmen mit. Später gründete er eine IT-Firma und wurde im Alter von nur 26 Selfmade-Millionär. Seit dem Jahr 1997 widmet er sich hauptberuflich der Naturfotografie. Im Jahr 2009 ernannte ihn WWF-Vorstand Eberhard Brandes zum WWF-Botschafter. Seine zahlreichen Publikationen sind mehrfach preisgekrönt. Derzeit lebt Poliza in Hamburg, reist aber mehr als sechs Monate im Jahr, um zu fotografieren.

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    Bilder: © Michael Poliza

Kommentare

21 Kommentare
  • Himbeere
    Himbeere Ich mag den Eisbären am liebsten - das Bild ist so schön kitschig und den "Phönix"-Baum.....
    8. April 2013
  • Ronja96
    Ronja96 Die Bilder sind echt wunderschön.
    Ich finde jedes einzelne sagt etwas anderes,aber faszinierendes aus.
    Solche tollen Bilder habe ich echt noch nie gesehen
    9. April 2013
  • Lena11
    Lena11 Die Bilder zeigen noch mal deutlich, wie wunderschön die Tier- und Pflanzenwelt ist und wie wichtig es ist, sie zu schützen!! Wirklich tolle Aufnahmen!
    13. April 2013
  • RonjaJanina
    RonjaJanina Diese Bilder sind echt schön.
    Besonders hat mir das Bild mit dem Leben und den Tod
    gefallen.
    29. April 2013