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Fracking - und wie Geld die Menschheit ändert

  • Zwischen Amerika und dem nahen Osten brennt es, nicht nur militärisch, sondern auch bei der Versorgung mit Öl. Ein Lichtpunkt am Horizont für die Amerikaner: Williston, ein kleines Dorf in North Dakota. Hier wurde Öl gefunden. So viel Öl, dass eine regelrechte Goldgräberstimmung ausgebrochen ist. Der Ort wuchs innerhalb von vier Jahren von 12.000 zu 42.000 Einwohnern an, Kriminalität steigend, Arbeiter immer noch gesucht. Stundenlohn: 65 Dollar.

    Das Geld lockt. Wenn man die Menschen, die Glücksritter, die hier das große Geld suchen und dafür alles hinter sich lassen, nach den fragwürdigen Fördermethoden fragt, ist die einzige Antwort: Schade für die Umwelt, aber schauen Sie sich nur meinen Jahresverdienst an. Dreimal so viel wie vorher. Ist das nicht klasse?
    Der Betreiber verspricht: Die Mengen sind so gering, außerdem so weit unter dem Grundwasserspiegel. Da passiert überhaupt nichts.

    Um was es eigentlich geht? Fracking. Ein langes Metallrohr wird bis zu den Ölreserven verlegt, dann kommt Sprengstoff ins Spiel, um das Gestein außen herum zu lockern. Anschließend wird ein Cocktail aus Chemikalien und Wasser zugespritzt, um die Spalten im Gestein noch zu vergrößern. Dann wird das Öl nach oben abgepumpt.
    "Pro Bohrung mit Fracking kamen zwischen 100 m3 und über 4.000 m3 Frack-Fluide zum Einsatz. Bei neueren Gel-Fluiden, die seit 2000 eingesetzt werden, wurden im Durchschnitt 100 t Stützmittel und ca. 7,3 t Additive mit meist 30 kg Bioziden eingesetzt. Insbesondere bei "Multi-Frack-Stimulationen" ergeben sich so große Einsatzmengen. So wurden in der Bohrung Damme 3 bei drei Fracks rund 12.000 m3 Wasser, 588 t Stützmittel und 20 t Additive (davon 460 kg Biozide) in den Untergrund eingepresst."
    ´Die Amerikaner, bekannte Umweltsünder? Von wegen. Auch in Deutschland ist diese Methode verbreitet. Untersuchungen der letzten Bohrungen mithilfe von Fracking ergaben:
    --> 6 Zubereitungen giftig
    --> 6 umweltgefährlich,
    --> 25 als gesundheitsschädlich, 
    --> 14 als reizend
    --> 12 als ätzend und
    --> 27 als nicht gefährlich

    Eine Reihe eingesetzter Zubereitungen weist gleichzeitig mehrere Gefährdungsmerkmale auf. Nach den Angaben in den Sicherheitsdatenblättern sind
    --> 3 Zubereitungen als stark wassergefährdend (WGK 3),
    --> 12 als wassergefährdend (WGK 2),
    --> 22 als schwach wassergefährdend (WGK 1) und
    --> 10 als nicht wassergefährdend (nwg)eingestuft.
     

    Fracking kommt vom englischen fracture, also aufbrechen, aufreißen. Eingesetzt wird die Technik bei besonders schwer zu erreichenden Gas- und Erdölvorkommen, welche in harten Gesteinsschichten eingeschlossen sind. Eine höchst wirtschaftliche Methode, eine höcht gewinnbringende Erfindung. Und was ist die Umwelt schon wert, wenn man die Taschen voller Geld hat?
    ExxonMobil plant seit Januar 2013 Fracking in der Nähe von Hamburg. Die Bedrohung ist nah, und fast niemand kennt sie. Ein weiterer Punkt auf der langen Liste von Verbrechen, die die Erde zerstören, aber mit Geld vertuscht werden.
    Langsam wacht die Welt auf: http://www.kein-fracking.de/

    Zu langsam?

     

    Quellen:
    Wikipedia
    n-TV
    Spiegel Online
    www.handelsblatt.com

Kommentare

4 Kommentare
  • Helen1698
    Helen1698 Vielen Dank für den informativen Bericht! Wieder mal ein typischer Fall von menschlicher Rücksichtslosigkeit! Und aus welchem Grund natürlich? GELD!
    3. April 2013
  • LSternus
    LSternus Zum Thema Fracking, ein Ausschnitt meiner lieblings Satiresendung:

    http://www.youtube.com/watch?v=Fp00g5G4TdA
    3. April 2013
  • Nick97
    Nick97 In niedersachsen wird genau in diesem moment geforscht ob sich die förderung auch in deutschland lohnen würde. Wenn auch nur eine bohrung ausläuft der chemikalienmix in die grundwasser / abwasserschicht gelangt gibt es eine katastrophe denn...  mehr
    4. April 2013
  • girlofnature
    girlofnature Diese Zahlen...da schütten wir einfach mal ein bisschen Gift ins Wasser-egal, hauptsache Geld!
    Sehr interessanter Artikel!
    5. April 2013