Berichte

Earth Hour Koblenz: Klimaschutzfest unter Kirchendach

  • Es war echt knapp!

    Proben und technische Voreinrichtung am Freitag, und Samstag zwei Trauungen und eine Abendmesse bis 19:20 Uhr. Um 19:30 sollte doch unsere Auftaktveranstaltung zur Koblenzer Earth Hour starten.

    Circa 50 Besucher der Messe verliessen das Kirchenschiff. Draußen war es eisig. Würde überhaupt jemand kommen? Die ganze Stadt war plakatiert mit unseren EarthHour-Plakaten. Postkarten und Flyer lagen in allen Kneipen und Bars aus. Die Rhein-Zeitung hatte fleissig berichtet und der Sender Antenne Koblenz hatte, mit dem Fokus auf die EarthHour, unsere Promi-IWIYW-Challenge kräftig beworben.

    Während wir mit Freiwilligen und Ehrenamtlichen draußen vor der Basilika St. Kastor, im Herzen der Koblenzer Altstadt, versuchten bis zu 1000 Teelichter auf einem Globus zu entzünden, versuchten Windböen genau das Gegenteil. Kurz entschlossen packten wir unsere Sachen und nahmen uns vor, gleich während der Auftaktveranstaltung das Kerzengebilde in der Kirche aufzubauen.

    Plötzlich strömten Sie von allen Seiten heran. Viele Kinder waren dabei. bis zu 400 Gäste der Koblenzer EarthHour wollten Flagge zeigen. Während Koblenz Platz nahm, tüfftelten alle noch fleißig herum. Die Messe war gerade erst vorbei und Mischpult, Mikrofone, Klavier, Cello, Leinwand, Beamer ... alles musste wieder eingerichtet werden.

    Martin und Dirk, Tontechniker und Bühnenbildner vom Theater, blickten mich plötzlich entsetzt an. Aus den Lautsprechern kam kein Ton mehr. Nichts. Nada. Die ersten drei Minuten unserer Veranstaltung sollte ein Einspieler zur IWIYW-Challenge sein. Rausrupfen, Reinstecken, und wieder umstecken, Laptop direkt mit Boxen verbinden und Yep! Mischpultfehler. Egal. Weiter.

    Ich dimmte das Licht, der Film fuhr ab!

    Wir waren total überrascht. Die Kirche war fast voll. Während draußen der Crêpes Sepp des Vereins ÖKOSTADT KOBLENZ e.V. vegetarische Crêpes zubereitete, ergriff Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein das Grußwort und leitete die Veranstaltung ein.

    Künstlerinnen und Künstler des Theaters Koblenz und des Staatsorchester Rheinische Philharmonie leiteten mit japanischen Volksliedern und Beiträgen aus Klassik und Musical, die sich inhaltlich mit unserer Natur und Schöpfung befassten, von nun an zu verschiedenen Redebeiträgen über.

    Schließlich durfte Alice sprechen. Ihrem Beitrag zur WWF-Jugend ging der WWF-Jugend-Jahresrückblick voran. Für diesen Beitrag hatten sich Anne und Michaela entschieden die ebenfalls, zusammen mit Anja, der Einladung des Koblenzer Aktionsbündnis zur EarthHour gefolgt waren.

    Alice sprach über die spannende und inspirierende Arbeit in der WWF Jugend, stellte die Motivationen heraus, warum sich so viele Jugendliche der WWF Jugend anschließen und warb für eine größere Akzeptanz und mehr Respekt in der Wahrnehmung der Erwachsenen für die Ideen, Einflüße und Aktionen jugendlicher Ideenstürmer. "Die WWF Jugend ist nicht nur ein süßer Anhängsel des WWF. Wir bewirken etwas!"

    Am Ende der Auftaktveranstaltung konnte ich zusammen mit meinem Theater-Kollegen Felix einen Text verlesen, den ich 2010 während des COP16 (Conference of Parties; United Nations Climate Change Conference,  UNFCCC) verfasste. Wir stellten klar heraus, daß eine lebenswerte Zukunft, ein internationaler Umwelt- und Klimaschutz, nur gelingen kann, wenn jeder von uns das Schicksal nicht nur in die Hände von Politikern und Wissenschaftler legt, sondern sich selber gesellschaftlich, sozial und politisch aktiviert. Und zwar täglich. Rückschläge sind kein Grund aufzugeben, sie sollten überdacht werden um erneut zu handeln. Für unsere Kinder, für eine friedliche Weltgemeinschaft, in der Klimagerechtigkeit für alle gilt, in der künftig 9-10 Milliarden Menschen ein gemeinsames Ziel haben müssen. Miteinander zu leben, zu teilen, sich zu achten und zu stützen. 

    Dann war es längst 20:30. In Koblenz wurde es dunkel. Hinter der Basilika, hoch über dem Rhein, gingen auf Europas zweitgrößter Militärfestung die Lichter aus. Auf der Festung Ehrenbreitstein wurde während der EarthHour ein riesiges Lichterspektakel unterbrochen. Rathaus, Seilbahn, Kurfürstliches Schloss, Kirchen, Museen, Einkaufscenter und viele andere Unternehmen und Privatleute knipsten das Licht aus.

    In der Basilika wurde es nun wild. Afrikanisches Trommeln, orientalische Tänze und eine Tanzperformance zum offiziellen internationalen EarthHour Song 'Without You' von David Guetta ft. Usher ließ den Abend echt locker werden.

    Um 21:30 gingen dann in Koblenz die Lichter wieder an. Während die Festung wieder ganz sanft in ein rotes und grünes Glühen gehüllt wurde und aus dem Dunkeln erschien, wurde es auch in der Basilika wieder hell. Wir hätten gern noch weiter gefeiert, gemahnt und mit den vielen Gästen und Bürgern der Stadt Koblenz spannende Gespräche geführt.

    Aber 60+ ist ja genau die Aufgabe. Beyond the Hour. Diese EarthHour hat in Koblenz viele Menschen erreicht und sensibilisiert für das größte und gefährlichste Problem der gesamten Menschheit. Wir wollen es anpacken und zwar auch in den restlichen 8759 Stunden im Jahr.

    Fotos by Rhein-Zeitung; Annete Hoppen & EarthHour Koblenz

Kommentare

11 Kommentare
  • Nivis
    Nivis Lieber Marcel,

    danke an dich, dass du einen so schönen Bericht verfasst hast. Dass du dich für unsere Welt und deren Zukunft mit einer immensen Hingabe einsetzt. Dass du uns so lieb empfangen hast. DANKE!
    27. März 2013
  • Marielle
    Marielle Das klingt total super :) Klasse dass das alles so gut geklappt hat.
    @alice: Wo sind deine Haare?! Sieht aber super aus ;)
    29. März 2013
  • Helen1698
    Helen1698 Bin beeindruckt! Echt \'ne tolle Aktion! :)
    30. März 2013
  • AliceimWunderland
    AliceimWunderland Von mir auch nochmal Danke Marcel, Super Artikel und ne super Earth Hour :)
    3. April 2013