Berichte

Effektive Mikroorganismen - Die mikrobischen Heinzelmännchen

  • Ist es nicht erstaunlich, wie oft in der Geschichte der Menschheit der pure Zufall der Wissenschaft auf die Sprünge geholfen hat? So auch bei der Entdeckung der sogenannten Effektiven Mikroorganismen (oder kurz EM):

    Der japanische Agrarwissenschaftler Teruo Higa wollte in den 1970er Jahren eigentlich bloß eine Mikrobenmischung auf einigen Grasparzellen entsorgen. Dabei fiel ihm auf, dass das Gras dort, wo die Mikroben „gelandet“ waren, deutlich schneller wuchs. Er ging der Sache auf den Grund und entdeckte so das, was man heute als Effektive Mikroorganismen bezeichnet.

    Darunter versteht man eine spezielle Mischung von Mikroorganismen, die in Symbiose miteinander stehen, regenerative Prozesse unterstützen und fäulnisbildende Prozesse unterdrücken. Das heißt im Klartext: Durch die Mikroorganismen können Pflanzen besser und schneller wachsen, ihre Qualität nimmt zu, Boden wird fruchtbarer und ist weniger anfällig für Krankheiten. In Frischwasserbiotopen können EM sogar für eine bessere Wasserqualität sorgen, da sie Fäulnis umwandeln, die durch das Absetzen verschiedener organischer Materialien (wie Blätter, Algen, Blütenpollen, Samen, Fischfutter etc.) entsteht.

    Da Tolle daran: Die Effektiven Mikroorganismen sind völlig gentechnikfrei. Sie werden in der Natur gesammelt und dann gezüchtet. Viele Jahre Forschung – sowohl in Japan als auch anderswo – scheinen mittlerweile ihre Sicherheit und Ungefährlichkeit bestätigt zu haben. Das heißt, EM können in der Landwirtschaft chemische Düngermittel oder Pestizide ersetzen und auf rein ökologischer und umweltverträglicher Basis das gleiche Ergebnis erzielen.

    Für besonders Interessierte: Wie genau funktionieren Effektive Mikroorganismen?

    Mikroorganismen gibt es überall auf unserem Planeten – sogar in unserer Verdauung! Man kann dabei grob drei verschiedene „Arten“ unterscheiden: Neutrale, lebensfördernde und lebensfeindliche Mikroorganismen. In einem ausgewogenen Milieu halten sich lebensfördernde und lebensfeindliche Mikroben die Waage. Die neutralen sind sozusagen Nachmacher oder Mitläufer – man nennt dieses Verhalten „opportunistisch“. Sie passen sich immer an die Mikroben an, die in der Mehrzahl da sind. Kommen nun also aus irgendeinem Grund lebensfeindliche (also fäulnisbildende oder krankmachende) Mikroben in ein Milieu dazu, sind diese dominant und die neutralen passen sich an sie an. Dadurch gibt es dann gleich doppelt und dreifach so viele lebensfeindliche Mikroben. Die „guten“ Mikroben verlieren an Einfluss und werden verdrängt.

    Effektive Mikroorganismen sind eine spezielle Mischung von „guten“, also lebensfördernden, Mikroben. Bringt man sie in ein Milieu, das, wie oben beschrieben, krank und lebensfeindlich ist, dann dominieren die „guten“ Mikroben. Die neutralen passen sich an sie an und produzieren ebenfalls lebensfördernde Stoffe. Jetzt werden die krankmachenden Mikroben verdrängt. Das Milieu gesundet – auf völlig natürliche Weise und ohne „Chemiekeule“.

    Quellen:
    http://www.multikraft.com/de/mikroorganismen-kennenlernen/was-ist-em.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Effektive_Mikroorganismen
    http://www.mikroveda.eu/?gclid=CLeXvtCW27UCFUcYzQodAn8Aew

    Bild: Wikimedia Commons
     

Kommentare

6 Kommentare
  • Carina
    Carina @Janine: Soweit ich weiß besteht diese EM-Mischung vor allem aus Milchsäurebakterien, Hefen(?) und Nichtschwefelpurpurbakterien.
    1. März 2013
  • Niiura
    Niiura Interessant! Vorallem, dass es diese neutralen Mitläufer gibt.
    1. März 2013
  • Karasu
    Karasu Ich wusste zwar, dass es Mikroorganismen gibt, aber dass es solche gibt, ist echt interessant!
    12. März 2013
  • Puma
    Puma Das ist ja mal ne tolle Nachricht!!! :) Danke für den Bericht :)
    21. März 2013