Berichte

Ein Tag im Playmobilwerk Cheb!

  •  Die Hinfahrt

    Zum 50. Geburtstag des WWF hat man sich entschlossen etwas ganz besonderes zu machen.

    So wurden in Kooperation mit Playmobil 4 Wildlife-Sets hergestellt, die es seit Mitte Dezember in den Läden zu kaufen gibt. Ich bekam die Chance, mir vorab den Produktionsablauf der WWF-Sets anzuschauen und ein paar Einblicke in die Welt von Playmobil zu erhalten, die ich mit euch teilen möchte.

     

     

    Playmobil unterstützt die Arbeit des WWF

    Der 19.11. wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Dunkel ist es noch draußen, als ich völlig verschlafen auf mein Handy gucke. OHNEIN! Es ist schon 6:30! Mein Zug kam doch schon um 6:23…verschlafen... Panisch packe ich mir was zu essen und zu trinken ein, überprüfe ob ich auch mein Ticket eingepackt habe und renne die Treppen zum Auto runter. Total verschlafen und genervt vom vollen Verkehr bretter ich die Autobahn entlang um den Zug einzuholen.

    Auf nach Leipzig! 14 Minuten Umsteigezeit hatte ich hier. Außer Atem erreiche ich in letzter Sekunde noch den Zug. Schnell suche ich mir einen Sitzplatz. Meine Mitreisenden schauen mich völlig überrascht an. Ich verkrieche mich in die letzte Sitzreihe des Wagons und stecke mir die Kopfhörer in die Ohren - jetzt kann die Fahrt losgehen!!

    WWF-Pandaforscher im Bambuswald/ WWF-Zoologin bei Okapis und Gorillas

    4 Züge, 5 Stunden Fahrzeit, 1 Stunde Aufenthalt und ein Fußweg von 50 Minuten trennen mich noch vom Besuch im Playmobilwerk Cheb. Cheb, liegt ein paar Kilometer hinter der bayerischen Grenze. Und fasst nicht mehr als 34.000 Einwohner. Seit 2006 wird hier das Playmobilspielzeug weiterverarbeitet. Aufgrund seiner extremen Nähe zur deutschen Playmobilzentrale, ist Cheb ein wichtiger Standort für das Unternehmen.

    Der Blick aus dem Zug verspricht viel Rätselhaftes für Heute. Gerade einmal die Bäume unmittelbar an den Schienen sind erkennbar. Der tiefe Nebel verhindert jede schöne und vor allem märchenhafte Aussicht auf dem Weg nach Tschechien. Der Mann gegenüber von mir, der schon lange die 65 Jahre passiert, starrt trotzdem die ganze Zeit raus in der Hoffnung dennoch einen einzigartigen Blick zu erhaschen. Er wird jedoch erfolglos bleiben.

    11:38 Uhr – gleich da. Viele Songs und Seiten meines Buches später wird endlich Cheb angesagt. Ich bin nun richtig nervös, was erwartet mich? Klappt alles wie besprochen? Werde ich das Werk finden? Ich versuche den Kopf frei zu kriegen, der Zug steht, ich atme nochmal kurz durch und drücke die Tür auf, das Abenteuer kann beginnen.

    WWF-Geländewagen bei Tigern und Orang-Utans/ WWF-Forscher bei afrikanischen Savannentieren

    Cheb - Der Besuch

    „Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Schritt für die Menschheit“, so oder so ähnlich hätte man meine Vorfreude definieren können. Jede Körperzelle war gespannt darauf endlich ins Abenteuer reinzustürmen. Doch vorher muss ich herausfinden wo ich hin muss. Ich hätte mich wohl doch eher auf die tschechische Sprache vorbereiten sollen. Mit schnellen Schritten schleiche ich der kleinen Menschenmasse hinterher die eben aus der Bimmelbahn ausgestiegen ist. Der Bahnhof ist ziemlich heruntergekommen, verdreckt und alt.

    Am Haupteingang, kommt es wie es kommen musste. Keine zwei Schritte aus dem Gebäude raus, kommt auch schon die erste ältere Dame zielstrebig auf mich zu und flüstert mir irgendetwas ins Ohr. Ich konnte es nicht verstehen und hielt nochmal mein Kopf in ihre Richtung. „Hast du Zigarette?“, fragt sie mich… ich schüttle den Kopf und gehe schnell weiter. 10 Meter weiter höre ich sie mich irgendetwas schümpfendes hinterherrufen. Puuh.

    Überall Baustellen ich muss erstmal ein bisschen um den Bahnhof laufen um den Taxistand zu finden. Ich zeige dem Taxisfahrer die Adresse des Playmobilwerkes, er nickt und winkt mich rein. Als wir die Strecke langfahren, fällt mir auf, dass ich den Weg niemals alleine gefunden hätte und ich das Satellitenbild bei Google Maps deutlich unterschätzt habe. Später am Abend werde ich Zuhause feststellen, dass es mehr als 7 Kilometer gewesen wären, die ich wohl zeitlich nicht gepackt hätte oder ich wäre wohl bis heute im tschechischen Straßen-Wirrwarr verloren gewesen.

    Ich verabschiede mich vom Taxifahrer und wünsche ihm noch einen schönen Tag. Ich bezweifle aber, dass er mich verstanden hat.

    Playmobilwerk Cheb (Tschechien)

    Im Werk

    Der Eingang vom Playmobilwerk liegt vor mir, wo ich auf mein nächstes Problem treffen sollte. Sofort kommt mir eine nette Empfangsdame entgegen, die – man ahnt es schon – kein Wort deutsch oder englisch versteht. Mit Händen und Füßen versuche ich ihr zu erklären, dass ich zu Frau Felix (meine Ansprechpartnerin von Playmobil Deutschland) will. Und zu einer Gruppe gehöre, die heute aus Deutschland angereist ist. Nach minutenlangen Missverständnissen bringt sie mich zu den Büros. Hier treffe ich erstmals auf Leute die mich einigermaßen verstehen.

    Ich schildere nochmal meine Situation und die Dame gegenüber von mir versteht mich tatsächlich, nickt und zeigt mir, dass ich ihr folgen soll. 3 Türen und einen langen Flur mit Playmobilware vollgestellt später, stehen wir plötzlich in einer riesigen Fabrikhalle. Ich war vorher noch nie in einem Kommisionierungswerk, daher hatte ich keine großen Vorstellungen.

    In der großen Fabrikhalle sitzen meist vier oder mehr Arbeiter am Fließband. Alles wirkt auf den ersten Blick chaotisch. Viele Menschen rennen hin und her, es wird schnell alles verpackt und sobald eine Ladung fertig ist, kommt sofort die nächste nach. Neben den Leuten am Fließband gibt es noch Arbeiter die sich um das nachfüllen der Ware beschäftigen. Ständig werden neue Kisten geöffnet und andere verschlossen. Alles funktioniert wie in einem großen Uhrwerk. Viele Schritte später, bin ich nun fast am anderen Ende der großen, zusammenhängenden Fabrikhallen. Ganz allein steht eine kleine Gruppe von Menschen mit Kameras um ein einziges Fließband, ich bin wohl endlich am Ziel.

    Angekommen

    Frau Felix, sowie ihre Kollegen und Fotografen haben mich sehr herzlich empfangen. Die Teile werden bereits verpackt, als ich ankomme. Sofort wird also begonnen mir zu erklären was am Fließband vor uns passiert. Am Anfang des Fließbandprozesses liegt die blaue Packung. Maschinell wird sie zu einer Schachtel geformt. Diese Schachtel ist die Verpackung, die uns in den Läden „entgegenstrahlt.“ In die offene Schachtel sortieren nun Arbeiter die unterschiedlichen Teile des Sets ein.

    Nacheinander werden Nashorn, Elefant und Tiger reingelegt, jeder hat seine eigenen Teile die er einsortieren muss. Der Vorgang darf nicht zu lange dauern, da sonst in manchen Päckchen Stücke fehlen. Ich bewundere die Arbeitsleistung der vier Frauen die dort sitzen. Ruhig und hochkonzentriert arbeiten sie vor sich hin und machen keinen einzigen Fehler.

      Frauen sortieren am Fließband die Einzelteile ein

     

    Bevor die Kiste verschlossen wird, prüft eine Waage noch einmal das Gewicht. Weicht dieses auch nur annähernd vom Idealgewicht ab, klappt das Fließband nach oben und das „unvollständige“ Set wird aussortiert. Frau Felix‘ Kollege zeigt mir zwei Sets an denen fehlerhafte Teile enthalten sind. Beide Sets besitzen einen kaputten Elefanten. Dem einen fehlt ein Rüssel, dem anderen die Füße. Mir wird gesagt, dass so etwas ab und zu passiert und nicht weiter tragisch ist. Sollte tatsächlich wirklich malein Stück fehlen oder kaputt sein, so kann man es ganz leicht nachbestellen, da jedes Einzelteil über eine ganz besondere Seriennummer besitzt.

     

     

     

    Elefant ohne Rüssel 

    Je mehr man von den einzelnen Teilen erfährt, desto mehr ist man vom technischen Fortschritt begeistert. Playmobil achtet sehr darauf keine giftigen Klebstoffe oder ähnlich schädliche Substanzen zu verwenden, heißt es mir gegen

    über. Beispielsweise werden viele Teile mittels Ultraschalltechnologie verschlossen. Es werden überwiegend synthetische und organische Pigmente verwendet, die vom TÜV Rheinland getestet werden. Auch das Kunststoffgranulat, aus dem alle Figuren bestehen, unterliegt diesen Kriterien.

     

     

     

    Letzte Kontrolle: Die Waage

    Die Farbpalette des Playmobil-Sortimentes umfasst 185 verschiedene Farbtöne. Umgelegt auf die verschiedenen Kunststofftypen, die wir einsetzen ergibt das 2.000 Farbrezepturen. Wichtig ist zu wissen, dass Figuren und Teile nicht "angemalt" werden, sondern der verwendete Kunststoff wird mit so genannten „Farbbatches“ eingefärbt. Das sind diese reiskorngroße, hoch konzentrierte Granulate, die im Produktionsprozess von Dosiermaschinen automatisch der Kunststoffmasse zugeführt werden. Schlussendlich erreicht man schon mit ein bis zwei Prozent der gesamten Kunststoffmasse eine intensive Durchfärbung.

    Spritzmaschinen in Dietenhofen

    Ich frage Frau Felix, ob Playmobil schon in Richtung "Bio-Plastik" - sprich umweltfreundlicheren Stoffen forscht und ob es dort schon Erfolge gäbe.

    Mit dem Panda-Schlüsselanhänger für den WWF aus Biokunststoff gab es die ersten Schritte im Einsatz von Biokunststoff. Playmobil sammelte damit viele neue Erfahrungen und möchte für die Zukunft dazulernen. Jedoch liegt die Produktionsmenge und der Einsatz von Biokunststoffen zur Zeit bei einem Prozent des gesamten weltweiten Kunststoffbedarfs. Damit ließe sich der Jahresbedarf von 25.000 t Kunststoffgranulat (allein von Playmobil) nicht decken.

    Granulat

    Playmobil benötigt für ihre Produkte, Kunststoffe mit vielen verschiedenen Eigenschaften. Hierfür gibt Frau Felix mir ein Beispiel: „Wir setzen zu 80 Prozent ABS-Polymere ein. ABS hat eine besonders hohe Bruchfestigkeit. Fällt also mal ein Feuerwehrauto auf den Boden, dann geht es nicht kaputt und es splittert auch nichts ab. Diese verschiedenen Produkteigenschaften lassen sich mit Bio-Kunststoffen (noch) nicht abbilden. Wir beobachten auf jeden Fall die aktuellen Forschungsergebnisse zu dieser Thematik genau und testen neue Materialien.“

    Zurück zum Fließband: Viele kleinere Teile wurden zuvor schon in Tütchen verpackt, dieser Arbeitsschritt hat bereits vor einigen Wochen stattgefunden. Anhand von anderen (Nicht-WWF)-Sets lasse ich mir zeigen, wie das funktioniert. Diesmal an einer etwas anders aufgebauten Maschine nehmen die Arbeiter die kleinen Teile und werfen sie in kleine Kästchen die vor ihnen auf dem Fließband entlanglaufen. Jeder Arbeiter muss bis zu 5 winzige Stücke in ein einziges Kästchen werfen. Die Kästchen werden anschließend maschinell gekippt, sodass die Einzelteile in die unter ihn liegende Tüte fallen. Schlussendlich wird durch Hitze die Tüte verschweißt. Einzelteile wie der Orang Utan oder der Panda werden beim WWF-Set in diesen Tüten geliefert. Große Teile wie das Nashorn oder die Elefanten kommen uneingetütet extra in den Karton.

     

    eingetütete Einzelteile des WWF-Sets

    Insgesamt wurden am 19.11.2012, 5 000 Sets fertig produziert. Diese werden dann wieder in die Zentrale nach Deutschland geliefert. Die Gesamtauflage der WWF-Serie richtet sich nach den Bestellmengen des Handels. Tatsächlich ist Playmobil trotz Internet und Spielekonsolen weiterhin ein nachgefragtes Kinderspielzeug. Der Adventskalender der zum Beispiel nur in Cheb gemacht wird wurde über 1 Million Mal verkauft.

    die berühmten blauen Packungen 

    Den großen Bedarf an Playmobilspielwaren machen viele Maschinen notwendig. Jedes Jahr investiert Horst Brandstätter (der Inhaber) einen Großteil der Erträge wieder in das Unternehmen, um die Produktionsstätten zu modernisieren oder zu erweitern. Im Jahr 2011 waren das 81,5 Mio. Euro ausschließlich in den deutschen Standort. Im gleichen Jahr betrug der Brandstätter-Gruppenumsatz 564 Mio. € (davon 505 Mio € durch Playmobil) und es wurden 55 Millionen Packungen verkauft. Das war ein Rekord! Seit dem Marktstart von Playmobil im Jahr 1974 wurden noch nie so viele Packungen produziert und ausgeliefert.

    Eine Verpackungsmaschine für größere Playmobil-Packungen kostet 1 Mio. Euro! Davon gibt es drei Stück. Spritzmaschinen kosten je nach Größe von 25.000 bis 1 Mio. Euro. Allein in Dietenhofen stehen 421 dieser Spritzmaschinen, die die Granulate zu Spielzeug machen.

     

    Es kommt nicht oft vor, dass Playmobil eine solche Kooperation wie mit dem WWF Deutschland macht. Daher wurden auch extra neue Tiere entwickelt, wie z.B. das Okapi. Alte Bekannte wie der Elefant oder das Nashorn werden nur minimal jedes Jahr verändert. Der Kollege von Frau Felix meint, dass als er noch mit Elefanten gespielt hat die Hörner noch nicht beweglich und elastisch waren. Zum einen ist das

     

    Entwurf des Okapi am PC

    Unfallrisiko zurückgegangen zum anderen hat der Spaßfaktor auch zugenommen – eine Innovation von der echt alle was haben! Hierbei spielen die Briefe und Ideen von Kindern ein große Rolle. Eine eigene Abteilung bei Playmobil beschäftigt sich genau damit. Auf folgenden Foto erkennt man wie sich Mitarbeiter mit den Zeichnungen von Kindern auseinandersetzen. Besonders nachgefragt und verbessert wird oft das Feuerwehrauto oder die alte Ritterburg.

    Mitarbeiter schauen sich die Zeichnungen von Kindern an

    Wie umweltbewusst die Produktion der WWF-Sets ist, zeigt, dass die Anleitungen aus FSC Papier sind und die Kartons in denen die Schachteln transportiert werden aus Altpapier gefertigt sind. Dies ist nur bei den WWF-Sets so. Normale Playmobilanleitungen sind noch nicht aus FSC Papier oder Altpapier.

    Auch nach Feierabend sind alle noch super drauf! Als wir noch Aufnahmen machen wollen, der Chef jedoch sagt, dass die Arbeiter gerade Schichtwechsel (also Feierabend) haben, erklären sich ein paar bereit noch länger zu bleiben und mit uns zu „shooten.“ Es herrschte eine lockere und verbundene Atmosphäre in dem Werk. Als ich nach dem Lohn frage, heißt es, dass eine Arbeitsstunde in Tschechien ungefähr die Hälfte einer Arbeitsstunde in Deutschland kostet. Playmobil trägt die Verantwortung für 300 Mitarbeiter in tschechischen Cheb und für ca. 1700 in Deutschland, sowie 873 auf Malta und 67 in Spanien.

    WWF - Ranger

    Malta ist der Figuren-Spezialist, hier werden alle Playmobil-Figuren (ca. 100 Mio. im Jahr) hergestellt. In Dietenhofen werden alle anderen Teile gespritzt, blaue Packungen verpackt und weltweit versandt. In Tschechien werden ausschließlich handarbeitsintensive Aufgaben übernommen, wie zum Beispiel die Produktion von Vorbeuteln, das Befüllen der Adventskalender und es wird dort auch verpackt. „Nur über diese Arbeitsteilung auf die verschiedenen Standorte und einen hohen Grad an Automatisierung ist es möglich, die Playmobil-Produktion in Europa zu garantieren“, heißt es.

    volle Aufmerksamkeit für den Panda!

    Plastik ist biologisch nicht abbaubar. Wird Playmobil also recycelt?

    Während des Spritzgießvorgangs fällt ein geringer Anteil von überschüssigem Kunststoff, der so genannte "Anguss" an. Bei 25.000 t Kunststoffverbrauch pro Jahr sind das 1.000 t. Diese Angüsse werden gesammelt, nach Farben sortiert, wieder angemalt und zu fast 100 Prozent erneut der Produktion zugeführt.

    Die Firma geobra Brandstätter nimmt jedoch keine Figuren zum Recycling entgegen. „Dies ist allerdings auch gar nicht nötig, denn Playmobil ist ein Spielzeug mit einer ausgesprochen langen Lebensdauer. Playmobil wird von den Besitzern in der Regel nicht weggeworfen, sondern weitervererbt oder findet seinen Weg auf Flohmärkte und Tauschbörsen.“, heißt es.

    Nashörner die endlich auch in die blauen Packungen möchten

    Voller Eindrücke setze ich mich in die Bahn nach Hause, der Tag vergeht eben schneller als man denkt. Mit den Kopfhörern wieder im Ohr versuche ich die Ereignisse erstmal zu verarbeiten, bis mich ein Bahnangestellter für eine Umfrage anquatscht. Ich bin nett, verneine aber. 10 Minuten bevor ich raus muss steht plötzlich wieder jemand neben meinem Sitz. Leicht genervt entferne ich wieder die Kopfhörer und lege mich schon die Worte „Nein, ihr Kollege hat mich eben schon gefragt, tut mir Leid!“ zurecht– bis er plötzlich seinen Polizeiausweis rausholt und sagt „Zeigen Sie mir mal bitte ihren Personalausweis, wir führen hier öfter Grenzkontrollen durch.“ Völlig überrascht und verwirrt tue ich was er sagt. Sein Kollege schickt meine Personalausweisdaten per Telefon durch, während der andere meine Jacke nach Schmuggelware durchsucht.

    Jeep mit WWF-Sticker/ Kopf des Elefanten

    Mit dem Rucksack voller Playmobilfiguren schießt mir nur ein Gedanke in den Kopf: Hoffentlich denken die nicht, ich hätte in einen Spielwarenladen eingebrochen. Noch bevor ich jede Erklärung bringen kann, muss ich meinen Rucksack öffnen. Die Polizeibeamten sichtlich überrascht, der eine sagt freudig „na das hätte ich jetzt nicht erwartet.“ Ich erzähle den beiden meine Geschichte. Nach einem skeptischen Blick, nicken beide zuversichtlich – sie glauben mir, HALLELUJA!

    Vorher fast eingeschlafen, bin ich nun voller Adrenalin, als ich umsteige. Was für ein Tag! Mir schießt nochmal alles durch den Kopf und ich versuche für mich selbst abzuwägen:

    Viel nehme ich aus meinem Playmobilbesuch mit. Die Produkte selbst unterliegen großen Standards und stehen unter ständiger Kontrolle. Die Weiterentwicklung der Spielzeuge steht im Mittelpunkt des Unternehmens. Nicht nur, weil man sich auf den Markt und gegen die Konkurrenz durchsetzen muss, sondern auch, weil man Kinder glücklich machen möchte.

    Playmobil hat jedoch auch eine enorme Verantwortung für die Umwelt. Seit 1974 wird Playmobil produziert. Heute werden pro Jahr 25.000 t Kunststoff verarbeitet. Die Jahrzehntelange Arbeit hat den Produktionsablauf sehr effizient, aber noch nicht ökologisch gemacht. Spielanleitungen aus FSC und Sets aus Bioplastik stehen noch aus. Man muss nicht direkt die gesamte Produktion umstellen, aber ein Set ausschließlich aus Bioplastik herzustellen, sollte sich Playmobil für die nächsten Jahre vornehmen, überlege ich.

     

    Lagerhalle in Dietenhofen

    Schritt für Schritt zu einer nachhaltigeren Zukunft – auch bei Playmobil, sollte so das Motto bis 2020 lauten. Schaut euch doch auch das "Making of" Video der WWF-Sets an

     

    Besonderen Dank möchte ich noch Sybille Felix für ihre Zusammenarbeit aussprechen.  

Kommentare

15 Kommentare
  • Anne95
    Anne95 Sehr interessanter Artikel! Das war bestimmt ein mega Erlebnis... :-)

    Jaa, das mit dem Plastik hat mich auch ein bisschen gestört. Aber ich hoffe einfach, dass das Playmobil seinen Zweck erfüllt und die Kinder begeistert. Vielleicht kann man ja...  mehr
    14. Januar 2013
  • Anne95
    Anne95 Sehr interessanter Artikel! Das war bestimmt ein mega Erlebnis... :-)

    Jaa, das mit dem Plastik hat mich auch ein bisschen gestört. Aber ich hoffe einfach, dass das Playmobil seinen Zweck erfüllt und die Kinder begeistert. Vielleicht kann man ja...  mehr
    14. Januar 2013
  • MarcelB
    MarcelB @Cosima: Muss ich leider wiedersprechen. Playmobil forscht schon extrem für die Langlebigkeit von Plastik. Nicht umsonst fällt Bioplastik als Rohstoff für die Produktion weg, weil er nicht die gleichen Kriterien wie die der ABS-Plymere erf&...  mehr
    14. Januar 2013
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen :D Also um dem Trend mal entgegenzuwirken: Ich hatte kein Playmobil als Kind und auch nie den Wunsch danach...und ich finde es ehrlich gesagt einfach nicht so schön...aber das ist Ansichtssache!
    Ich finde man kann durchaus kompromissloser werden. Die...  mehr
    15. Januar 2013