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Von wegen "saubere Energie" - Wie der Uranabbau Mensch und Natur ausbeutet

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    Diesen Artikel habe ich für den Deutschunterricht geschrieben, bin aber der Meinung, dass er auch ganz gut hierher passt… :)

     

    Während in Deutschland und in anderen europäischen Ländern gerade heftig über die Sicherheit der Atomkraftwerke und über deren Laufzeit diskutiert wird, rückt ein wichtiger Aspekt der Atomenergie in den Hintergrund: der Uranabbau. Vor allem die Industriestaaten haben einen hohen Verbrauch an Uran, welches meist in Afrika abgebaut wird.

    Der Uranabbau bringt verheerende Folgen für die Menschen sowie auch für die Natur mit sich. Da er meist als Tagebau betrieben wird, werden ganze Landstriche komplett verwüstet und verstrahlt.

    Ein anschauliches Beispiel ist der Staat Niger: in Westafrika gelegen, zählt er zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde.    Der Niger gilt als der größte Uranlieferant der Welt; seit 60 Jahren wird dort in zwei großen Minen Uran geschürft, vor allem durch den französischen Atomkonzern Areva.

    Eine von Greenpeace durchgeführte Untersuchung ergab, dass dort die Strahlung in Luft, Wasser und Boden die Vorgaben um das bis zu 500-fache übertrifft. Und das bei einer Halbwertszeit, die bei Uran bis zu 4,5 Milliarden Jahre beträgt. (Zum Vergleich: Die Erde wird auf etwa das gleiche Alter geschätzt.)

    Neben der Zerstörung der Landschaft entsteht ein Schaden für die Natur vor allem durch das Wasser. Die Bergwerke allein im Niger sollen innerhalb von 40 Jahren 270 Milliarden Liter Wasser verbraucht haben.   

    Der Großteil dieser Unmengen an Wasser wird gebraucht, um das Erz, nachdem es zerkleinert wurde, aus dem Gestein zu lösen. Nach der Verwendung wird das Wasser einfach wieder zurück in die Seen und Flüsse geleitet und gelangt dadurch auch ins Grundwasser, welches als Trinkwasser genutzt wird. Teilweise wird das Wasser auch in sogenannten Absetzbecken entsorgt. Sie unterscheiden sich optisch nicht von gewöhnlichen Stauseen und es gibt keine Beschilderung, die auf die Verstrahlung hinweist. So wird auch hier radioaktiv verseuchtes Wasser als Trinkwasser für Menschen und ihr Vieh verwendet.  Die Arbeiter in den Bergwerken sind besonders stark betroffen. Sie tragen keine Schutzanzüge oder Atemmasken, die sie vor dem gefährlichen Feinstaub, der beim Abbau entsteht schützen könnten. Oft kommt es zu Krebserkrankungen und zu Missbildungen bei Säuglingen und Föten.

    Eine weitere Gefahr entsteht dadurch, dass die Bergbaukonzerne nur circa zehn Prozent des abgebauten Materials verwenden. Der ebenfalls radioaktive Rest wird einfach aufgetürmt und bei trockenen starken Winden, die ja in Afrika keine Seltenheit sind, kilometerweit verteilt.

    Auch der Transport ist ein weiterer Faktor: Das Uran wird in häufig undichten Fässern zu den Häfen transportiert. Dabei werden oft Millionenstädte passiert.

    All dies kann man hauptsächlich auf das fehlende Gewissen der Verantwortlichen zurückführen. Das folgende Beispiel zeigt das treffend:

    Im Niger wurde der Schutt aus einer Uranmine einfach zum Straßenbau verwendet. Nach Protesten reinigte Areva die betreffenden Straßen und erklärte die Gegend als „strahlungsfrei“.

    Wenn es wenigstens so wäre, dass die Bevölkerung am Gewinn beteiligt würde. Aber nein, durch den Uranabbau wird die Armut nur noch mehr verstärkt.

    Auch Geld für die Rehabilitation ist auf Seiten der Bergbauunternehmen nicht im Budget vorgesehen. Das übernimmt dann, zumindest in Europa und den USA, der Steuerzahler.

    Noch inakzeptabler wird die ganze Angelegenheit dadurch, dass z.B. Areva sich weigert, Daten über die Strahlenbelastung herauszugeben.

    Rechnet man nun alle Kosten, die vor allem auch langfristig entstehen werden, zusammen, so wird klar, dass die Atomkraft und der Uranabbau ein sinnloses und unwirtschaftliches Unternehmen sind. Leider ist die Atomkraft zurzeit noch eine riesige Gewinnmaschine, bei der jedoch Mensch und Natur mit ihrem Leben bezahlen müssen.

    Strom, der unter diesen Bedingungen produziert wird, kann man auf keinen Fall als „sauber“ bezeichnen!

     

    Quellen:  Text:  greenpeace.de

                               rosalux.de

                               wissen.dradio.de

                  Bilder:  facing-finance.org

     

Kommentare

6 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Ich schließ mich dem an.
    Alle reden immer von der Endlagerung, dabei ist der Abbau genauso wichtig.
    Es ist durchaus erschrekend, dass man so wenig darüber hört.
    Ich wusste kaum darüber bescheid, auch wenn ich mir die Folgen hätte...  mehr
    5. Januar 2013
  • ClaraG
    ClaraG Erstmal: Natürlich passt der Artikel hier hin.
    Ich finde es genau wie die anderen gut, dass du das Thema auch mal von der Seite des Abbaus beleuchtet hast, der mir persönlich bisher noch gar nicht in den Sinn gekommen war, aber ja scheinbar mind...  mehr
    5. Januar 2013
  • david.s
    david.s das ist heftig und die strahlung ist da praktisch für immer, das muss geändert werden
    5. Januar 2013
  • Jojux
    Jojux Ich muss gestehen, dass ich bisher noch gar nicht an die Seite des Uranabbaus gedacht habe. Auf jeden Fall eine wichtige Seite die von den Energiekonzernen wahrscheinlich sehr bewusst unter den Teppich gekehrt wird.
    Und leiden müssen natürlcih w...  mehr
    6. Januar 2013