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Stirbt der Schokoladenweihnachtsmann?

  • Ich bin mir sicher jeder von uns hat zu Weihnachten mindestens einen dieser Kerle geschenkt bekommen, allerdings ist unser schokoladiges Glück bedroht. Zwei Faktoren werden dafür sorgen, dass in der Zukunft unter den meisten Weihnachtsbäumen nur winzige Mengen oder billige Schokolade aus den Früchten des Johannisbrotbaumes liegen werden. In den nächsten 20 Jahren könnte Schokolade wieder zu einem Luxusgut werden.

    Das Problem
    Das grundsätzliche Problem ist, dass die Produktion sinkt und die Nachfrage steigt. Vor allem in Ländern wie Indien und China steigt die Nachfrage immer stärker, da sich nun eine immer breitere Schicht die Schokolade leisten kann und nicht darauf verzichten möchte. Unterdessen bauen immer weniger Bauern Kakao an.

    Faktor 1 soziales Elend
    Kakao wird in einigen der ärmsten Länder der Welt angebaut. Allein Ghana und die Elfenbeinküste liefern beinahe dreiviertel der Kakaoerträge. Durch den Mangel an Infrastruktur, Bewässerungsmöglichkeiten und Wissen werden die Ernten immer kleiner. Verzweifelt versuchen die Bauern ihre Erträge zu steigern und roden für den Kakaobaum wichtige Begleiterpflanzen um so mehr Platz und Monokulturen zu schaffen. Das hat allerdings zur Folge, dass die Pflanzen vertrocknen. Außerdem bewässern sie die Pflanzen zu stark und schneiden sie zurück um die Ernte zu vereinfachen. Zudem haben sie oft nicht die Mittel um Dünger und Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Die Bauern verdienen nicht viel an ihrer harten Arbeit. Man sagt, dass sie pro Tag ungefähr 80ct verdienen, was jedoch kaum zum Überleben reicht geschweige denn zum Steigern des Ertrages. Oft ist der Anbau erst durch Kinderarbeit möglich, doch auch die Kinder sehnen sich nach einem besseren Leben und ziehen mit dieser Hoffnung in die Städte. Zurück bleiben die alten Bauern ohne Vermögen. Ihnen bietet sich nicht einmal die Möglichkeit die Kakaopflanzen durch Ölpalmen oder Gummibäume zu ersetzen.

    Faktor 2 Klimawandel
    Kakaobäume sind sehr empfindlich. Manche Leute sagen sie würden schon eingehen sobald eine Motte auch nur an ihnen vorbei fliegt. Sie wachsen am besten bei 22-25 °C doch schon heute wächst er in Afrika bei 24-29°C. Nach Angaben der CIAT (internationales Zentrum für Tropische Agrarwirtschaft) wird sich die ideale Anbauhöhe von 350m auf 450m verschieben. In Westafrika gibt es solche Flächen allerdings nicht und auch in den restlichen Anbaugebieten gibt es nur wenige solcher Flächen und selbst dort muss man erst einmal Platz für Plantagen finden. Selbst wenn man dies tun sollte braucht ein junger Kakaobaum immer noch sechs Jahre bis er die ersten Früchte trägt.

    Lösungen?
    Es gibt verschieden Ansätze um die totale Katastrophe für Schokoliebhaber abzuwenden. Vor kurzem konnte man die Genome von zwei Sorten entschlüsseln. Jedoch sind an Kakaopflanzen Genmanipulationen sehr aufwendig und die Gesellschaft würde Gen-Kakao nicht akzeptieren. Wer nun denkt, dass dieses Wissen jetzt unnütz für eine Lösung ist, liegt falsch. Durch das neue Wissen ergeben sich auch neue Möglichkeiten in der traditionellen Züchtung. Einen anderen Ansatz haben die Hilfsorganisationen sie wollen direkt den Bauern helfen. Es gibt unzählige Organisationen, die den Kakaobauern helfen wollen. Auch 85 der großen Schokoladenunternehmen haben sich in der World Cocoa Foundation zusammengeschlossen um die Bauern fortzubilden, Kinderarbeit zu verhindern und für Nachhaltigkeit zu sorgen. Das klingt ja alles ganz nett, aber wie setzen sie das um? Jede Organisation und jedes Projekt hat sein eigenes Ziel und seine eigene Methode. Aber um erfolgreich zu sein müssten sie sich koordinieren und nicht nur auf einzelne Dörfer oder Dinge konzentrieren.

    Eine Lösung des Problems ist dringend nötig und das ist den meisten Betroffenen auch klar, aber sie zu finden und umzusetzen, wird nicht einfach werden und auch nur gemeinschaftlich möglich sein. Also lasst uns auch einen Beitrag leisten. Wir versuchen weiterhin das Klima zu retten und besorgen uns für neue Energie Fairtradeschokolade.
     

    Quelle: P.M. Magazin 01/2013

Kommentare

13 Kommentare
  • Juliaaa
    Juliaaa NEEEIN, bitte nicht :-(
    3. Januar 2013
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Also ich fände es begrüßenswert, wenn Schokolade wieder etwas besonderes wird. Es wird viel zu viel zu viel zu viel Schokolade produziert und gegessen.

    @Lautlos: Leider eher nicht. Mag sein dass da irgendwelche tollen Stoffe im Kakao drin...  mehr
    4. Januar 2013
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen sorry Fehler: ...aber in Schokolade IST extrem viel....
    4. Januar 2013
  • ClaraG
    ClaraG Ich persönlich finde das schade, aber nicht soo schlimm.
    Bei mir persönlich steht jetzt schon morgens keine Schokocreme auf dem Frühstückstisch sondern welche aus Johannisbrotbaum. Diese schmeckt meiner Meinung nach noch besser, da sie...  mehr
    5. Januar 2013