Berichte

Gewinner und Verlierer des Jahres 2012

  • Elefantenmassaker, Tigerschutzgebiete und Deiche an der Elbe. Nach einem ereignisreichen Jahr zieht der WWF eine zweigeteilte Jahresbilanz für den Artenschutz.

    Verlierer 2012

    Afrikanische Elefanten: Seit Anfang 2012 sind weit über 10.000 Elefanten aus den Savannen und Wäldern Afrikas verschwunden. Sie wurden Opfer grausamer Verbrechen, niedergemetzelt und verstümmelt von skrupellosen Kriminellen, die es auf die Stoßzähne abgesehen haben. 

    © WWF / Green Renaissance

    Nashörner: Auch die Nashörner sind von der dramatischen Wildereikrise betroffen. Allein in Südafrika wurden 2012 pro Tag etwa zwei Tiere getötet. Die Hörner gehen vor allem nach Vietnam, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden. Dementsprechend ist auch die Lage der asiatischen Nashörner extrem kritisch. So zählen die Java-Nashörner zu den bedrohtesten Säugetieren weltweit.

     

    Menschenaffen: Egal ob Gorilla, Bonobo, Orang-Utan oder Schimpanse: Unseren nächsten Verwandten im Tierreich geht es immer schlechter. Rücksichtlose Wilderei, Lebensraumzerstörung, die unruhige politische Situation und das tödliche Ebola-Virus, vor allem in den Ländern Zentralafrikas, führen zu einem bisher ungebremsten Rückgang der Bestände. Nur die Population des Berggorillas ist leicht ansteigend.

    © Bruce Davidson / WWF

    Lonesome George: Ein symptomatisches Einzelschicksal ist der Tod von Lonesome George. Mit ihm ist im Juni 2012 auf der Galapagos-Insel Pinta der letzte Vertreter der Riesenschildkröte Chelonoidis nigra ssp. abingdoni gestorben. George wurde etwa 100 Jahre alt und galt als einsamstes Tier der Welt. Forscher haben zwar im November Gene von Chelonoidis nigra ssp. abingdoni in anderen Schildkröten entdeckt, doch nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist es nicht möglich hieraus eine neue Generation zu züchten oder gar zu klonen.

    © Martin Harvey / WWF

    Ostsee-Schweinswal: Deutschlands einzige Walart kämpft weiter ums Überleben. Selbst inden Meeresschutzgebieten ist der kleine Wal vor den Todesfallen der Stellnetzfischerei nicht sicher. Die feinmaschigen Netze sind für das Echolot der Meeressäuger unsichtbar, die Tiere verheddern sich darin und ersticken. Etwa 4.500 Quadratkilometer sind in der deutschen Ostsee offiziell dem Schweinswalschutz gewidmet. Aber jeder Quadratkilometer davon darf weiter befischt werden, weil Umweltminister Peter Altmaier und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner seit 20 Monaten eine Regelung der Fischerei in Schutzgebieten blockieren.

    © Britta König / WWF

    Gewinner 2012

    Wölfe: Im Herbst gelangen, keine 25 Kilometer von der Stadtgrenze Berlins entfernt, mit einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines neuen Familienverbands. Der Wolf besiedelt somit trotz mancher Rückschritte und Verluste seine alte Heimat immer weiter neu. Seine Rückkehr ist Erfolg und zugleich Herausforderung für den Naturschutz. In Deutschland gibt es mittlerweile 18 bestätigte Rudel und einige Einzeltiere. Der WWF setzt sich dafür ein, ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Wolf zu ermöglichen.

    © Ralph Frank / WWF

    Dugongs, Meeresschildkröten und Quastenflosser: Mosambik hat 2012 Afrikas größtes Küstenschutzgebiet ausgewiesen. Das Primeiras e Segundas-Archipel erstreckt sich über eine Millionen Hektar und umfasst zehn Inseln. Seltene Meeresschildkröten haben hier ihre Nistplätze. Auch der Quastenflosser, ein Fisch, der schon lange vor den Dinosauriern die Meere bevölkerte, ist in der Region zuhause. Die letzten großen Seegraswiesen Afrikas und extensive Mangrovenwälder sind zudem Lebensraum der bedrohten Dugongs. Dugongs sind die einzigen heute noch lebenden Vertreter der Gabelschwanzseekühe.

    © Andrey Nekrasov / WWF-Canon

    Amur-Leopard: Nach jahrelanger Vorarbeit des WWF hat die russische Regierung im Fernen Osten einen neuen Nationalpark eingerichtet, um die letzten Amur-Leoparden zu schützen. Die Leoparden-Unterart gilt als die seltenste Großkatze der Welt. Zukünftig sollen bis zu 50 Tiere im neuen sogenannten „Leopardenland“ leben können und so die Unterart vor dem Aussterben bewahrt werden.

    © Valerii Maleev / WWF

    Elbebiber: Zwei Jahre nach Baubeginn wurde der erste Abschnitt des neuen Elb-Deiches nahe Dessau fertiggestellt. Die Deichrückverlegung ist Hauptbestandteil des derzeit größten WWF-Naturschutzprojekts in Deutschland. Durch Schaffung von zusätzlichen 600 Hektar Überflutungsfläche wird in der Region die Gefahr von Flutkatastrophen gemindert und zugleich profitiert der Elbebiber von der Vergrößerung seines Lebensraums. Der Bestand dieser nur in Deutschland heimischen Unterart konnte inzwischen stabilisiert werden. Gefördert wird das WWF-Projekt durch das Bundesumweltministerium (75 Prozent) und das Land Sachsen-Anhalt (15 Prozent).

    © Ralph Frank / WWF

    Bilder: © Michael Poliza / WWF; © WWF / Green Renaissance; © Brent Stirton / Getty Images / WWF UK; © Bruce Davidson / WWF; © Martin Harvey / WWF; © Britta König / WWF; © Ralph Frank / WWF; © Andrey Nekrasov / WWF-Canon; © Valerii Maleev / WWF; © Ralph Frank / WWF

Kommentare

9 Kommentare
  • Juliaaa
    Juliaaa Was ist eigentlich mit den Tigern? Nach der riesigen Kampagne letztes Jahr müssten die doch zu den Gewinnern gehören, oder nicht? :-)
    21. Dezember 2012
  • Madamsel
    Madamsel Es ist wirklich schön zu sehen, dass der wolf auf der gewinner-liste steht und unsere kampagne zumindest ein bisschen dazu beigeholfen hat. :)
    Durch den bericht wird aber auch deutlich, wie wichtig es ist nun gegen die wilderei vorzugehen. Ich hoffe,...  mehr
    23. Dezember 2012
  • Carinaa
    Carinaa Woooow das sind doch echt schon Erfolge (:
    Das mit dem Amur Leoparden freut mich sehr :)
    Als nächsten sollte man sich um die Elefanten und Nashörner. Kümmern...
    Auf jeden fall schon tolle erfolge!!
    26. Dezember 2012
  • david.s
    david.s der pfälzerwald sollte naturschutzgebiet für wölfe werden und in der ostsee soll das fischen an dem naturschutzgebiet und in weiteren teilen verboten sein damit nicht nur der OSTSEE -
    SCHWEINSWAL sondern auch die fischbestände sich er...  mehr
    4. Januar 2013