Berichte

Sensation! Neue Arten am Mekong entdeckt!

  • Innerhalb eines Jahres wurden laut eines WWF-Berichts in der Mekong-Region 126 bisher unbekannte Spezies entdeckt! Darunter finden sich einige skurril anmutende Vertreter, wie etwa die dämonisch aussehende Beelzebub-Fledermaus, eine rotäugige Grubenotter oder ein goldfarbener Mini-Fisch mit einer Körperlänge von nur zwei Zentimetern. Besonders exotisch ist ein bisher unbekannter Laubfrosch aus den Wäldern des nördlichen Vietnams. Die männlichen Vertreter locken Weibchen mit Gesang an, der sich anhört, als sei er von einem Vogel. Dabei klickt, pfeift und zwitschert der Frosch stets in einem anderen Rhythmus, mit neuer Melodie und variierender Tonlage. "Evolution ist sehr kreativ", kommentiert Stefan Ziegler, WWF-Referent für die Mekong-Region. "Was die Forscher entdecken, wirkt stellenweise wie aus der Ideenkiste eines Science-Fiction-Autors."

    Durchschnittlich wurden in der Mekong-Region 2,5 neue Arten pro Woche neu beschrieben. "Noch immer scheint die hohen biologische Vielfalt in Südostasien für Überraschungen gut zu sei. Doch wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor wir sie überhaupt kennen", warnt WWF-Experte Stefan. Die Lebensräume entlang des Mekongs seien durch den Bau von Straßen, Dämmen und schnell wachsende Städte bedroht. Bereits heute fänden sich 70 Prozent der Säugetierarten, die nur dort vorkommen, auf der Roten Liste. Bedroht sind beispielsweise der Indochinesische Tiger und der Asiatische Elefant. Deshalb kämpft der WWF auch in dieser Region für den Artenschutz.

    Wir zeigen euch hier einige der spektakulären Neuentdeckungen:

    Die Viper mit den rubinroten Augen - Entdeckt wurde die eindrucksvolle Grubenotter in den Wäldern nahe der Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. Im Gegensatz zu vielen Artgenossen lebt Trimeresurus rubeus nicht auf dem Boden, sondern bevorzugt in Baumkronen. Zur Beutejagd jedoch schlängelt sie sich in Gewässernähe entlang auf der Suche nach Fröschen und kleinen Säugetieren. Forscher gehen davon aus, dass es nur sehr wenige Exemplare dieser auffallenden Viper gibt und dass sie schon jetzt stark bedroht ist.

    Die Fledermaus aus der Unterwelt - Mindestens ein Drittel aller Säugetiere in Südostasien sind Fledermäuse. 2011 gelang es Forschern, fünf weitere Spezies wissenschaftlich zu beschreiben. Ein Team des Ungarischen Nationalmuseums entdeckte gleich drei neue Röhrennasenfeldermäuse in Vietnam. Einen besonders dunklen und fast schon diabolischen Flugsäuger benannten sie kurzerhand nach dem Herren der Unterwelt, nach Beelzebub.

    Der unterirdische Blindfisch - Augen braucht der Bangana musaei keine. Dort wo die Karpfenart lebt, gibt es sowieso kein Licht. Entdeckt wurde er im Einzugsgebiet des Xe Bangfai, einem Mekong-Nebenfluss in Laos, der sich auch unterirdisch seinen Weg durch Kalksteinkarst in einer Tiefe von bis zu Kilometern erschließt. Und genau dort vermuten Wissenschaftler auch die Heimat des blinden Fischs. Insgesamt wurden dreizehn neue Fischarten im Jahr 2011 entdeckt und wissenschaftlich beschrieben.

    Der Yin-und Yang-Frosch - Was für Augen: Zur Hälfte tiefschwarz und zur anderen Hälfte strahlend weiß. Sie erinnern an das chinesische Symbol für Gegensätzlichkeit und Einheit -Yin und Yang. Der Leptobrachium leucops ist eines von insgesamt fünf neu entdeckten Amphibien des aktuellen Mekong-Reportes. Er misst zwischen 3,8 und 4,5 cm. An seinen Lebensraum stellt er ganz besondere Ansprüche: Bislang wurde er ausschließlich in Höhen von 1558 bis 1900 Metern über dem Meeresspiegel entdeckt. Dazu liebt er es warm, feucht und immergrün. Entdeckt wurde er auf dem Langbian-Plateau in Süd-Vietnam.

    Kleiner, bunter Raubfisch - Der Boraras naevus ist ein kleiner Süßwasser Bärbling. Wissenschaftler haben ihn in Südthailand entdeckt. Naevus bedeutet Schönheitsfleck, und dieser unterscheidet sich bei jedem einzelnen Exemplar. Entdeckt wurden die 1,5 bis 2 cm großen Fische im Süden Thailands. Obwohl sie nur so klein sind, gehören sie zu den Raubfischen. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern, Krebstieren und Zooplankton.

    Die internationale Orchidee - Die Mekong-Region ist ein Flora-Paradies. Ganze 83 neue Pflanzen wurden im Jahr 2011 entdeckt, darunter auch eine besonders eindrucksvolle Orchidee, die Coelogyne pachystachya. Eine regelrechte internationale Kooperation war jedoch erforderlich, um die Gefäßpflanze erstmalig wissenschaftlich zu beschreiben. In Thailand wurde sie entdeckt, anschließend wurde sie vor vier Jahren nach Australien verschifft. Nachdem in einem deutschen Fachmagazin über sie berichtet wurde, gelang sie wiederum in den Botanischen Garten im niederländischen Leiden. Und dort konnte sie schließlich spezifiziert werden.

    Der charmante Frosch - Das hat Stil: Während andere männliche Frösche immer wieder gleich quaken, um die Damenwelt für sich zu begeistern, ist Gracixalus quangi einfach anders. Jeder seiner Rufe ist einzigartig. Er improvisiert dabei mit individuellen Klicklauten, Pfeifen und Zwitschern. Entdeckt wurde er in einem Wald in Nordvietnam. Er gehört zu der Familie der Rhacophoridae. Einige seiner Artgenossen sind durchaus für ihre gesanglichen Stärken bekannt. So einzigartig und komplex bezirzt jedoch kein anderer Frosch die Weibchen.

    Die Zweibein-Eidechse - Die Evolution ist immer wieder für Überraschungen gut: Jarunjinia bipedalis besitzt nur zwei anstatt vier Füße. Entdeckt wurde sie im thailändischen Bezirk Suan Phueng. Sie gilt als das einzige Eidechse weltweit mit nur zwei Beinen. Benannt wurde sie nach Dr. Jarujin Nabhitabhata, dem ersten Direktor des thailändischen Naturkundemuseums.

    Der Python vom Goldenen Berg - Insgesamt 21 Reptilien listet der aktuelle Mekong Report als neu beschrieben auf. Darunter befindet sich auch der Python kyaikitiyo. Entdeckt wurde die etwa 150 cm lange Würgeschlange im „Kyaiktiyo Wildlife Sanctuary“ in Myanmar, nachdem sie auch benannt wurde. Das Naturschutzgebiet an der Grenze zu Thailand gilt weltweit als eines der wichtigsten Habitate für Tiger und Elefanten. Dort befindet sich auch die „Kyaiktiyo Pagoda“, der „goldene Berg“, eine bedeutende buddhistische Pilgerstätte.

    Der laufende Fisch Clarias gracilentus ist so agil, dass er sich sogar außerhalb des Wassers fortbewegen kann. Laufen kann er zwar nicht, dafür fehlen ihm einfach die Füße. Aber er schlängelt und windet sich auf dem Trockenen entlang und sucht sich so mitunter auch Nahrung an Land. Normalerweise lebt er aber in strömungsarmen Gewässern, in Flüssen und Seen, aber auch in Reisfeldern und Flutbecken. Sollten diese austrocknen, dann macht sich der Kiemsackwels einfach auf dem Weg zu neuen Ufern.

     

    Fotos: © Jodi J. L. Rowley / WWF; © Peter Paul van Dijk / Darwin Initiative / WWF; © Gábor Csorba / WWF; © Helmut Steiner / WWF; © Jodi J. L. Rowley / WWF; © Peter Maguire / WWF; © John Varigos / WWF; © Jodi J. L. Rowley / WWF; © Michael Cota / WWF; © George Zug, Division of Amphibians & Reptiles, National Museum of Natural History Smithsonian / WWF; © WWF

Kommentare

16 Kommentare
  • SquareEnix
    SquareEnix genialer Bericht,Die Viper mit den rubinroten Augen finde wunderschön. aber auch die anderen Tiere sind klasse, da ich sie bisher noch nicht kannte .
    22. Dezember 2012
  • Himbeere
    Himbeere @ SquareEnix Ich auch. ^^
    22. Dezember 2012
  • Emelie
    Emelie Voll gut! :)
    Ich finde die Fledermaus niedlich
    Trotzdem find ich es gut das wir nicht alle Arten kennen...
    Das lässt den Planeten auch interessant bleiben! ;)
    26. Dezember 2012
  • Puma
    Puma Wie schön,dass es immer noch neue arten gibt. :)
    Am besten gefällt mir die schlange. :))
    31. Dezember 2012