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Lebende Steine - Ein Profil

  • Dick und fleischig liegen sie im Boden vergraben. Nur ihre flache Oberseite schaut heraus. Sie sind kaum von der Umgebung und den umliegenden ‘echten‘ Steinen zu unterscheiden. Lebende Steine sind richtige Tarnungskünstler und einzigartig unter den Sukkulenten, den wasserspeichernden Pflanzen.

    Es gibt sie in allen Farben und Formen, orange, grün, braun oder lila, flach, geriffelt oder gefurcht, mit Muster oder ohne. Ihr wissenschaftlicher Name ist Lithops.

    Wie die meisten Pflanzen besitzen auch Lebende Steine Blätter. Die sind aber nicht flach und grün. Der dicke Körper, die zwei sichtbaren Popohälften, sie sind die beiden Blätter. In ihnen speichern die Lebenden Steine Wasser, um im heißen afrikanischen Wüstenboden zu überleben. Lithops bestehen zu 99% daraus. Wenn sie zu viel Wasser bekommen, können sie platzen. Jeder lebende Stein bildet nur zwei Blätter aus, die miteinander verwachsen sind. Diese Blätter entstehen jedes Jahr aufs Neue. In der Mitte des alten Paares erscheinen junge Blätter, die die Alten sozusagen leer trinken, bis diese ganz schrumpelig sind und die jungen Blätter prall und dick. In dieser Zeit brauchen die Pflanzen kein zusätzliches Wasser, da die frischen Blätter das Wasser der Elternblätter übernehmen.

    Die Oberseite der Blätter, also der sichtbare Teil der Pflanze, besteht aus dem sogenannten Fenster. Es ist lichtdurchlässig, sodass Sonnenstrahlen auf die Innenseite der Pflanze fallen können. Auf dem inneren Rand liegt das Chlorophyll, wodurch die photosynthetisierende Schicht ganz grün ist. Der Mittelteil von Lithops ist saftig und wässrig.

    Das könnt ihr auch bei den Fotolinks unten sehen, wenn ihr auf Querschnitt klickt.

    Lebende Steine bestehen fast nur aus ihren dicken Blättern. Einen Stiel oder Stamm haben sie nicht. Ihre dicke holzige Pfahlwurzel reicht tief in den Boden. Um Wasser aufzunehmen, bildet diese dicke Wurzel kleine feine Seitenwurzeln aus, die das Wasser aus dem Boden aufnehmen. Wenn die Trockenheit zu lange anhält, sterben die feinen Wurzeln ab. Beim nächsten Regen werden neue ausgebildet.

    Lithops bilden Blüten aus. Sie sind weiß oder gelb. In Kultur können sie auch andere Farben haben. Sie blühen zwischen Juli und September. Pro Jahr und Pflanze wird nur eine Blüte gebildet. Wenn diese vertrocknet, entsteht eine holzige Kapsel, die die Samen in sich trägt. Sobald es regnet, öffnet sich die Kapsel binnen Sekunden und der Regen wäscht die Samen aus ihr heraus. Wenn die Kapsel trocknet, schließt sie sich wieder und öffnet sich erst beim nächsten Schauer. Dabei können mehrere Jahre vergehen . Die Samen sind sehr lange keimfähig. Auch nach 30 Jahren sind sie noch in der Lage neue Pflanzen hervorzubringen.

    Licht ist extrem wichtig für Lithops. Sie brauchen überdurchschnittlich viel davon. Auch was ihren Nährboden angeht sind sie höchst anspruchsvoll. Das Substrat muss recht grob und wasserdurchlässig sein, damit es sich nicht staut. Außerdem muss der Boden reich an Mineralien sein, damit sich die Lebenden Steine richtig wohlfühlen.

    Da Lithops fast nur aus Wasser bestehen, werden sie von Einheimischen als Durstlöscher genutzt. Sie werden ausgedrückt und das austretende Wasser getrunken. Ihre Tarnung besitzen sie übriens, um Fressfeinden, wie Ziegen oder Schafen zu entgehen. Dadurch, dass ihre Oberfläche mit dem Boden eben ist, laufen die Huftiere einfach über sie hinweg, ohne sie kaputt zu treten.

    Lithops sind drollige kleine dicke Pflänzchen, an denen man sich einfach nicht satt sehen kann. Jede der ca. 40 Arten ist einzigartig und wunderschön. Die Kombinationen aus Musterung, Farbe und Form sind von Pflanze zu Pflanze verschieden und machen jede Art zu etwas ganz Besonderem.

    Eine Auswahl an Fotos verschiedener Arten und ihren Formen findet ihr hier:

    Verschiedene Arten und ihre Blüten
    Schönes Muster
    Junge Blätter trinken die Alten
    Sehr junge Lithops
    Noch ein schönes Muster
    Lithops mit Kapseln
    Verschiedene Lithops mit Struktur
    Querschnitt mit neuen Blattansätzen
    Bunte Lithops im Topf

    …und natürlich über eure Suchmaschine ;o)

     


    Alle Fotos in diesem Bericht © Janine Koch
     

Kommentare

12 Kommentare
  • midori
    midori Einfach nur ulkig, wie man so leben kann! :D
    19. Dezember 2012
  • Cosima
    Cosima Ha ! Das ist ja mal was total anders.
    Kurz und knackiger Bericht und ich bin echt erstaunt
    und fasziniert von den lebenden Steinchen :)
    19. Dezember 2012
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Ja, faszinierende Pflanzen. Meine männlichen Familienmitglieder sind totale Lithops -Fans und so haben wir eine Menge davon in unserem Gartengewächshaus. Ist immer sehr schön, wenn die blühen.
    19. Dezember 2012
  • Kathinki
    Kathinki Ich habe auch einen in meinen Zimmer stehen!
    Intressanter Bericht!
    19. Dezember 2012