Berichte

Von der Rettung bengalischer Zirkustiger

  • 9 Jahre lang mussten die Tigerinnen Gandhi und Natascha darauf warten, artgerecht leben zu dürfen. Eine tragische Geschichte, die zum Glück ein Happy End hat. Aber immer schön der Reihe nach:

    Ein Zirkus entledigt sich seiner Tiger
    Eingesperrt in einen winzigen Käfig-Wagen wurden die damals noch jungen Tigerinnen, im Jahre 2003, auf einem Parkplatz im südfranzösischen Marseille zurückgelassen. Damit sie überleben konnten, bat der örtliche Zoo an, die Tiere zu füttern. Aufnehmen jedoch konnte er die Beiden nicht. Und so waren sie ganze drei Jahre jedem Wetter ausgesetzt. Ob der brennenden Sonne, oder dem kalten Regen.
    Doch schließlich wollte die Stadt die Tiere einschläfern lassen. Um dies zu verhindern setzten Tierschützer der Brigitte-Bardot-Stiftung alle Hebel in Bewegung, um einen anderen Aufenthaltsort zu finden. Gerade noch rechtzeitig erklärte sich ein Tierpark in Lübeck bereit, die Tigerinnen aufzunehmen. Da der Park jedoch vor dem Aus stand, konnte er den Beiden nur ein Jahr lang Unterschlupf bieten. Zum Glück gab es im südhessischen Rüsselsheim ein Tierheim mit Wildtiergehege. Dort verbrachten die Zwei dann fünf Jahre. Um Gandhi und Natascha ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, beschloss die Organisation Vier Pfoten die Katzen nach Südafrika ins Lionsrock zu bringen.

    Der lange Kampf um die Ausreise
    Die Ausreise gestaltete sich jedoch als sehr schwierig, weil die Herkunftsnachweise fehlten. Da Tiger durch das Artenabkommen geschützt sind, muss vor einem Transport nachgewiesen werden, woher die Tiere stammen. Sind sie in der Wildnis geborgen, oder in Gefangenschaft? Sind sie die erste Generation in Gefangenschaft geborener Tiger, oder die Zweite?
    Können diese Fragen nicht beantwortet werden, kommt beim zuständigen Bundesamt schon mal der Verdacht auf, es handele sich um illegalen Handel.
    So verzögerte sich die Reise natürlich, da mehr Papierkram erledigt werden musste, als es normaler Weise der Fall wäre. Als jedoch die bürokratischen Hürden genommen waren, rückte der Tag der Abreise schnell näher.
    Die Tiger wurden gechippt und einem letzten Gesundheitscheck unterzogen, und es konnte losgehen.


    (Die letzte Etappe ist fast geschafft, und die Tigerinnen können bald ihr neues Territorium erkunden)

    Endlich ist es soweit
    Im Lionsrock angekommen warteten die Tierschützer gespannt auf die Reaktionen der Neuankömmlinge. Würden sie sich eher zurückziehen, oder alles neugierig erkunden? Letzteres war der Fall. Zumindest bei Gandhi. Natascha verschlief den ersten Tag im neuen Reich. Ein Reich, bei dem es sich um ein 1 Hektar großes Refugium handelt. So können sich die Tigerinnen von nun an auch aus dem Weg gehen. Denn normaler Weise sind sie Einzelgänger. Es sei denn sie liebäugeln mit einem Artgenossen. So wie Gandhi ein Auge auf Martin geworfen hat. Martin lebt im benachbarten Gehege. Dieser Tiger wurde in Bulgarien gerettet.
    Das jedoch ist eine andere Geschichte.


    (Endlich gibt es genug Raum um sich auszutoben.....

    ...und schattige Plätze um sich auszuruhen.)

    Fotos (der Reihenfolge nach):
    VIER PFOTEN, Sabine Vielmo VIER
    VIER PFOTEN, Mihai Vasile
    VIER PFOTEN, Mihai Vasile
    VIER PFOTEN, Mihai Vasile
    VIER PFOTEN, Mihai Vasile VIER
     

Kommentare

11 Kommentare
  • Carinaa
    Carinaa Wooooooow, das nenne ich mal gelungen!! So ein Happy End gibt es nicht immer ((:
    8. Dezember 2012
  • gutesHerz
    gutesHerz schönes Happy End :=)
    9. Dezember 2012
  • NicoLionking
    NicoLionking großartig! das ist wahrer einsatz! so stell ich mir tierschutz vor
    chapeau!
    29. Dezember 2012
  • Ms.Smarty
    Ms.Smarty tolles Happy End- aber immer klappt es ja leider doch nicht.
    12. März 2013