Berichte

Mit Fotos gegen Wilderei!

  • Man muss das obere Foto schon genauer betrachten, um es zu verstehen, denn erst auf den zweiten Blick erkennt man, was die reiche Vietnamsein dort sorglos in einem Topf zermahlt – das große Horn eines afrikanischen Rhinozeros, hieraus soll ein Heilmittel gegen Nierenbeschwerden und diverse andere Krankheiten hergestellt werden, da die Rhino-Hörner in der „Traditionellen Chinesischen Medizin“ als besonders wirksames Medikament gelten - für viele heute noch ein Grund jegliche Naturschutzbestimmungen zu unterwandern!

    Das der illegale Handel mit den Körperteilen afrikanischer Großtiere gerade in Ostasien nach wie vor boomt, dürfte mittlerweile durchaus bekannt sein, doch fotografisch festgehalten wurden diese Verbrechen bisher kaum, doch gerade dies ändert sich nun!

    Der Journalist und Pressefotograf Brent Stirton wurde zum Wildlife Photographer of the Year 2012 erklärt, und zwar für eine Reihe ebenso schockierender wie aufschlussreicher Fotos, die nicht nur das Leid entstellter Nashörner in Südafrika zeigen, sondern auch erstmalig die Täter vor die Kamera und an die Weltöffentlichkeit holen! 

    "The illegal trade in wildlife is now the third largest criminal industry in the world and rhino poaching plays a key role" (“Der illegale Handel mit Naturprodukten ist mittlerweile die drittgrößte illegale Industrie weltweit und die Nashorn-Wilderei spielt dabei eine entscheidende Rolle”) – dies teilte Brent Stirton der britischen Zeitung The Observer mit.

    Besucht hat er bei seinen Recherchen mehrere Schutzgebiete in Südafrika, dort ist die Lage besonders kritisch, denn während große staatliche Reservate, wie z. B. der Krüger-Nationalpark, sich teure bewaffnete Soldatentrupps als effektive Anti-Wilderer-Maßnahme leisten können, leiden kleine privat geführte Reservate, die für derart hochkarätigen Schutz keine Geldreserven haben, seit den letzten Jahren verstärkt an professionell ausgerüsteten Wilderertrupps, die flächendeckend tote Nashörner hinterlassen – ob man diese Entwicklung noch stoppen kann, bevor jedes einzelne Rhinozeros des südlichen Afrikas hornlos endet? (siehe hierzu auch: Wie retten wir die Nashörner Südafrikas?)

    Zum Nutzen der Wilderei hinterließ Brent Stirton, dessen Fotos nun im Natural History Museum in London ausgestellt sind, auch ein sehr interessantes Zitat: "Their horns are made of keratin. That is the stuff from which hair, fingernails and toenails are made. In other words, chewing your own fingernails would do you as much as good as taking powdered rhino horn, and at least that would avoid the slaughter of rhinos" (“Ihre Hörner bestehen aus Keratin. Das ist das Material, aus dem auch unsere Haare, Fingernägel und Zehnägel bestehen. Anders gesagt, an seinen Fingernägeln kauen ist für Sie ebenso heilsam, wie gemahlenes Rhino-Horn, und es würde sogar das Abschlachten der Nashörner verhindern“)

    Gut gesagt, nicht wahr? Hoffentlich kann er mit seinen Aufnahmen das weltweite Interesse verstärkt auf die immer weiter steigende Wilderei-Problematik und ihre drastischen Folgen lenken!

    gez. Maxim Podobed 2012

Kommentare

13 Kommentare
  • Rhino
    Rhino @ tierherzchen: Besten Dank! das gibt nen Beschwerdebrief ...
    13. November 2012
  • Marcel
    Marcel @Rhino: Volker wird auf Deinen "Beschwerdebrief" sicher gerne antworten. Er arbeitet seit vielen Jahren beim WWF zu diesem Thema und kann deshalb denke ich gut erklären, warum das eine der Notlösungen ist. Betonung liegt auf Not(!)-Lösung.
    28. November 2012
  • AlinaSky
    AlinaSky Erschreckend, dass die Frau auf dem Foto bei dem was sie tut so lachen kann...
    Ich hoffe sehr, dass die Wildlife-Crime-Kampagne den Leuten die noch nicht begriffen haben was für Auswirkungen diese Verbrechen haben, die Augen öffnet!!!
    11. Februar 2013
  • girlofnature
    girlofnature Es ist erschreckend, wie leichtfertig die zwei Menschen auf dem oberen Bild mit einem Horn umgehen, für das ein Rhinozeros sterben musste! Von dem Fotografen habe ich viel gelesen und gesehen und ich finde, seine Bildreihe ist sehr wirkungsvoll! Ich ...  mehr
    24. Februar 2013