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Neues Schutzgebiet vor der ostafrikanischen Küste

  • Es ist still und friedlich unter dem grünen Blätterdach der Mangrovenwälder. Nur hin und wieder ertönt ein Vogelruf oder ein Plätschern und verrät die erstaunliche Artenvielfalt der Gewässer vor der Küste Mosambiks. Zahlreiche Fische und Schalentiere tummeln sich zwischen den Wurzeln. Und dann – plötzlich – taucht ein größeres Tier auf. Behäbig schwimmt eine graue Seekuh ihres Weges, die in den Mangrovenwäldern auf Nahrungssuche ist. Der massige Meeressäuger strahlt mit seinen langsamen Bewegungen eine Ruhe aus, die fast schon provozierend wirkt.

    Gemächlich wendet die Seekuh und schwimmt ins offene Wasser. Hier verlieren wir sie aus den Augen. Ob sie vielleicht einer der bedrohten Meeresschildkröten begegnet, die ihre Eier an den Stränden der küstennahen Inseln ablegen? Oder einem Quastenflosser – eine Fischart, die älter ist als die Dinosaurier? Vielleicht kreuzt sie auch die Wanderroute eines Wals oder Delphins, macht einen Abstecher zu den großen Seegraswiesen Afrikas oder zu den bunten Korallenriffen, die die Inseln umgeben.

    Denn genau diese unglaubliche Vielfalt birgt das sogenannte Primeiras e Segundas-Archipel vor der Küste Mosambiks. Und die frohe Botschaft: Das gesamte Archipel mit einer Fläche von mehr als einer Million Hektar ist jetzt unter Schutz gestellt worden. Es stellt damit Afrikas größtes Küstenschutzgebiet dar.

    Brit Reichelt-Zolho, Afrikareferentin des WWF Deutschland, freut sich über diesen Erfolg: „Die Einrichtung des Schutzgebietes krönt die Naturschutzbemühungen der vergangenen Jahre. Der WWF kämpft seit acht Jahren gegen Überfischung und unkontrollierten Tourismus in der Region. Höchste Zeit, dass die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit gestellt werden.“ Denn die sensible Ökoregion ist nicht nur wegen seiner Naturschätze schützenswert, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen: Zahlreiche Arten stehen aufgrund der Intensivierung der Fischerei inzwischen am Rand der Ausrottung. Der WWF will deshalb auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Entwicklung in nachhaltige Bahnen gelenkt wird.

    Quelle: http://www.wwf.de/2012/november/zuflucht-fuer-meeresschildkroeten-und-quastenflosser/bl/1/listid/12937/backpid/186/

    Bilder: @WWF
     

Kommentare

9 Kommentare
  • Cosima
    Cosima Toller Bericht !!

    Und über das Naturschutzgebiet kann man sich richtig freuen. Mehr als eine Millionen Hektar !! Das ist eine schöne große Zahl. So werden hoffentlich keine Fischwanderungen und der gleichen behindert :)
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    13. November 2012
  • Leo2712
    Leo2712 Super. Das ist eine tolle nachricht, das das Küstengebiet jetzt unter Schutz gestellt wurde.
    15. November 2012
  • weltenretterin16
    weltenretterin16 Echt super, schön mal was positives zu hören!

    @ Leo2712: Ich finde es sieht aus als würde er sie wieder ins Wasser zurück lassen nahcdem sie versehentlich ("bei"-)gefangen wurde. .. Hoffen wir es :D
    28. November 2012
  • david.s
    david.s Sehr schön, dass es ein neues Naturschutzgebiet gibt. Immer weiter so WWF.
    19. Januar 2013