Berichte

Krebspest - heimisches Artensterben

  • Es gibt viele Beispiele in der Natur, die uns zeigen, welchen Schaden fremde Organismen in bereits bestehenden Systemen anrichten können. Der Ochsenfrosch in Australien und das Japanische Springkraut sind nur einige davon. Ein sehr altes, aber kaum bekanntes ist die Krebspest. Bereits seit über 100 Jahren verseuchen eingeschleppte amerikanische Krebse heimische Krebsarten mit einem Pilz, der für sie selbst ungefährlich ist, dem deutschen Flusskrebs aber durch Zerstörung seines Nervensystems den Gar aus macht.

    Es beginnt mit der Infektion. Die Pilzsporen werden

    von Krebsen aus infizierten Aquarien in saubere Aquarien
    durch Aussetzen infizierter Krebse in öffentliche Gewässer
    durch Wasservögel
    durch Fische und Insekten
    durch Angler und deren Gerätschaften
    durch Sportler und deren Gerätschaften
    und sonstige feuchte Anhaftungen
    übertragen.

    Schon ein einzelner Spaziergänger kann die Sporen an seinen Schuhen von einem See zum Nächsten tragen, da die Krankheitserreger bis zu 2 Wochen in feuchter Umgebung überleben. Ist der Krebs erst infiziert, erfolgt ein Martyrium, das in jedem Fall tödlich endet.
    Der Pilz breitet sich im Körper aus und schädigt zunehmend das Nervensystem. Alles fängt an zu jucken, besonders allerdings die Augen. Der Krebs kratzt ständig an sich herum und verletzt sich selbst. Dann treten zunehmende Lähmungserscheinungen auf, der Krebs wird tagaktiv. Die Gliedmaßen fallen ihm aus. Er schimmelt langsam vor sich hin, bis er stirbt.
    Säubern eines Sees? Geht nur durch Verbrennen aller erkrankten und toten Tiere. Erst nach 12 Monaten ist ein vorsichtiger Neubesatz des Gewässers möglich.

    Der Pilz ist für den Menschen ungefährlich. Im Moment werden vorallendingen Fischer dazu aufgefordert, auch die amerikanischen Krebse aus den Flüssen und Seen zu fangen und zu verkaufen/sie selbst zu verzehren. Ein Tropfen auf dem heißen Stein.

    Viel wichtiger wäre es, die Menschen aufzuklären. Viele halten die amerikan. Krebse in ihren Aquarien und setzen sie später aus mangelnder Pflegebereitschaft oder falsch interpretierter Tierliebe in den Flüssen aus, ohne die Konsequenzen zu kennen. Nicht nur den Krebsen wäre mit etwas mehr Vorsicht geholfen, auch viele andere Tiere und Pflanzen wären dadurch vor einer Welle eingeschleppter Arten geschützt.