Berichte

Auf nach Hannover zum Jugendkongress für gerechte Welternährung

  •  Von München nach Hannover.
    Dafür bin ich um 4:45 Uhr  am Donnerstag den 01.11 aufgestanden. Schnell frühstücken, nochmal den Rucksack checken und dann auf zum Bahnhof. 
    Nach ca. 5 Stunden komm ich dann in Hannover am Hauptbahnhof an. Ich versuche verzweifelt herauszufinden was eine Stadtbahn ist ( es ist keine Tram und keine Sbahn, sondern eine Ubahn. Woher soll man das denn bitte wisse? ) Nach dem ich mich zu dieser Erkenntnis durchgefragt habe und endlich am richtigen Gleis stehe, sehe ich Leute die ähnlich bepackt aussehen wie ich und werde gleich darauf gefragt: " Fährst du auch zum Kongress?"- So schnell ist man nicht mehr allein.

    Der Kongress findet in der freien Walddorfschule am Maschsee statt. Die Schule ist super schön, innen wie außen. Zur Begrüßung bekommen wir einen Stoffbeutel und ein kreativ, mit Humor und Herz gestaltetes Programmheft mit allen Infos. Nach dem schon viele Leute angekommen und erst mal nicht mehr zu erwarten sind, geht das Programm auch schon los. 

    Erster Programmpunkt: Mittagessen !
    Wir werden von einem ganz besonderen Catering versorgt. Der Fläming Kitchen unter der Leitung von Wam Kat. Alles ist vegan und es wird auch Gemüse u.Ä. verwendet das " nicht der allgemeinen Norm" entspricht. Hier wird nichts verschwendet oder einfach so weg geschmissen. Die Zutaten sind natürlich alle regional und saisonal.
    Mit Hunger und Neugier stürze ich mich auf meine erste "Fläming Kitchen- Mahlzeit".

    Mein Fazit: Super Idee mit einer richtig guten Umsetzung. Das Essen war jeden Tag ein Highlight und jetzt kann mir keiner mehr erzählen veganes Essen sei nicht lecker :)



    Es wäre natürlich kein richtiger Jugendkongress, wenn es keine Kennenlernspielchen geben würde. Wir stellen uns unter anderem auf einer imaginären Deutschlandkarte auf.
    Und ratet mal wer ganz allein im Süden Deutschlands stand.. Ich ! 
    Doch wir alle hatten wirklich einen riesen Spaß an den Sprachunterschieden zwischen Nord und Süd. Als ich gesagt habe ich bin heute um " dreiviertel fünf aufgestanden", wussten einige nicht so recht, was für eine Uhrzeit das jetzt ist. Auch die Wörter "Semmel" und "Brötchen" sind uns die ganzen vier Tage immer mal wieder über den Weg gelaufen.
    Aber bekanntlich macht ja der Unterschied die Würzung !

    Nun aber weiter im eigentlichen Programm. Am Nachmittag gab es 7 Tische mit verschieden Impulsen, z.B. Bilder, Texte oder Videos. Alle zum Thema Ernährung, Gentechnik und Lebensmittelverschwendung. Die Musik geht los und alle schlender durch den Raum. Die Musik geht aus und alle setzen sich, lesen sich oder schauen sich den jeweiligen Input an, dann wird diskutiert und auf den Papiertischdecken kann man alles fest halten. Die Musik geht wieder los und das Spielchen wird noch ein paarmal so gemacht. So entstehen richtig bunte und interessante Tischdecken, wie Diskussionen. 
    Am Abend gibt es dann eine Podiumsdiskussion über das Thema Lebensmittelverschwendung. Es werden auch Ausschnitte aus " Taste the Waste" gezeigt.
    Die drei Gäste sind:
    -Stefan Kreutzberg, Mitproduzent von "Taste the Waste"
    - Wam Kat, der Chef der Fläming Kitchen
    - Cécile Lecomte, Umweltaktivistin 
    Die Diskussion ist spannend und sehr bereichernd für alle.

    Freitag, 02.11:
    Gemeinsames Frühstück und dann werden die Workshopangebote vorgestellt.
    Ich habe mich für den veganen Kochkurs entschieden. In drei kleinen Gruppen wird dann gekocht. Aufgetischt wird am Ende Kürbis-Kokos-Curry, veganes Mett, Seitan, Linseneintopf mit Getreide und als Nachspeise gibts Apfelmisus. ( Ich bemüh mich noch um alle Rezepte und kann diese dann auf Nachfrage auch weiterschicken.)

    Nach der ersten Workshoprunde gab es ein weiteres Highlight. Den Markt der Möglichkeiten!
    Es gab ca. 20 Stände und wir konnten gemütlich durch den Markt schlendern. Lauter Umwelt Organisationen und Ähnliches haben einen kleinen Stand aufgebaut und uns über ihre Arbeit informiert. Nach einem Rundgang war mein Arm echt voll mit Infomaterial und Flyern, außerdem hab ich fairtrade Schokolade und Bananenchips probiert. 
    Eine der Ideen, die ich persönlich richtig klasse fand, war der " Grüne Faden". An einem Stand konnten wir uns einen grünen Faden als Armband ummachen lassen als Zeichen der "Umweltbewegung". Also schnappt euch einen grünen Faden und rum um das Handgelenk.

    Dann ging es weiter mit Workshoprunde Nummer 2. Diesmal war ich beim Planspiel "Tischlein deck dich!" dabei. Es gab verschiedene Rollen. Bauern, Agrarkonzerne und Supermärkte. Wir sollten in die Rolle schlüpfen und somit dem Handel und was damit zusammen hängt, näher gebracht werden. Es war verblüffend wie schnell wir uns von dem Spiel leiten ließen und das Konkurrenzdenken einsetzte! 

    Am Abend gab es dann das Forumtheater, was ein Workshop gewesen war. Die Teilnehmer dieses Workshops spielten ein paar Konfliktsituationen vor und danach konnte eine Rolle ausgetauscht werden und die Szene verändern. Ziemlich spannend zu sehen, was dabei alles rauskommen kann und wie sich ein Konflikt vielleicht lösen lässt.
    Danach allerdings gehörte jedem die Bühne ! Unter "Offene Bühne" könnte jeder alles was er schon immer einmal zeigen wollte vor führen. Ob kurz, ob lang, alles war erwünscht und würde beklatscht ! 

    Samstag, 03.11:
    Los ging es natürlich wieder mit Frühstück und weiter ging es auch mit Workshops. Meine Wahl fiel diesmal auf " Wegwerfgesellschaft- Lebensmittelverschwendung und geplante Obsoleszenz". Wir bekamen zwei kurze Vorträge darüber und dann wurde diskutiert. Es kamen gute Beiträge, doch leider fehlte mir am Schluss ein bisschen das Fazit.
    Ein Workshop hatte sich mit der am Samstagnachmittag geplanten, Gruppenaktion beschäftigt. Raus kam ein Flashmob zur Massentierhaltung. Erste Videos gibt es bereits:
    Schaut es euch selber an und gewinnt einen Eindruck!


    Am Abend wurde ein weiteres und diesmal ein ganzen Theaterstück aufgeführt.
    Dieses zog sich leider etwas in die Länge, doch danach kam dann noch eine Band und ein DJ und somit hatten wir einen unwahrscheinlich tollten Abschiedsabend!!!
    Mein Vorsatz war: " Wenn mir die Füße nicht weh tun, ist etwas falsch gelaufen."
    Doch es wurde getanzt bis zum Umfallen. Es gab keine "Hemmschwelle" mehr, alle haben sich einfach so bewegt, wie sie es gerade gefühlt haben. 

    Sonntag, 04.11:
    Was ?  Schon der letze Tag?- So schnell ist die Zeit für uns vergangen. Aber es hat sich absolut gelohnt. Es gab noch eine weitere Podiumsdiskussion, diesmal mit den Gästen:
    - Dr. Anita Idel, Autorin des Buchs " Die Kuh ist kein Klima-Killer"
    - Hilal Sezgin, überzeute Veganerin
    - Jan-Henrik Schöne, studiert Agrarwissenschaften

    Diesmal hatten wir eine sehr hitzige Diskussion. Doch alle waren letztlich ein weiteres Stück schlauer und wir alle hatten neue Denkanstöße bekommen.
    Nach einer Feedbackrunde, die äußerst positiv ausgefallen ist, haben alle noch beim Aufräumen mit angepackt. So ging es schneller und wir hatten alle noch ein paar gemeinsame Stunden zusammen.

    Kontakte wurden noch ausgetauscht und dann ging es schon wieder los zum Hauptbahnhof, doch diesmal mit neuer Lebenserfahrung, neuem Wissen und vielen neuen Freunden in der Tasche :)

Kommentare

6 Kommentare
  • Tamina
    Tamina Ein super Bericht! Ihr scheint echt eine Menge Neues erlebt und auf die Beine gestellt zu haben. Schön, dass du die Zeit und den Weg auf dich genommen hast! Daher kam also das Bändchen am Handgelenk ;)
    7. November 2012
  • regentag
    regentag Wow, klingt absolut toll! Ich wäre auch echt gerne mitgefahren :/ Nächstes Jahr bestimmt! :)
    7. November 2012
  • Helen
    Helen Schön, dass du einen Bericht zum Jugendkongress geschrieben hast! Ich fand es auch einfach super und habe viel gelernt!
    7. November 2012
  • Chloris
    Chloris klingt echt super :)
    12. November 2012