Berichte

Wolfsretter - das Fazit zu eurer großen Kampagne!

  • Ein komplettes Jahr hindurch hat die WWF Jugend für die Wölfe gekämpft! Eine Kampagne, die ihr entwickelt habt und die uns beim WWF und viele tausend Menschen in Deutschland begeistert hat. Eines steht fest: Die WWF Jugend hat den Wölfen geholfen, indem wir viele Leute zum Nachdenken angeregt haben! Außerdem haben wir einen ganz konkreten Erfolg für den Schutz der Wölfe erreicht:

    * über 5.000 Euro Spenden für den Schutz der Wölfe!

    * rund 2.500 Pro-Wolf-Statements aus ganz Deutschland!

    * Berichte im ARD-Fernsehen, in der BRAVO und mehreren Zeitungen!

    * ein dauerhaftes Ausstellungsstück für ein Naturinformationszentrum!

    * ein Wolfscamp im Sommer 2013!

    Nun, da zwei neue Kampagnen starten (Fischerei und Wildlife Crime), ist es Zeit, auf die Wolfsretter-Kampagne zurück zu blicken und zu schauen, was alles passierte, was gut lief und was wir konkret erreicht haben. Und für alle, die neu in der WWF Jugend sind: Schaut mal, was diese Community hier alles auf die Beine stellen kann!

    Wie alles begann:

    Die Wölfe sind zurück in Deutschland. Seit über zehn Jahren sind sie bei uns wieder heimisch, und wenn wir nicht wollen, dass die Wölfe wieder ausgerottet werden, dann müssen wir den Menschen die Vorurteile und Ängste nehmen. Der Wolf ist ein gesellschafltiches Thema, um das es viel Streit gibt: Jäger, Nutztierhalter, Naturschützer und Anwohner diskutieren, ob der Wolf in unsere Umwelt gehört oder nicht. Der Wolf hat die Antwort schon längst gegeben: Er wandert zurück in unsere Landschaften, wo er schon früher gelebt hat. Warum auch nicht? Schließlich hat er nicht weniger Recht, hier zu leben, als wir - oder?

    Aber um mit den Menschen Lösungen für ein Nebeneinander von Mensch und Wolf zu entwickeln, muss man die Situation gut kennen. Jede Kampagne braucht am Anfang eine gute Recherche. Sonst zieht man in der gesellschaftlichen Diskussion schnell den Kürzeren. Und deshalb reisten fünf von der WWF Jugend gewählte Jugendliche in das Gebiet, wo die ersten Wölfe wieder zurückkehrten: die Sächsische Lausitz.

    Kristina, Alice, Julius, Helen und Ines sprachen mit Naturfotografen, Schäfern, Wolfsforschern - und auch mit den Leuten auf der Straße, die offensichtlich recht unterschielich gut über die Wölfe Bescheid wissen.

    Ihre Expedition führte die fünf Wolfsbotschafter aber auch immer wieder in den Wald, wo sie Wolfsspuren entdeckten und Kamerafallen aufstellten. Das unglaubliche Highlight aber war, dass wir tatsächlich einem Wolf in freier Wildbahn begegneten - ein Moment, für den sich so mancher Forscher monatelang im Dickicht verstecken muss!

    Nach einer wundervollen und erlebnisreichen Woche war klar: Wir brauchen eine Kampagne! Das Ziel: Die Menschen in den Regionen Deutschlands, in denen bald Wölfe auftauchen könnten, für die Wölfe begeistern und mit Vorurteilen aufräumen! Die fünf Wolfsbotschafter entwickelten einen ersten Plan - die Grundstruktur für die kommende WWF Jugend Kampagne:

    Das, was die Wolfsbotschafter hier zusammen gefasst hatten, war dann Grundlage für den großen "Ideensturm" in der WWF Jugend. Jeder konnte Ideen für eine starke Aktion vorschlagen sowie über die eingereichten Ideen abstimmen. Und es kamen wirklich großartige Vorschläge ins Rennen, die wieder zeigten, was für eine kreative Community die WWF Jugend ist!

    Mit Ideen Wölfe retten!

    Schon allein die große Anzahl der eingesendeten Ideen (33! Mehr als beim Ideensturm für den Tiger!) zeigt, wie wichtig euch das Thema Wolf war. Nach sechs Wochen Ideensturm stand dann die Gewinneridee fest... genauer gesagt: die Gewinnerideen. Denn das Wolfsbotschafter-Team und der WWF entschieden sich für eine Kombination von zwei Vorschlägen: "Die Große Pfote" und "Überall Wolfsspuren"!

    Nun ging es in die Planungsphase - auch hier konnte jeder in der Community mitmachen. Im Ideenstürmer-Blog diskutierten die Wolfsretter darüber, in welche Städte die Aktion gehen soll, wie eine große Pfote gebaut und wie man ökologisch einwandfrei Wolfsspuren auf den Straßen hinterlassen könne.

    Unsere Kampagne hinterlässt überall Spuren!

    Bei "Überall Wolfsspuren" ging es um eine Guerilla-Aktion in den Städten: Wolfsspuren aus Kreide tauchten auf Gehwegen, Straßen und Marktplätzen auf und lenkten die Passanten zur Webadresse www.wolfsretter.de. Dort konnte sich jeder über die Wölfe und über die Standorte der "Großen Pfote" informieren.

    Es war unglaublich, wo überall die Spuren auftauchten! In der Community berichteten die Ideenstürmer von Aktionen in Halle, Jena, Potsdam, Kiel und Husum, München, bei Wuppertal, Rosenheim, Kaiserslautern, Lüdenscheid, Unna, Aachen, Oberhausen, Würzburg, Hanau und in der Nähe von Ludwigshafen!

    Während die Ideenstürmer in ganz Deutschland die Wolfsspuren über Bordsteine, Schultafeln und Schwarze Bretter wimmeln ließen, entstand in der Werkstatt der Baubühne in Berlin die große Pfote nach der Zeichnung von Wolfsbotschafterin Ines:

    Die Kampagne folgte der Ost-West-Bewegung der aus Polen einwandernden Wölfe. Ähnlich wie die Wolfsspuren tauchte auch die "Große Pfote" zunächst in Sachsen auf, um dann in drei weitere große Städte zu wandern, die von potenziellen Wolfsgebieten umgeben sind. Und so reiste die gewaltige Holzkonstruktion von Dresden über Hannover und Berlin bis nach Stuttgart!

    Die geniale Idee der Aktion: Die Menschen sollten Statements für die Wölfe auf Stoffstreifen aufschreiben, die dann ein buntes und wuseliges Fell auf die Riesenpfote zaubern. Bewusst hatten sich die Wolfsretter für diese Form der Beteiligung entschieden, denn ein kurzes "Like" klicken oder einmal unterschreiben geht schnell, aber einen selbst ausgedachten Satz schreiben, das bedeutet, dass sich der- oder diejenige wirklich Gedanken zum Wolf machen muss. Diese Menschen sind wahre Wolfsfans und werden sich ganz sicher auch bei Freunden und Familie für die Rückkehr der Wölfe aussprechen.

    Die "Großen Pfoten" gehörten sicher zu den schönsten Aktionen, die wir in den ersten vier Jahren WWF Jugend gemacht haben! Die vielen positiven Reaktionen in den Städten haben uns Mut gemacht! Die Kampagne war sogar in den Medien, u.a. im ARD-Fernsehen und in der BRAVO! Und wer nicht bei der "Großen Pfote" unterschreiben konnte, hatte noch die Möglichkeit, auf www.wolfsretter.de ein Statement zu hinterlassen. Auch da waren wirklich geniale Sätze dabei!

    Die "Große Pfote" im Museum!

    Nach dem Finale in Stuttgart war erstmal Zählen angesagt... Das war gar nicht so einfach, denn die vielen hundert Stoffstreifen hingen ja kreuz und quer über der Holzpfote. Nach einigen Feierabendstunden im WWF-Keller hatten wir dann aber die Zahl: 2013 Statements! Beide Seiten der Wand waren komplett dicht behangen mit den Stoffstreifen!

    Gemeinsam mit den Online-Statements kommen wir somit auf rund 2.500 Sprüche, Reime, Slogans und Botschaften für die Rückkehr der Wölfe! Das ist zwar nur die Hälfte dessen, was wir uns vorgenommen hatten. Aber: Das Sammeln der Statements geht ja noch weiter...

    "Was passiert nach der Kampagne mit der riesigen Holzpfote?" fragten wir uns oft in diesem Jahr. Dass die vielen Statements und die tolle Holzpfote in den Keller, oder - noch schlimmer - zum Recycling wandern sollten, hätten wir echt traurig gefunden. Dann aber kam das Happy End! Denn dem WWF gelang es, ein Naturmuseum - das Natur- und Umweltzentrum (NUP) in Güstrow - für die Kampagne zu begeistern. Und deshalb ist nun die "Große Pfote" Teil der festen Ausstellung. Das passt perfekt, denn Wölfe sind auch im NUP immer ein Thema, z.B. bei den Wolfsspezialnächten.

    Das Beste daran ist: Euer lebendiges Kunstwerk bleibt ein lebendiges Kunstwerk! Die Besucher des NUP können weiterhin Stoffstreifen beschriften und an die Pfote heften. So kommen täglich neue Statements hinzu, das Fell wird immer bunter und dichter, und so wird auch unser Ziel von 5.000 Statements langfristig möglich sein. ;) Wenn ihr mal nach Mecklenburg-Vorpommern kommt, besucht unbedingt das NUP und verewigt euch auf der größten Wolfspfote, die je in Deutschland gesichtet wurde!

    Spendenziel 5.000 Euro erreicht!

    Ein Hingucker: Das Wolfsretter-T-Shirt ! Es sieht nicht nur genial aus, sondern war ebenfalls wichtiger Teil unserer Kampagne. Denn für jedes verkaufte T-Shirt spendete unser Partner armedangels, das Kölner Ecofashion-Label, 10 Euro für das WWF-Wolfsprojekt! Auf diese Weise kamen tatsächlich 4.320 Euro zusammen. Vielen Dank an armedangels und alle T-Shirt-Käufer für diese tolle Unterstützung!

    Addiert mit den Wolfsretter-SMS und den Spenden über die Community (855 Euro) ergibt sich eine Summe von 5175 Euro! Das Geld fließt in die Beobachtung der Wölfe und ihrer Wanderwege, was wichtig ist, um Schutzkorridore für die Wolfspopulationen zu schaffen. Wolfsschutzgebiete in Brandenburg und im westlichen Polen sollen langfristig durch Korridore verbunden werden - und hierzu hat die Kampagne einen beachtlichen Beitrag geleistet.

    Wolfsretter geht weiter - das Camp 2013!

    Die Wolfsbotschafter hatten in der Lausitz aber noch eine Idee! Auch in den nächsten Jahren sollen Mitglieder der WWF Jugend in diese wunderschöne Region fahren, den Lebensraum der Wölfe kennen lernen und mit den Menschen in Kontakt kommen, die schon lange Erfahrung mit den Wölfen haben - wie z.B. Schäfer Frank Neumann, der seine Schafherden mit Hunden wunderbar gegen Wolfsangriffe schützt. "Der Wolf kann hier leben - damit habe ich kein Problem", sagte Neumann. Seine Geschichte sollen viele kennen lernen und weiter erzählen.

    Deshalb wird es im kommenden Camp-Programm auch ein Wolfscamp in der Lausitz geben, am gleichen Ort wie das erste Camp der Wolfsretter! Es dauert nicht mehr allzu lang, bis das neue Programm hier auf der Campsseite zu sehen ist! Mitglieder kriegen es per Post auch nach Hause geschickt.

    Abschied von der Kampagne - die Wolfsnacht

    ...Abschied ist vielleicht das falsche Wort, denn das Thema Wölfe wird uns immer begleiten. Also sagen wir einfach, wie es für die WWF Jugend typisch ist: das nächste Highlight! ;) Also: Kommt zur Wolfsnacht im Wildpark Lüneburger Heide am 03. November! Dort trifft sich die WWF Jugend, um einen zauberhaften Abend zu verbringen - mit selbstgebastelten Wolfslaternen und Wolfsmasken, mit Gewinnspielen für Kinder, einer nächtlichen Wanderung und vielem mehr... Hier findest du alle Infos!

    Nach der Kampagne ist vor der Kampagne!

    Es geht Schlag auf Schlag weiter! Schon vor ein paar Tagen starteten unsere neuen Kampagnen:

    Für eine nachhaltige Fischerei und Wildlife Crime

    Schaut rein - auch hier brauchen wir eure Hilfe. Wenn es so läuft wie bei Wolfsretter, können die Kampagne nur erfolgreich werden! ;) Danke vom gesamten WWF-Team für eure geniale Unterstützung!

    Fotos: Wolfsrudel © Gunther Kopp / WWF; Collage und Werkstatt © Marcel Gluschak / WWF; Statements in Dresden © Jan Gutzeit / WWF; Statement und Gruppe in Hannover © Marcel Gluschak / WWF; NUP © Sabine Krüger / WWF; Gruppe in Stuttgart © Marcel Gluschak / WWF; Wolf © Ralph Frank / WWF; Wolfsbotschafter beim Beobachten © Klaus Oppermann / WWF.

Kommentare

18 Kommentare
  • gutesHerz
    gutesHerz Super starke Kampagne ! Weiter so :)

    http://www.lobopark.com dort war ich, es war toll :) ich bin schwer beeindruckt von Wölfen und finde es toll das es wieder 60/80 in Deutschland gibt und ich h...  mehr
    31. Oktober 2012
  • Animalfriend
    Animalfriend Das hat sich ja mehr als nur gelohnt...
    Ich hoffe die Nächsten Kampagnen werden auch mindestens so erfolgreich ;)
    1. November 2012
  • Svetapeace
    Svetapeace Ich finde es echt KLASSE das es DOCH menschen gibt die sich für die Tiere einsetzten ..... das beweist mal wieder ,dass es sich wirklich lohnt mit zuhelfen ..... und etwas beizutragen .... :)) viel glück weiterhin
    1. November 2012
  • Freedom01
    Freedom01 Ich finde es beeindruckend, was ihr gemacht habt. Klasse
    24. August 2016