Berichte

Globaler Wandel - Einzigartige Blicke aus dem All

  • Wir zeigen euch hier einamlige Aufnahmen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Sie zeigen mehr als deutlich den Einfluss des Menschen auf die Erde.

    Grimmiges Ozonloch - Es sieht nicht nur gruselig aus, es ist in der Tat eine der größten Bedrohungen für unseren Planeten. Was auf den ersten Blick wie eine Halloween-Fratze aussieht, ist der starke chemische Abbau der Ozonschicht - im Allgemeinen als Ozonloch bezeichnet. Dieses Loch entsteht durch die Produktion und die Freisetzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) in der Stratosphäre. Bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 2002 konnten die Wissenschaftler zum ersten Mal eine Zweiteilung des Ozonloches beobachten. Die Ursache dafür ist die starke Dynamik in der Atmosphäre zum Zeitpunkt der Aufnahme. Im Jahr 2012 vermeldeten die Wissenschaftler des DLR, dass sich das Ozonloch erholen würde und bis zur Mitte des Jahrhunderts sich komplett schließen könnte.

    *Datenquelle: World Data Center for Remote Sensing the Atmosphere (WDC/RSAT), DLR, ESA

    Die Pyramiden und die Megacity - Die Pyramiden von Gizeh sind weltbekannt. Die Cheops Pyramide, die größte und älteste unter ihnen, gehört zu den Sieben Weltwundern. Als sie vor über 4500 in Ägypten errichtet wurde, bevölkerten zwischen 17 und 24 Millionen Menschen unseren Planeten. Im Jahr 2011 waren es bereits sieben Milliarden. Und auch Gizeh platzt aus allen Nähten. Heute leben hier über 2,5 Millionen Menschen, in der gesamten Metropolregion Kairo sind es über 16 Millionen.

    *Datenquelle: Space Imaging Middle East (SIME)

    Das Abschmelzen der Arktis - Seit dem Jahr 1978 messen Wissenschaftler den Verlust der Eisfläche in der Arktis. Schon jetzt haben sich die Eismassen um über zehn Prozent verringert. Auf der Grundlage der Aufnahme aus dem Jahr 2002 wurde eine Simulation für das Jahr 2070 erstellt. Weite Teile der Arktis werden eisfrei und somit schiffbar sein. Auch die Exploration von Bodenschätzen wird so möglich - Eine Entwicklung, die das Ökosystem der Arktis grundlegend zu zerstören droht.

    *Datenquelle: National Snow and Ice Data Center (NSIDC), Arctic Climate Impact Assessment (ACIA), NASA

    Der Mensch nimmt Einfluss auf die Welt - Diese Grafik des DLR zeigt den Einfluss der Menschen auf unseren Planeten. Rot dargestellt ist der "Human Influence Index". Auf der Grundlage von Satellitenbildern wurden Faktoren wie Bevölkerungsdichte, Veränderung der Landbedeckung, Erreichbarkeit und Stromversorgung visualisiert. Das DLR betont aber, dass viele Faktoren der Menschen nicht darin berücksichtigt wurden, wie Kriege, Umweltverschmutzungen und Klimaveränderungen. Daher sei diese Grafik nur ein Wegweiser, um beispielsweise künftige Schutzgebiete auf mögliche Nutzungskonflikte zu untersuchen.

    *Datenquelle: Wildlife Conservation Society (WCS); Center for International Earth Science Information Network (CIESIN), Columbia University 2002. Last of the Wild Project, Version 1, 2002 (LWP-1): Global Human Footprint Dataset (Geographic) Palisades, NY: Socioeconomic Data and Applications Center (SEDAC), Columbia University

    Die letzten unberührten Flecken Erde - Etwa 83 Prozent der Landoberfläche unserer Erde sind bereits von Menschenhand verändert worden. Die übrigen 17 Prozent, dort, wo es keine Besiedelung, Eisenbahnen, Strommasten oder Straßen gibt, werden als „Last of the wild“ bezeichnet. Dazu zählen die Regenwälder Amazoniens, die borrealen Nadelwälder auf der Nordhalbkugel, aber auch die gigantischen Trockengebiete in Afrika, Asien und Australien. Europa hingegen ist komplett weiß, hier gibt es keine unberührte Natur mehr.

    *Datenquelle: NASA, ESRI Data & Maps, Wildlife Conservation Society (WCS); Center for International Earth Science Information Network (CIESIN), Columbia University 2002. Last of the Wild Project, Version 1, 2002 (LWP-1): Last of the Wild Dataset (Geographic) Palisades, NY: Socioeconomic Data and Applications Center (SEDAC), Columbia University.

    Verlorene Erde - Die Aufnahme aus dem Jahr 2007 zeigt den Staat Lybien und das Mittelmeer. Auf dem Bild ist eine für Nordafrika durchaus typische Situation zu sehen: der Wind trägt den hellen Wüstensand der Sahara auf das Meer hinaus. Die dunklere Wolke ist allerdings keine Wüste, sondern fruchtbarer Boden, der auf das Mittelmeer geweht wird und somit für immer verloren geht.

    *Datenquelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), NASA

    Der Himmel über dem Ärmelkanal - Auf dem Bild ist die Küste Frankreichs und England zu sehen, dazwischen der Ärmelkanal. Die feinen Wolken sind menschengemacht. Diese so genannten Zirren sind Eiskristalle in der Atmosphäre. Verursacht werden sie durch Flugzeuge. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug, bleiben diese feinen Wolken je nach Wetter ein paar Stunden lang sichtbar am Himmel, bevor sie sich auflösen. Bis zu 35.000 Fluzeuge, so zählt das DLR, würden den Himmel über Europa überqueren - täglich.

    *Datenquelle: NASA / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Billiger Schiffsdiesel verpestet die Luft - Es sind allerdings nicht nur Flugzeuge, die Kondensstreifen am Himmel hinterlassen. Die Wolkenfahnen, die Schiffe in den Himmel zeichnen, werden als "Ship tracks" bezeichnet. Die Aufnahme zeigt den Schiffsverkehr an der französischen Nord-Westküste. Diese Emissionen enthalten Schwefeldioxide, die vor allem beim Verbrennen von billigem, schwefelhaltigem Schiffsdiesel entstehen.

    *Datenquelle: NASA / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Algenpest in der Ostsee - Jährlich werden über 20.000 Tonnen Phosphor in die Ostsee gespült. Über die städtischen Abwassersysteme gelangt es in Seen, Flüsse und schließlich in die Meere. Dort angekommen, wirkt es als Wachstumsbeschleuniger für die im Wasser lebenden Pflanzen. Ein einziges Kilogramm Phosphat kann bis zu 500 Kilogramm Algen produzieren. Das Ergebnis ist auf dem Bild aus dem Jahr 2005 zu sehen – eine Algenpest.

    *Datenquelle: NASA / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Ein Plastikmeer für unser Gemüse - Bereits heute ist ein Drittel Spaniens von Wüstenbildung bedroht. Dennoch wird fast das ganze Jahr über vor allem an der Mittelmeerküste Obst und Gemüse angebaut - das auch auf deutschen Tellern landet. Almería in Andalusien ist auch bekannt als mar de plastico. Dabei handelt es sich um die weltgrößte Ansammlung von Folienkulturen. Die Produktion ist extrem hoch, benötigt aber so viel Wasser, dass die Süßwasserreserven schon jetzt erschöpft sind.

    *Datenquelle: European Space Imaging (EUSI)

    Chinas Hunger auf Fisch - Es ist schon etwas Fantasie nötig, um auf dieser Aufnahme zu erkennen, was es eigentlich abbildet: Fischfangflotten in der Küstennähe im Ostchinesischen Meer. Im Abstand von nur 50 Metern fahren die riesigen Flotten ihre Netze aus und nutzen die starken Strömungen, um erfolgreich möglichst hohe Erträge einzufahren. Chinas Hunger auf Fisch hat sich innerhalb der letzten dreißig Jahre nahezu versechsfacht.

    *Datenquelle: DigitalGlobe Inc.

    Konfliktregion Gazastreifen - Der breite Streifen in der Mitte der Aufnahme ist die gut gesicherte Grenze zwischen Israel und dem Palästinensischen Gazastreifen. Die großen, gut bewässerten Felder gehören zur israelischen Seite. In Gaza sind die Felder sind im Vergleich dazu fast schon winzig. Doch dafür gibt es Gründe: Zum einen ist das Gebiet etwa so stark besiedelt wie die Bundeshauptstadt Berlin. Zum zweiten besteht ein extremer Wassermangel. Die Menschen im Gazastreifen verfügen weltweit über die geringste Menge an Wasser pro Kopf.

    *Datenquelle: Space Imaging Middle East (SIME)

    Alle Bilder sind entnommen aus "Globaler Wandel - Die Erde aus dem All" mit freundlicher Genehmigung des Earth Observation Center des DLR* www.dlr.de/EOC

Kommentare

9 Kommentare
  • Annikally20
    Annikally20 Boah es ist irgendwie immer wieder neu erschreckend! Vor allem ist es heftig wie deutlich diese Bilder die Probleme und den Einfluss des Menschen visualisieren...
    10. November 2012
  • SimonL
    SimonL Ich hab auch noch einen:
    Es sind weltweit so viele Flugzeuge am Himmel, dass gar nicht mehr alle gleichzeitig am Boden sein können. Einfach, weil kein Platz für sie vorhanden ist!!! :O
    11. November 2012
  • SimonL
    SimonL Das mit dem Ostchinesischen Meer würde mich auch interessieren. Ist das wirklich so verschmutzt oder ist die Färbung durch Mineralien verursacht worden?
    Hab\'s erst auch für eine Wüste gehalten...
    11. November 2012
  • Marcel
    Marcel @Urmeli und SimonL: Das Bild zeigt tatsächlich Meer. Das Ostchinesische Meer ist im Küstenbereich sehr flach. Es erstreckt sich über weite Gebiete als flaches "Schelfmeer", das durch Sedimente der chinesischen Ströme immer me...  mehr
    12. November 2012