Berichte

Von buntem Honig und entsetzten Imkern

  • Honig ist nicht gleich Honig! Das wissen alle Liebhaber des süßen Brotaufstrichs nur zu gut. Weißer Rapshonig, goldener Sonnenblumenhonig, klarer, brauner Waldhonig – jeder sieht anders aus und hat seinen individuellen Geschmack. Doch mit dieser neuen Variation hatten selbst die Imker nicht gerechnet: Nix gold, weiß oder hellgelb – in der französischen Stadt Ribeauvillé brachten die Bienen plötzlich blauen, grünen und schokofarbenen Nektar nach Hause. Da staunte man im Elsass nicht schlecht. Auch der Honig zeigte später natürlich entsprechende Färbungen und entsetzte die Imker, die eigentlich mit Blütenhonig gerechnet hatten. Was ist da denn bloß schief gelaufen?

    M&M's heißt die Lösung! Die farbigen Schokolinsen werden in einer Fabrik in der Nähe von Strasbourg hergestellt. Der Produktionsmüll der Fabrik wiederum wird zu einer Biogasanlage bei Ribeauvillé im Elsass gebracht. Und genau dort entdeckten nun die Bienen die süßen M&M's-Rückstände und waren so begeistert, dass sie gar nichts anderes mehr sammelten. Den Honig färbten also vermutlich die Lebensmittelfarbstoffe der Schokosüßigkeiten bunt. Trotzdem trauen sich die Imker noch nicht, den außergewöhnlichen Honig zu verkaufen.

    In North Carolina in den USA macht man es ein wenig anders. Als ein Imker dort blauen Honig bei seinen Bienen entdeckte, war er hellauf begeistert – und verkaufte ihn für den doppelten Preis an faszinierte Honigliebhaber, obwohl bis heute nicht sicher geklärt ist, woher die Färbung kommt. Schon seit Jahrzehnten taucht der blaue Honig dort bei der Stadt Fayetteville in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. In den 70ger Jahren machte der Insektenkundler Professor John Ambrose eine Reihe von Tests, um den Ursprung der Färbung zu finden und stellte eine Theorie auf: Er fand heraus, dass der Honig erst im Bienenstock blau wird und zwar nur wenn der Nektar von einer bestimmten blauen Blume mit dem Namen Sourwood kommt. Im Nektar dieser Blume findet sich vor allem in der Gegend um Fayetteville ein sehr hoher Aluminiumanteil. Um Nektar aber zu Honig zu machen, verwenden junge Bienen eine spezielle Säure. Mit dieser Säure reagiert das Aluminium und färbt sich so blau. Wenn also genug Aluminium vorhanden ist, entsteht blauer Honig!

    Die M&M's-Fabrik in Strasbourg jedenfalls hat versprochen, ihren verdächtigen Produktionsmüll jetzt immer gut verpackt zu transportieren und schnell verarbeiten zu lassen – in der Hoffnung, dass die Bienen in Ribeauvillé bald auch wieder „normalen“ Honig ins Glas bringen. Eigentlich schade. Ich wüsste nur zu gerne, wie farbiger M&M's-Honig schmeckt …

      

     

    Quellen:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/ungewoehnliche-nahrungsmittel-das-geheimnis-des-blauen-honigs-1.1488200
    http://www.ourstate.com/blue-honey/
    Bilder:
    Honig: By Waugsberg via Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Volle_Honigglaeser_13a.jpg
    Biene: Fir0002/Flagstaffotos http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Honey_bee_on_blue_flower.jpg

Kommentare

9 Kommentare
  • Meelyn
    Meelyn Verrückt was es alles gibt... aber ich schließe mich der Aussage von anni95 an: Wichtig ist dass es den Bienen nicht schadet.
    7. Oktober 2012
  • Jayfeather
    Jayfeather blauer hobig :D ich glaube ich würde ich nicht trauen das zu essen... aber lustig wärs schon :D und wenn das auch mit ganz normalen bluime passiert kann es ja nciht so schlimm sein :)
    7. Oktober 2012
  • Puma
    Puma Das sind ja mal neuigkeiten!und ja,du hast recht:farbiger M&Ms Honig,wie der wohl schmeckt?.....
    8. Oktober 2012
  • WWF013
    WWF013 Da ich selber Imkere... kann ich sagen, den Honig Sollte man nicht essen. Wegen den Inhalts stoffen... Fazit: Finger Weg
    6. Oktober 2013