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Versunkene russische Atom-U-Boote drohen die Arktis zu verseuchen

  • Als hätte die Arktis durch die geplanten Ölbohrungen von Shell nicht schon genug zu leiden, kommt nun der nächste Skandal ans Licht: Auf dem Grund der Arktischen See liegen drei russische Atom-U-Boote, die dort vor Jahren still und heimlich „entsorgt“ wurden.

    In mindestens einem der auf den Booten befindlichen Reaktoren besteht laut einem Bericht des Russischen Umweltministeriums die "hohe Wahrscheinlichkeit einer Kernreaktion". Das heißt der Reaktor und das Boot könnte auseinanderbrechen und die Radioaktivität schlagartig freigesetzt werden. Dem Dokument zufolge müssen zwei der U-Boote bis spätestens 2014 gehoben werden. Die Beamten warnen: Im Reaktor der K-27 bestehe eine "hohe Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Kettenreaktion wegen hochangereichertem Kernbrennstoff".

    Was das bedeutet, erklärt Wolfgang Renneberg, der bis Ende 2009 die Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium leitete: "Die Brennstäbe werden möglicherweise zerstört. Es werden größere Löcher in die Bootshaut gerissen. Das heißt: Das radioaktive Material, was im Kern ist, kann im schlimmsten Fall vollständig und zwar sehr kurzfristig freigesetzt werden. Das ist eine Katastrophe."

    Das andere U-Boot, das nun spätestens 2014 geborgen werden soll - die K-159 - liegt in der Barentssee. Sollte es noch länger dort liegen, so das Bericht, bestehe die "Gefahr einer Umweltkatastrophe durch fehlende Schutzbarrieren". Offiziellen russischen Angaben zufolge enthält dieses Atom-U-Boot 6,6 Billiarden Bequerel Radioaktivität. Zum Vergleich: Der gesamte, im Schacht Asse eingelagerte Atommüll enthält nach Angaben des Öko-Instituts Darmstadt 3,7 Billiarden Becquerel.

    Besonders der letzte Fall ist auch für uns Deutsche besorgniserregend, weil Deutschland Kabeljau aus der Barentssee fängt. Sylvia Kotting-Uhl, die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, bewertet den internen Bericht aus dem russischen Umweltministerium als alarmierend: "Ich halte diese Informationen für extrem beunruhigend. Man muss sie ernst nehmen und ich glaube, dass Handlungsdruck besteht, auch für die europäischen Staaten. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie hier aktiv wird, und wenn sie sich dazu selbst erst noch informieren muss, dann sollte sie das schleunigst tun."
     

    Quellen:

    http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=10364568/16jbhve/index.html
    http://www.sonnenseite.com/index.php?pageID=6&article:oid=a23392

    Bild: © Sindre Kinnerød / WWF

Kommentare

11 Kommentare
  • Carinaa
    Carinaa Oh nein, nicht gut... Allein der Vergleich ist alamierend...
    27. September 2012
  • LaLoba
    LaLoba Oh je, da hat die Menschheit ja mal wieder was angestellt! Als hätten wir nicht schon genug Probleme in den Meeren, verseuchtes Wasser brauchen wir jetzt nicht auch noch! Da hoff ich mal, dass die Politiker das nicht wie so oft auf die leichte Schult...  mehr
    27. September 2012
  • NDelphine
    NDelphine Ach du meine Güte! Was ist das denn für eine Neuigkeit. Wenn diese U-Boote hochgehen, dann ist aber richtig die Kacke am Dampfen. Es besteht definitiv Handlungsdruck.
    22. Oktober 2012
  • david.s
    david.s das ist furchtbar. Die U-Boote müssen da schnell weg.
    19. Januar 2013