Berichte

Ausgelistet: 100 Todeskandidaten der Natur

  • Die Weltnaturschutzunion IUCN hat heute eine Liste der 100 am stärksten vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorgelegt. Einfach unendlich traurig, einfach extrem alarmierend! Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate durch den Menschen um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Wert liegt. Die Ursachen sind schnell genannt, aber es sind gewaltige Ursachen: die ungebremste Lebensraumzerstörung, der Klimawandel, die Wilderei, die Einführung invasiver Arten in sensible Ökosysteme und die Übernutzung (z.B. bei der Fischerei) durch den Menschen.

    Wir zeigen euch hier einige der seltensten Arten, die es auf der Welt noch gibt:

    Java-Nashorn: Das Java-Nashorn lebte einst nicht nur auf der indonesischen Insel Java, sondern bevölkerte viele Länder Südostasiens. Doch Jagd und die Verwendung seines Horns zur traditionellen Medizin haben den Großsäuger fast ausgerottet. Heute gibt es nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN weniger als 100 Exemplare.

    Israelischer Scheibenzüngler: Der Israelische Scheibenzüngler lebt in den Marsch- und Sumpfgebieten des Hulesees im Norden Israels. Der Schwanzlurch galt 56 Jahre lang als ausgestorben und wurde erst 2011 wiederentdeckt. Heute gibt es wieder ein paar Exemplare.

    Saola-Waldrind: Das Saola-Waldrind lebt in den dichten Regenwäldern von Laos und Vietnam. Es wurde erst 1993 entdeckt, doch könnte es bald schon wieder verschwunden sein. Denn durch Jagd und die Zerstörung seines Lebensraumes werden die Tiere immer seltener. Experten sind nicht sicher, wie viele es noch gibt, doch es sind wenige.

    Hainan-Gibbon: Der Hainan-Gibbon lebt auf der Insel Hainan im Osten Chinas. Durch Jagd auf die Tiere gibt es heute nach Schätzungen der IUCN nur noch circa 20 Exemplare.

    Kalifornischer Schweinswal: Der Kalifornische Schweinswal lebt in einem kleinen Gebiet im Nordwesten des Golfs von Kalifornien. Obwohl für den Schutz des Wales Meeresschutzgebiete ausgewiesen wurden, nimmt seine Population weiter ab, da sich die Tiere immer wieder in Netzen verfangen und sterben. Die IUCN schätzt, dass es heute weniger als 200 Exemplare gibt.

    Araripepipra: Der Araripepipra lebt in den Feuchtwäldern im Süden des brasilianischen Bundesstaates Ceará. Auch dieser kleine Vogel ist durch die Zerstörung seines Lebensraumes vom Aussterben bedroht.

    Bullock's False Toad: Die Bullock's False Toad lebt in den Flüssen in der Region Araucho im Süden Chiles. Der Frosch hat keinen deutschen Namen und vielleicht wird er auch nie einen erhalten. Durch die Zerstörung seines Lebensraumes stirbt er aus.

    Zwergfaultier: Das Zwergfaultier wurde erst 2001 entdeckt. Es lebt in den Mangrovenwäldern der Insel Escundo de Veraguas vor der Nordküste Panamas in Mittelamerika. Durch Jagd auf die Tiere und die Zerstörung der Mangrovenwälder durch illegalen Holzeinschlag nimmt die Population immer weiter ab. Heute gibt es weniger als 500 Tiere.

    Euphorbia tanaensis: Der Euphorbia tanaensis wächst in den Sümpfen Kenias. Noch. Denn durch illegalen Holzschlag gibt es heute nur noch vier dieser Bäume.

    Hunter-Antilope: Die Hunter-Antilope lebt in den Küstengebieten im Grenzgebiet von Somalia und Kenia und gehört zu den seltensten Antilopen Ostafrikas. Sie muss sich ihren Lebensraum zunehmend mit den Kühen der Hirten teilen und findet dadurch immer weniger Nahrung.

    Tarzan-Chamäleon: Auch das Tarzan-Chamäleon ist ein Neuling in der Zoologie: Es wurde erst 2010 entdeckt. Es lebt in den Regenwäldern an der Ostküste Madagaskars. Doch diese Regenwälder sind heute fast komplett gerodet – und damit ist auch das Chamäleon vom Aussterben bedroht.

    Elaeocarpus bojeri: Elaeocarpus bojeri gibt es nur auf Mauritius. Von der Blume gibt es heute nur noch circa 10 Stück.

    Zagros-Molch: Der Zagros-Molch lebt im Zagros-Gebirge im Südwesten des Irans. Der Salamander gilt als eine der schönsten Molcharten überhaupt. Doch sein Aussehen ist sein Verhängnis – durch den illegalen Handel mit dem Molch ist die Art heute stark bedroht. Es gibt nur noch circa 1.000 Exemplare.

    Tonkin-Stumpfnase: Die Tonkin-Stumpfnase lebt im nördlichen Vietnam. Durch den Verlust ihres Lebensraumes teilen sich die letzten 200 Exemplare ein Gebiet von 10 Quadratkilometern.

    "Nur der Mensch als Verursacher des Artensterbens kann es auch beenden", sagt Volker Homes, Artenschutzreferent beim WWF. Und dafür kämpfen wir. Es gibt sie bereits, viele moderne, wissenschaftlich fundierte Artenschutz-Konzepte, die auch den Menschen mit einbeziehen. Sie müssen aber auch angewandt werden. Die Kontrolle der Übernutzung und des Handels, der Erhalt von wichtigen Arten außerhalb von Schutzgebieten, die Reduktion von Mensch-Wildtier-Konflikten und der Kampf gegen Klimawandel und Wilderei - all dies sind wichtige Schritte, die die Vielfalt des Lebens auf der Erde dauerhaft erhalten können, und für die sich der WWF mit aller Kraft einsetzt. Wir geben nicht auf!

    Fotos: © Noel R. / WWF; © Klaus Lang / WWF; © Oz Rittner / WWF; © David Hulse / WWF; © Jessica Bryant / WWF; © Jesus Camacho / WWF-Canon; © Ciro Albano / www.nebrazilbirding.com / WWF; © Andres Charrier / WWF; © Craig Turner ZSL / WWF; © Olivier Hamerlynck / WWF; © Tim Wacher / ZSL / WWF; © Frank Gaw / WWF; © Christopher Kaiser Bunbury / WWF; © R. D. Bartlett / WWF; © Le Khac Quyet / University of Colorado Boulder / WWF

Kommentare

12 Kommentare
  • Viveka
    Viveka Schockierend!
    Tiere, die gerade erstmal entdeckt worden sind, sind schon wieder vom Aussterben bedroht! Da läuft auf unserer Erde bzw. bei den Menschen doch etwas schief!
    12. September 2012
  • Rhino
    Rhino Traurige Sache, natürlich :(
    Ein großes Lob für die wunderbaren Bilder, durch sie wird endlich Interesse für all die unbemerkt aussterbenden Spezies geweckt!
    13. September 2012
  • Angelina
    Angelina Das sind echt wunderschöne Tiere und es ist einfach unglaublich herzzerreißend zu lesen, dass diese Tiere vielleicht bald nicht mehr aufzufinden sein werden! :-(
    Was muss noch alles passieren bis alle Menschen endlich kapieren, wie schlecht es ...  mehr
    14. September 2012
  • NDelphine
    NDelphine Dass es so viele sind, ist echt schrecklich!
    21. Oktober 2012