Berichte

Tipp der Woche! - Energiesparlampen richtig entsorgen

  • Noch halb verschlafen drückst du am morgen den Lichtschalter im Wohnzimmer. Nichts passiert. Mist, schon wieder eine Glühlampe kaputt. Diesmal hat es die Energiesparlampe erwischt. Grummelnd latschst du zurück in den Flur und holst eine neue aus dem Schrank. Wieder im Wohnzimmer übersiehst du deine Sporttasche, die du dort gestern Abend nachlässig einfach hingeworfen hast. Heute morgen zahlt sie es dir heim: Mit lautem Gepolter und Getöse fliegst du darüber und wirfst auch gleich noch einen Stuhl mit um. Die Energiesparlampe landet irgendwo zwischen dir, Tasche und Stuhlbein. Das Knacken verrät dir, dass ihr Sturz noch ein wenig schlechter war als deiner. Na toll. Irgendjemand meint es wirklich nicht gut mit dir heute. Panisch erinnerst du dich an alle katastrophalen Warnungen und Schlagzeilen über die giftigen Gase in deiner Kompaktleuchtstofflampe. Wie war das doch gleich wieder mit der richtigen Entsorgung?

    Erst mal alle Fenster aufreißen, Heizung aus (auch Klimaanlagen) und raus aus dem Raum. Als du, inzwischen hellwach, wieder auf dem Flur stehst, fällt dir auf, dass deine Hose etwas von dem quecksilberhaltigen Pulver abbekommen hat. Neeein, deine Lieblingsjeans! Eigentlich solltest du, wie du weißt, die Hose jetzt entsorgen. Zum Glück ist es nur ein kleiner Fleck, da weißt du dir auch anders zu helfen: Als erstes ziehst du dir Gummihandschuhe an, um deine Hände vor Verletzungen und dem Quecksilber zu schützen. Das verschmutze Kleidungsstück reinigst du mit Klebeband, indem du einfach den Streifen immer wieder auf den Fleck aufklebst und wieder abziehst. Danach kommt die Jeans sofort in die Waschmaschine für einen ausführlichen Waschgang. Das Klebeband steckst du schon mal in ein altes Marmeladenglas (ein luftdicht verschließbares Gefäß).

     Kompaktleuchtstofflampe mit Quecksilber

    Nach 15 Minuten gehst du zurück in das Zimmer, um mit dem Aufräumen zu beginnen. Die Glasscherben steckst du zu dem Klebeband in das Glasgefäß. Damit das Quecksilber nicht wieder in die Luft aufgewirbelt wird, verwendest du weder Staubsauger noch Besen. Statt dessen kehrst du die kleinen Splitter ganz einfach mit einem Stück Pappe (oder steifem Papier) zusammen. Alles, was dann noch übrig bleibt, wischt du mit einem feuchten Papiertuch auf, das ebenfalls ins Glas kommt. Da bist du richtig froh, dass du keinen Teppichboden hast. Sonst müsstest du erst einmal alle Glasscherben mit Klebeband aufsammeln und dann erst mit dem Staubsauger (nicht Hand- oder Tischstaubsauger) bei offenem Fenster die Reste aufsaugen. Dann auch noch Staubsaugerbeutel und Feinstaubfilter in der Restmülltonne vor dem Haus entsorgen und beim nächsten Saugen daran denken, das Fenster wieder aufzumachen.

    So oder so musst du jedoch zur Tonne laufen, denn auch die Gummihandschuhe kommen in den Restmüll vor dem Haus. Das Glas dagegen musst du noch bei der nächsten Sammelstelle (manche Händler, oder über deine Kommune) abgeben, die du vorher schon über www.lightcycle.de ausfindig gemacht hast. Auch deine alte Energiesparlampe gibst du dort ab. Bevor du dich endlich deinem längst überfälligen Frühstück zuwendest, wäscht du natürlich noch gründlich deine Hände. Das Fenster im Wohnzimmer lässt du vorsichtshalber sperrangelweit offen, bis du aus dem Haus gehst. Jetzt nur nicht auch noch den Bus verpassen!

    Der Anteil an Quecksilber ist in Kompaktleuchtstofflampen (KLL) so gering, dass er im Allgemeinen für Menschen nicht schädlich ist. Solange der Raum also sofort gut gelüftet wird, besteht keine Gefahr für deine Gesundheit. Jedoch sollten sicherheitshalber in Räumen, in denen sich häufig kleine Kinder oder Schwangere aufhalten, nur Energiesparlampen in einem Lampenschirm oder ansonsten LED-Lampen oder Halogenglühlampen (Vorsicht: werden sehr heiß!) verwendet werden.

    Es gibt auch KLL mit Splitterschutz (z.B. einer Silikonschicht), das beim Bruch die Scherben zusammenhält und so das Aufräumen erleichtert. KLL mit zweiter Hülle und auch manche ohne enthalten das Quecksilber als Amalgam, also nicht in flüssiger Form. Es gibt Hinweise darauf, dass dadurch weniger Quecksilber in die Luft freigesetzt wird, wenn die Lampe zerbricht. Allerdings hat es teilweise auch den Nachteil, dass die Lampen nach dem Anschalten länger brauchen, bis sie ihre vollständige Helligkeit erreicht haben. Alternativ gibt es auch unter den LED-Lampen Energiesparlampen.

    Über 90 Prozent des Gewichts von alten, ordnungsgemäß entsorgten Energiesparlampen wird in Deutschland wiederverwendet und recycelt.

    So, alle toten Lampen bei deiner Sammelstelle abgegeben? Dann hast du ja jetzt Zeit den Vogelpark Walsrode zu besuchen!

     


    Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/energie/licht/hgf.htm
    Bild KLL: By Matthew Bowden via Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fluorescent_Lamp.jpg
    Grafik: Lightcycle "Sauberes Licht, sauber recycelt." http://www.lightcycle.de/verbraucher/infomaterialien/infografiken.html

Kommentare

15 Kommentare
  • micah
    micah Super geschrieben und sehr hilfreich. Ich hätte keine Ahnung gehabt, was ich da machen soll.
    1. September 2012
  • Carina
    Carina Total super geschrieben, danke für diesen schönen Bericht! Mein Vater ist ja totaler Fan von LED-Lampen, aber ich kann mich mit dem kalten Licht irgendwie nicht anfreunden. Er hat jetzt sogar schon welche mit gelbgefärbtem Licht gekauft, we...  mehr
    4. September 2012
  • Tigress
    Tigress Toll find ich besonders das Beispiel mit der Lieblingsjeans, dass wäre ja sonst eine Katastrophe! Ich weiß jetzt aber dank dir, was ich zu tun habe=D

    Eine Frage: Ist es denn jetzt grundsätzlich besser, eine Energiesparlampe oder eine norm...  mehr
    11. Februar 2013
  • LaLoba
    LaLoba @Tigress: Energiesparlampen sind klimafreundlicher als normale Glühbirnen, allerdings haben sie das Problem der Sondermüllentsorgung wegen dem Quecksilber. Was dir lieber ist, musst du für dich entscheiden. Im Allgemeinem gilt aber: Glü...  mehr
    21. Februar 2013