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Neuer Rekord in der Arktis

  • REKORD! Wir haben einen neuen Rekord! Obwohl die olympischen Sommerspiele gerade vorbei sind, müsste da doch fast jeder hellhörig werden. Rekorde sind immer gut!
    oder...?

    Nein, dieser ist es leider nicht. Denn wie die „taz“ vor einigen Tagen berichtet hat, ist die Eisausdehnung der Arktis auf einem Rekord MINIMUM angelangt. Der Arktiseis-Monitor „Jaxa“ misst diesen August nur noch eine eisbedeckte Fläche von 4,19 Millionen Quadratkilometern.

    Das klingt doch eigentlich ziemlich viel, oder? Wenn man diesen Wert jedoch mal mit dem der 1970er Jahren vergleicht (als die Satellitenvermessung der Eisausdehnung begonnen wurde), dann ist die Eisfläche der Arktis heute ca. 600.000 Quadratkilometer kleiner. Diese Fläche entspricht der Größe des Landes Spanien. DAS nenne ich viel!

    Das erste Rekordtief wurde im Jahr 2007 gemessen, damals betrug die Eisausdehnung noch 4,25 Millionen Quadratkilometer, doch auch in den Jahren 2008 und 2011 wurden kritische Werte gemessen. Erschwerend hinzukommt, dass die Eisschmelze in der Arktis normalerweise bis Mitte September anhält. Wir dürfen also damit rechnen, dass der diesjährige „Rekord“ noch um einiges schrumpft...

    Das Abschmelzen des arktischen Eises gilt als eines der wichtigsten Frühwarnsysteme des globalen Klimawandels und somit sind diese Werte besonders erschreckend. Schuld an den Tiefwerten sind natürlich vor allem die hohen Temperaturen, wurden doch im Juli an der grönländischen Süd- und Westküste über 20 Grad gemessen. Auch wurde die Arktis Anfang August von ungewöhnlich heftigen Stürmen heimgesucht, welche die Eisdecke beschädigten, Schollen auseinanderrissen und Eis brechen ließen, sodass es in der Folge schneller schmelzen konnte.
    Forscher vermuten außerdem, dass wärmeres Wasser aus tieferen Meeresschichten nach oben gelangt ist und so die Eisdecke von unten abgetaut hat.

    Doch nicht nur die Arktis hatte zu kämpfen, auch das grönländische Inlandeis, welches aus Süßwasser besteht, ist dieses Jahr so gravierend abgeschmolzen wie noch nie.
    Taute früher nur etwa die Hälfte der Eisfläche in Grönland an, war es dieses Jahr fast überall der Fall. Dies führt wiederum zu Hochwasser in den Schmelzwasser Flüssen und zu Überschwemmungen. Was konkret jedoch nur einige überflutete Wege bedeutet, ist auf globale Sicht sehr viel entscheidender: denn je mehr das grönländische Inlandeis schmilzt, desto mehr Wasser gelangt in die Ozeane und desto stärker steigt der Meeresspiegel an...

    Was für uns eine schockierende Nachricht ist, ist für die Schifffahrt eher ein Grund zur Freude. Denn statt den üblichen Seeweg von der US-Ostküste und Europa nach China und Japan nehmen zu müssen, können die Schiffe nun durch die deutlich eisfreiere Arktis abkürzen und so Geld sparen.
    Für die Eisbären sieht die Lage da schon ernster aus. Ihnen wird durch das schmelzende Eis die Jagd auf Robben erschwert, immer mehr Tiere müssen hunderte von Kilometern weit schwimmen um zu ihren Jagdrevieren zu kommen. Entkräftet wie sie dann sind, schrumpft ihre eigene und die Überlebenschance der Jungen erheblich.

    Die Arktis ist dabei nicht das einzige Sorgenkind, auch die antarktische Halbinsel schmilzt dramatisch ab und gilt schon als die sich am schnellsten erwärmende Region der Welt!

    Alles in Allem sieht es nicht gut aus für unsere Polregionen. Aber noch können wir etwas tun! Die Klimaerwärmung zu stoppen muss weiter eines unserer wichtigsten Ziele bleiben – für die Eisbären und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

     

    Quelle: http://www.taz.de/Klimawandel-in-der-Arktis/!100306/

    Foto: Schmelzende Eiskappe in der Arktis © National Geographic Stock, Raphael Lee Hopkins / WWF

Kommentare

8 Kommentare
  • Christina1107
    Christina1107 Dieser Rekord ist wirklich gar nicht schön!! Aber, nicht den Kopf hängen lassen, zusammen schaffen wir das... :)
    29. August 2012
  • Viveka
    Viveka Schlimmer Rekord! Aber wenn wir uns wirklich alle zusammen tun und uns bemühen schaffen wir es, hoffentlich, den Rekord nicht ein weiteres Mal zu unterbieten!
    29. August 2012
  • Anne95
    Anne95 Einfach schrecklich... Vor allem, dass man es kaum aufhalten kann :-( Und dann diese bescheuerten Ölkonzerne, die sich daran erfreuen...
    29. August 2012
  • Flora212
    Flora212 eine prognose besagt sogar , das wir in 4 jahren keín eis in der arktis haben,
    -... folglich keine eisbären.zusätzlich bohrt jetzt shell in der arktis nach öl, OBWOHL bekannt ist, das gegen richtschutzlinien und bestimmungen versto...  mehr
    8. September 2012