Berichte

Bao Bao - ein Botschafter seiner Art

  • Bao Bao - aus dem Chinesischen übersetzt bedeutet das "Schätzchen". Und das war der Große Panda im Berliner Zoo auch wirklich.

    Gestern, am 22.8.2012, ist der wohl älteste, männliche Große Panda dieser Welt gestorben – höchstwahrscheinlich an Altersschwäche. Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz sagte, er sei "ganz ruhig eingeschlafen". In freier Wildbahn werden Pandas gewöhnlich höchstens 25 Jahre alt, in Gefangenschaft bis zu 10 Jahre älter. Mit seinen 34 Jahren war Bao Bao also wahrlich ein Urgestein seiner Art. Auch Blaszkiewitz meinte, dass Bao Bao ein wahrlich "stolzes Alter" erreicht habe.

    Man kann schon fast sagen, dass mit Bao Bao’s Tod eine Ära in Deutschland zu Ende gegangen ist. Denn das Tier war der letzte Panda, der in einem deutschen Zoo zu bestaunen war. Jetzt leben nur noch in wenigen anderen europäischen Zoos Pandas – unter anderem in Madrid und Wien. Und das hat auch einen Grund, denn heutzutage fordert die chinesische Regierung eine Gebühr von mindestens 100.000 Euro pro Jahr, um einen Pandabär halten zu dürfen.

    Bei Bao Bao war es anders, denn er kam im November 1980 in den Zoologischen Garten in Berlin, als Geschenk der chinesischen Regierung an den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Und er war nicht allein! Mit ihm gereist kam die Panda Dame Tjen Tjen, die leider schon 1984 verstarb. Auch seine zweite Partnerin, Yan Yan, hat er überlebt. Nachkommen zeugen konnte Bao Bao jedoch leider nicht.

    Pandabären gelten als Einzelgänger und verbringen den Großteil ihrer Zeit mit Fressen. Bis zu 16 Stunden am Tag vertilgen sie die nährstoffarmen Bambusspitzen und kommen so auf eine stattliche Menge von ca. 30 kg Bambus! Pandaweibchen sind nur drei bis fünf Tage im Jahr fruchtbar, außerdem gelten die vom aussterben bedrohten Tiere als Paarungsmuffel. Besonders das Züchten in Zoos ist somit noch immer ein schwieriges Unterfangen.

    Auch der WWF ist von dem Verlust des Pandas betroffen. "Bao Bao war eine wichtige Symbolfigur für den internationalen Artenschutz und ein Botschafter für die Belange seiner wildlebenden und noch immer akut bedrohten Verwandten in Asien", sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

    Der Panda, welcher das Logo des WWF ziert, ist in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Nach derzeitigem WWF-Stand leben nur noch 1.600 Pandas in den Bergregionen Chinas. Besonders die Zerstörung seines Lebensraumes macht den verbleibenden Pandas zu schaffen. 1998 hat die chinesische Regierung der großflächigen Abholzung der Wälder zwar ein Ende gesetzt, große Gebiete des Panda Lebensraumes sind aber bereits zerstört oder fragmentiert. Das Ziel der WWF-Arbeit ist es nun, grüne Korridore zu schaffen, sodass ein genetischer Austausch stattfinden kann und die Pandas wieder zu ihren Futterquellen wandern können.

    "So tragisch der Tod von Bao Bao sein mag, katastrophal wäre es, wenn der Pandabär in freier Wildbahn verschwinden würde. Das muss verhindert werden", so Volker Homes.

     

    Quellen: http://www.wwf.de/2012/august/wwf-zum-tod-des-berliner-pandabaeren-bao-bao/bl/1/listid/14365/backpid/124/

    http://www.spiegel.de/panorama/pandabaer-bao-bao-ist-tot-a-851435.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bao_Bao

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-zoo-pandabaer-bao-bao-ist-tot/7039528.html

    Bildquelle: trespassers william – CC BY 2.0 De flic.kr/p/3trbnx

Kommentare

6 Kommentare
  • Viveka
    Viveka Ich habe es auch gestern in den Nachrichten gehört und war traurig darüber. Aber ich glaube, und hoffe natürlich auch, dass er ein angenehmes Leben im Zoo hatte!
    23. August 2012
  • LSternus
    LSternus Wie traurig, Gott habe ihn seeligen.

    Ich glaube, dass er ein einigermaßen gutes Leben hatte sonst wäre er wohl nicht so alt geworde.
    24. August 2012
  • icelandhorse98
    icelandhorse98 Traurig, dass er nun tot ist!!!
    26. August 2012
  • laura56
    laura56 Schade, dass er tot ist. Ich hab ihn mal gesehn, er war echt süß!
    26. August 2012