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Schleswig – Holsteins Fischer fordern den Abschuss von Seehunden!

  • Leere Netze – und das nach Wochen auf der eisigen Nordsee. Der Frust der Fischer ist nun wirklich nachvollziehbar, aber die Maßnahmen die nun von schleswig – holsteinischen Fischern und Jägern gefordert wird sorgt bei Naturschützern und Politikern für Entsetzen.

     
    Sie fordern die Seehundpopulation auf 15000 Tiere durch gezielten Abschuss zu dezimieren. Ihre Begründung ist simpel: Die Seehunde sind schuld, dass die Netze der Fischer leer blieben. Im deutschen Wattenmeer leben nach Schätzungen rund 31000 Seehunde und ein voll ausgewachsenes Tier braucht bis zu acht Kilogramm Fisch pro Tag. So die erklären sich die Fischer ihren leeren Fischernetze.
     

    Der Vorsitzende des Kutter – und Küstenfischerverbandes Lorenz Marckwardt fordert nun den Abschuss von Zehntausenden Seehunden und der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes in Schleswig – Holstein, Andreas Schober, geht sogar so weit zu sagen, der Abschuss von Tausenden Seehunden sei auch im Interesse der der Spezies und des Seehundtourismus in Deutschland, da eine geringere Population eine geringere Seuchengefahr bedeutet.
     

    Dagegen halten Schleswig – Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und der Leiter des Wattenmeersekretariats Jens Enemark. „Dafür gibt es keine fachliche biologische Begründung. Die Jagd auf Seehunde wäre politisch falsch und rechtlich nicht möglich“, so Habeck.
     

    Unterdessen denkt Jagd – Lobbyist Schober darüber nach Seehundfleisch zu vermarkten.
     

    So weit darf es nicht kommen! Dass die Fische in der Nordsee weniger werden und die Netze leer bleiben ist nicht die Schuld der Seehunde sondern der intensiven Befischung der Meere. 31000 Seehunde könnten niemals die Nordsee leer futtern, denn egal wie viele Beutegreifer es auch gibt, sie rotten ihre natürliche Beute niemals aus, das ist Naturgesetz. Der Mensch bricht dieses uralte Gesetz durch Überfischung, übermäßige Jagd und das Eischleppen fremder Arten.
     

    Wir dürfen nicht zulassen dass die Seehunde den Preis für menschliche Arroganz und Ignoranz zahlen müssen.

    Quelle:
    Hamburger Morgenpost, Ausgabe vom 25.07.2012

    Fotos © WWF
     

Kommentare

7 Kommentare
  • Alexbeppo
    Alexbeppo Ich fass es nicht wie man nur auf so abartige Gedanken kommen kann... Ich mein selbst wenn die Sehunde wirklich Schuld für die leeren Netze wären, gibt das den Fischern noch lange nicht das Recht, diese zu töten! Wie können Menschen nu...  mehr
    30. Juli 2012
  • Rosa.Charlotte
    Rosa.Charlotte na toll -.-\' das ist mal wieder typisch mensch, erst die meere total überfischen und dann den unschuldigen seehunden die schuld daran geben. dumm und abartig!
    30. Juli 2012
  • Wannaknow
    Wannaknow Na die Seehunde sind es ja auch Schuld, dass die Nordsee leer gefischt ist, aber ganz im Ernst?! Die Seehude brauchen die Fische zum überleben, wir Menschen (bzw. eher Fleisch-und Fisch-Esser!) essen Fisch jedoch nur aus Appetit. Ich sehe das gar nic...  mehr
    31. Juli 2012
  • Katrine12345
    Katrine12345 Der Mensch kann nie Verantwortung übernehmen für das was er macht.Es sind angeblich immer die Tiere die alles kaputt machen.(Wer\'s glaubt wird selig...)
    27. August 2012