Berichte

Auf nach Polen!!! Teil 3: Kajaktour und Camping unterm Sternenzelt

  • Mo. 24.08. Biebrza – Kajaktour
    altNach einem – wie immer – ausgedehnten Frühstück brechen wir an den Fluß Biebrza auf – 24 Kilometer Kajak-Tour flußabwärts durch die Sümpfe. Strahlenden Sonnenschein haben wir heute. Am Treffpunkt angekommen beweise ich meine Vorliebe für Sümpfe und fahre den Bus in selbige. Nur gemeinsame Anstrengung, ein zweiter Bus und ein Abschleppseil befreien mich aus dieser Lage. Auch in Nils, Lasse und Marius scheint die Begeisterung fürs Moor(bad!) entflammt zu sein...
    Mit den Kajaks ging es dann los, manche nahmen ein Bad im Fluß, die meisten davon immer wieder mal unfreiwillig ;-). Torsten hat sicher gelernt, dass es altunpraktisch ist, stehend auf einem Kajak zu paddeln, wenn man von einer Horde angriffslustiger WWF-Jugendlicher verfolgt wird...
    Adler tauchten vor uns aus dem Schilf auf, Beute in den Fängen, und flogen mit imposanten Flügelschlägen dem Horizont entgegen. Weihen zischten wenige Meter über unseren Köpfen über den Fluß, waren so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren. Thorben hat an diesem Tag sein Patent zum Leichtmatrosen mit Bravour gemeistert und Lasse bewies, dass Grenzen manchmal dazu da sind, sie zu überschreiten. Und wenn Nils und Patrick irgendwann mal an der olympischen Kajak-Weltspitze mitruderten, wäre ich in keiner Weise überrascht.

    Di. 25.08. Abschied von Gugni
    Tag der Abschiede. Unsere Reise nähert sich ihren letzten Etappen.
    Per Handschlag und mit den wenigen Worten auf polnisch und englisch, die wir miteinander teilen, verabschiedeten wir uns von allen unseren polnischen Gastgebern. Dann waren da Pjotr und sein Sohn Artek, die uns zu selbstverständlichen Begleitern geworden waren. Viel hatten sie uns gezeigt; nur Blauwale hatten wir tatsächlich keine gesehen...
    Schließlich: Abschied von Gugni, dem kleinen, scheinbar verfallenen Dorf mitten im Sumpf, in the middle of nowhere. Schotterpiste, Landstraße, Schlaglöcher... dann wird die Landschaft Hügelig. Manches erinnert an Österreich. Wir sind in den Masuren, der berühmten Seenplatte im Norden Polens. Viele Touristen hat es hier; sie alle würden nicht das erleben, was wir erlebt haben...
    altMittlerweile sind wir alle „echte Polen“. Wir wissen, wo man einen guten Platz für’s Zelt findet; wir wissen, wie weit man an einem Tag fahren kann. Tarik hat echte Navigator-Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Und wir sind gut aufeinander eingespielt: Als wir den See 62 Kilometer vor Thorun finden, ist die perfekte Lagerstelle sofort ausgemacht. Zelt – Lagerfeuer – Abendessen. Die Teamer haben ganz demokratisch beschlossen, dass die Jugendlichen sich um alles kümmern, während sie sich faulenzend auf den Steg zurückzogen und auf den gedeckten altTisch warteten. Demokratisch? Klar: die drei waren da völlig einstimmig...! In der letzten Dämmerung errichteten wir das Zelt, im Taschenlampenlicht wurde gekocht. Nachdem wir am Tag unseren Hunger nach Döner schon mal ein wenig stillen konnten, hatte Tarik beim Einkauf zwei Pizzen mitgenommen. Pizza über dem Lagerfeuer? Kann das gehen? Klar geht’s: Tarik und Aaron machens vor. Nils serviert als perfekter Koch das Gemüse für die Tortillas, nachdem er sich zuvor – wieder einmal – als Organisationstalent beim Zeltaufbau bewiesen hatte.
    Die letzte Nacht. Sattgegessen, über uns die Sterne, sitzen wir am Lagerfeuer. Einige altfanden den Steg reizvoller und sitzen am See. Morgen würden wir noch mal darin baden gehen, ehe es nach Hause geht.
    Während die Stimmen langsam leiser werden, liege ich in meinem Schlafsack und bewundere den Sternenhimmel. Das Feuer wird gelöscht, Sternschnuppen jagen sich gegenseitig. Endlich verstummt das Lager. Ich liege in meinem Schlafsack und Wehmut mischt sich unter die Müdigkeit, das Wissen, dass ich so etwas lange Zeit nicht mehr erleben würde.

    Mi. 26.08. Thorun – Verkehrschaos in Poznan – Verkehr auf dem Weg zur Grenze
    altUnd das kam auch noch:
    In Thorun haben wir für eine Stunde Halt gemacht und uns die Altstadt angeschaut. Einige haben noch die letzten Zlotys unter die Leute gebracht.
    Irrsinnig viel Verkehr auf den Straßen. Wir kommen nur langsam voran. Poznan – Posen – ist ein Verkehrs-Moloch, wir sind froh, als wir wieder draußen sind und auf dem richtigen Weg.
    Tarik beweist wieder seine Beifahrer-Fähigkeiten und hat Karte und Route voll im Griff.
    Am späten Nachmittag mehren sich die Anrufe der Eltern. Nein, wir würden nicht pünktlich kommen; eine halbe, vielleicht eineinhalb Stunden Verspätung altwären sicher drin. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Kollegin Ilka aus Berlin, die uns um sechs erwartete und um zwanzig nach Sieben erst in den Feierabend gehen konnte, weil wir so spät dran waren. Und dann wieder ein kleiner Kulturschock: Nach Tagen (Wochen? Jahren?) in Polens Natur wieder Berlin, Monumente, Verkehr, Menschenmengen.
    Eine jetzt eingeschworene Truppe WWF-Jugendlicher erreichte die Geschäftsstelle Berlin – und glückliche Eltern, die sie wieder in Empfang nahmen. Jeder wird noch lange von dieser Fahrt zu berichten haben.

    Fazit: Seid (wieder) dabei, wenn es im nächsten Jahr nach Bialowieza und in die Biebrza geht, nach Polen – in unser unbekanntes Nachbarland.

    Noch ein herzliches Dankeschön an alle:

    An Nicole und Steffen, die die Initialzündung zu diesem Projekt gaben.

    An Torsten, der sich nach seiner abenteuerlichen Vorexkursion
    entschloss als Campleiter mit Stephanie und mir die Tour zu wagen..

    Und natürlich an die tolle Reisegruppe und ihren Eltern.
    Denn dies wurde nur möglich, durch den Mut der Jugendlichen und dem Vertrauen der Eltern,
    dem Neuen zu begegnen.

    Dziekuje!!! (beide „e“s haben ein häkchen drunter ;-))

    alt
     

Kommentare

6 Kommentare
  • Stone
    Stone Meldet euch auf jeden Fall fürs nächste Jahr an. Es lohnt sich!!!
    21. September 2009
  • Speedy15
    Speedy15 Ja es war so GEIL O.o

    LG Marius
    22. September 2009
  • Fredi
    Fredi es klingt aufjeden fall super...
    ich möchte nächstes jahr auch wieder in ein camp...;)
    22. September 2009
  • isabella
    isabella klasse bericht...ich möchte nächstes jahr auch in ein camp freue mich schon auf das neue camp pogram:-)
    27. Dezember 2009