Berichte

Neues vom Wolf.

  • Für Zora war es nur eine kleine Reise. Für die Wölfe in Deutschland aber trotzdem ein großer Schritt. Die einjährige Grauwölfin ist vom Truppenübungsplatz Altengrabow in Sachsen-Anhalt bis in die Lüneburger Heide gewandert. Auf ihrem Weg hat sie sogar die Elbe durchschwommen. Zora steht genauestens unter Beobachtung, denn sie trägt ein Funkhalsband und übermittelt ihre Position regelmäßig an das wildbiologische Büro Lupus im sächischen Spreewitz.

    Mit ganz viel Glück könnten dann zwischen Heidesträuchen, Wacholderbäumen und Heidschnucken kleine Wölfe hervorschauen. Denn Zora ist nicht allein. Vor kurzem war auf dem Truppenübungsplatz Munster, wo die Wölfin sich niedergelassen hat, ein Rüde gesichtet worden.

    Europäisches Wolfsjunges. Russland. © Wild Wonders of Europe / Sergey Gorshkov / WWF

    Doch wie meistens, regt sich auch hier Widerstand gegen den alten neuen Zeitgenossen. Jäger fürchten um ihre Hirsche und Keiler, Viehzüchter um ihre Schafe und Ziegen. Um die Akzeptanz für das Raubtier zu erhöhen und Zwischenfälle zu vermeiden, hat Niedersachsen im vergangenen Jahr einen Wolfsmanagementplan erarbeitet.


    Europäischer Wolf beobachtet grasende Schafe. (Rumänien)
    © Staffan Widstrand / WWF

    Aber es geht noch besser! In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise haben das Umweltministerium und der WWF Deutschland eine Notfallausrüstung für Tierhalter gegen Wolfsangriffe präsentiert. Dazu gehören Weidezaun-Geräte, 4.000 Meter Zäune, 400 Zaunpfähle, 500 Meter Trassierband sowie reichlich Flatterbänder, Baustellenlichter und Fotofallen. Betroffene Tierhalter können diese Ausrüstung sofort in Anspruch nehmen, um ihre Herden zu schützen, denn nach einem erfolgreichen Angriff, kehren Wölfe meist an den Ort des Beutezugs zurück.

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    Quelle: TAZ, Veit, Sven-Michael, Wölfe versus Weidetiere. Wenn die Wölfin Zora kommt, am 26.07.2012.

    Titelbild: Grauer Wolf, Russland, März 2008 © Wild Wonders of Europe / Sergey Gorshkov / WWF

Kommentare

10 Kommentare
  • Alexbeppo
    Alexbeppo Gute Neuigkeiten, mal schaun wann es der Wolf nach BW schafft, ich finds toll. Die Sorgen der Bauern kann ich gut verstehen, die der Jäger nicht. Aber wenn das Schutzpaket gut funktioniert und es auch gut angewendet wird, ist ja alles gut.
    26. Juli 2012
  • angie196
    angie196 Na dann auf jeden Fall gaaaaanz viel Glück, Zora! :)
    26. Juli 2012
  • Zerschmetterling
    Zerschmetterling \'\'Jäger fürchten um IHRE Hirsche und Keiler, Viehzüchter um IHRE Schafe und Ziegen\'\' - Wie sich das schon anhört. Lebewesen sind niemandes Eigentum.
    (@midori: nichts gegen dich. Du hast wahrscheinlich nur formuliert. Die Ansichten...  mehr
    27. Juli 2012
  • midori
    midori @Zerschmetterling

    Schau mal weiter unten in den Kommentaren ;o)
    27. Juli 2012